McDonald’s – Die Aktie bekommt mir nicht gut – eine Analyse

Copright McDonald's

In letzter Zeit haben wir viel über die Werbeaktionen von McDonald’s berichtet und versprochen, euch mehr, als nur öde Coupons für ein paar Pommes oder Burger zu liefern. Ich nahm den Anlass zur Gelegenheit, mir die Finanzdaten bzw. die Aktie genauer anzuschauen. Aber das, was ich gesehen habe, schmeckt mir so gar nicht.

McDonald’s im Überblick

McDonald’s (MCD), gegründet 1940, hat eine enorme Markenstärke, ist quasi überall auf der Welt bekannt und vertreten und wirklich schlecht schmeckt das Essen eigentlich auch nicht. Unter Anlegern ist die Aktie für langfristige Investitionen und Dividendenportfolios beliebt – MCD zahlt seit über 40 Jahren kontinuierlich steigende Dividenden und gehört damit zu den Dividendenaristokraten. Grundsätzlich ist das ein gutes Zeichen für Investoren, zeigt es, dass das Management sich seiner Verantwortung bewusst ist.

Doch war es früher für MCD leicht, gutes Geld zu verdienen, scheint es heute zunehmend schwieriger zu geworden zu sein. Das kann in Zukunft ein Problem für die Dividende und für den Aktienkurs werden, wenn das Management nicht mit angemessenen Gegenmaßnahmen darauf antwortet.

McDonald’s Aktie – Umsatz und Cash-Probleme

Große Sorge bei der MCD-Aktie macht die Umsatzentwicklung. Trotz steigender Anzahl an Restaurants sinken die Verkäufe seit 2013 kontinuierlich:

Umsatz sinkt kontinuierlich, Anzahl Restaurants steigt
Quelle: McDonald‘s Geschäftsbericht / Investor Relations & wallstreet-online.de – Anzahl Restaurants in 2017 nicht Verfügbar.

Auf dem ersten Blick schaut die Entwicklung dramatisch aus, doch muss man bei McDonald’s beachten, dass gut 85% der Restaurants als Franchise-Filialen betrieben werden und MCD dieses Verhältnis noch weiter erhöhen will. Franchise-Restaurants zahlen eine umsatzabhängige Provision an den Konzern. Für den Konzern ist das von Vorteil, da geringere Verwaltungskosten anfallen und ein Teil des Risikos auf den Franchise-Nehmer übertragen wird. Mit anderen Worten heißt das: der Konzernumsatz ist nicht aussagekräftig genug. Nehmen wir den Franchise-Umsatz mit dazu, schaut die Grafik etwas anders aus:

Umsatz sinkt zunächst und bleibt schließlich ungefähr auf dem Niveau von 2013.
Quelle: McDonald‘s Geschäftsbericht / Investor Relations & wallstreet-online.de – Anzahl Restaurants in 2017 nicht verfügbar (Tendenz klar steigend).

Aber trotzdem: der Umsatz ist seit 2013 gerade einmal um 1% gestiegen und hatten zwischendurch nachgelassen. Während derselben Zeit ist die Anzahl der Restaurants um 4% gestiegen. Zwar sind Währungsschwankungen teilweise ein Grund für Umsatzschwankungen, aber auf lange Frist dürfen sich diese nicht so stark bemerkbar machen – auch gegen Währungsschwankungen lassen sich Absicherungen tätigen.

(Free) Cashflow hinkt hinterher

Neben dem Umsatzrückgang macht mir insbesondere der Cashflow Sorgen. Mit steigendem Cashflow steigt auch die Leistungsfähigkeit, (höhere) Dividenden zu bezahlen. Schauen wir uns also den Free Cashflow (FCF) genauer an:

Der Free Cashflow sinkt im Laufe der Zeit signifikant.
Quelle: MCD Geschäftsbericht, 2017 teilweise geschätzt, da Investitionsaufwendungen noch nicht vorliegen.

Die Zahl für 2017 ist geschätzt, da die Summe der Investitionsaufwendungen noch nicht vorliegt. Ich habe angenommen, dass diese dem Vorjahreswert entsprechen, eine eher optimistische Annahme.

Zwar kauft MCD regelmäßig Aktien zurück, wodurch die Gesamtbelastung durch Dividenden ebenfalls reduziert wird, dies wird jedoch offenbar zum Teil durch die Aufnahme von Fremdkapital erwirkt. Das macht im begrenzten Umfang auch Sinn, dürften die FK-Zinsen deutlich unter der Dividendenrendite liegen. Dennoch belasten die FK-Zinsen die zukünftige Kapitalkraft, weil der Umsatz vor sich hinvegetiert, das schmeckt mir nicht an der ganzen Sache.

MCD muss also einen überzeugenden Plan haben, um in Zukunft auch weiterhin kräftig Gewinne zu erzielen und höhere Dividenden auszuschütten – ohne die Substanz zu belasten. Der Verschuldungsgrad ist mittlerweile so stark angestiegen, dass das Unternehmen ein negatives Eigenkapital ausweist – sprich, Verschuldung ist höher, als das Vermögen.

Das Eigenkapital ist stetig gesunken und ist mittlerweile negativ.
Quelle: wallstreet-online.de

Hierbei muss beachtet werden, dass durch das Franchising-Modell das Unternehmen tendenziell weniger Kapital auf der Aktivseite hat, dennoch stellt sich die Frage, weshalb das Unternehmen in der Vergangenheit nicht mehr Eigenkapital aufgebaut hat – hilft es doch, Krisenzeiten zu überwinden. Und wer weiß, ob und wann es einmal MCD trifft, beispielsweise durch einen großen Lebensmittelskandal, der das Vertrauen der Kunden zerstört.

McDonald’s im Vergleich zum S&P500

Schaut man sich die Entwicklung der Aktie im Vergleich zum Markt an, sieht man über lange Zeit hinweg eine underperformance, was zeigt, dass die Marktteilnehmer bei MCD deutlich behutsamer agierten. Dennoch hat die Aktie seit dem letzten Jahr deutlich zugelegt und spürbar aufgeholt. Bei einer Aktie mit einem Beta von aktuell 0,64 ist das schon ein starkes Stück.

MCD hat sich über einen langen Zeitraum schwächer entwickelt als der Vergleichsindex, hat zum Schluss aber kräftig aufgeholt.
Quelle: ariva.de

McDonald’s Dividende

Sieht man sich die Dividendenpolitik von McDonald’s an, spricht einiges für ein ziemlich zuversichtliches und professionelles Management. MCD zahlt sei t 1976 eine jährlich steigende Dividende, die innerhalb der letzten 10 Jahre um durchschnittlich (!) 9,8% pro Jahr angehoben wurde – das bedeutet eine Verdoppelung der Dividende nach etwas mehr als sieben Jahren. Innerhalb der letzten 5 Jahre waren es 5,9% jährliche Steigerung, was sich immer noch sehen lässt.

Die Dividende von McDonald's ist seit 1976 kontinuierlich jedes Jahre gestiegen.
Quelle: dripinvesting.org

Dass die Vergangenheit kein zuverlässiger Ratgeber für die Zukunft ist, wissen wir. Dennoch ist der Aristokratenstatus ein hohes Gut, beweist er schließlich, dass das Unternehmen über mind. 25 Jahre zuverlässig seine Eigentümer entlohnt hat. Innerhalb dieses Zeitraumes durchläuft es meist gute wie schlechte Zeiten.

McDonald’s Strategische Ausrichtung – Essen müssen die Leute schließlich immer

Die nun etwas nüchterne Entwicklung der Zahlen lassen den Schluss zu, dass es strukturelle Schwierigkeiten gibt. Kein Ding der Unmöglichkeit, aber es muss korrekt angegangen werden. Investitionen in Modernisierung der Restaurants kosten Geld, das Menü muss auf den sich verändernden Geschmack (insbesondere nach lokalen Präferenzen) angepasst werden, die Preise müssen ebenfalls passen. Das alles zusammen findet innerhalb eines ausgeprägten Wettbewerbes statt.

Ich sehe durch die exzessive Coupon-Politik, zumindest hierzulande, ein Problem. Schafft man eine Atmosphäre, in der die Kunden permanent das Gefühl haben, zu viel zu bezahlen, weil es gerade keine Werbeaktion gibt, könnte man damit Kunden auch vergraulen. Nicht zuletzt ist die Konkurrenz nicht eingeschlafen, sie ist vielmehr stärker und zahlreicher geworden.

Dennoch sind Werbeaktionen, wie die kürzliche Großoffensive zu Ostern sicherlich ein aus marketingstrategischer Sicht wichtiger Schritt. McDonald’s verdient mit den Sonderangeboten kein Geld, macht sogar Verluste, aber die Kunden kommen ins Restaurant und kaufen am Ende mehr, als sie eigentlich wollten, so zumindest das Kalkül. Fraglich ist immer, wie nachhaltig so eine Aktion ist und ob es am Ende nicht eher zu dem von mir beschriebenen (negativen) Gewöhnungseffekt führt.

Das Management hat in einem ersten Ausblick verkündet, in 2018 ca. 2,4 Mrd. USD in die bestehenden Restaurants investieren und darüber hinaus weitere 1000 Restaurants eröffnen zu wollen. Die Digitalisierung soll demnach auch intensiviert werden, um den Kunden einen unkomplizierten Weg zur Bestellung zu ebnen. Mehr Informationen werden wir erst im neuen Geschäftsbericht 2017 erfahren, der demnächst veröffentlich wird.

Fazit – McDonald’s Aktie

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels, steht  die Aktie bei ca. 155 USD, von über 180 USD kommend. Sie ist stärker als der Markt gefallen, was meine Vermutung untermauert, dass Investoren sich vom sicheren Hafen verabschieden, da die Zinsen in den USA wieder steigen – eventuell erkennen die ersten aber auch, dass McDonald’s etwas zu heiß gelaufen ist und nehmen Gewinne mit.

Ein schlechtes Investment ist die Aktie sicherlich nicht, aber dafür muss der Kurs noch etwas weiter fallen. Schaut man sich das magere Umsatzwachstum und erst recht die Probleme beim Free Cashflow an, bleibt die Frage, ob die Investoren auch in Zukunft mit so üppigen Dividendenerhöhungen belohnt werden. Ich persönlich bin auch mit moderaten Dividendensteigerungen von 4-5% durchaus zufrieden, wenn man einen günstigen Einstieg findet, ist die Aktie sicher eine gute Beimischung zu einem Langfristportfolio.

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