Auto – Unterhalt und monatliche Kosten Übersicht

Benzin, Versicherung, Reparatur uvm. das sind die Kosten für den Unterhalt des PKWs, welche man gerne nicht schwarz auf weiß ausrechnen möchte. Freiheit, Unabhängigkeit, Statussymbol und Ausdruck der Individualität. Für die meisten von uns treffen mindestens einige dieser Schlagwörter zu, wenn es um das eigene Auto geht. Es ist darüber hinaus einfach notwendig – oder etwa nicht? Wir werfen einen Blick auf die tatsächlichen Auto-Kosten, und hinterfragen damit erst einmal alles.

Unterhaltskosten Auto – 1/4 der Arbeitszeit?

Der durchschnittliche Deutsche arbeitet fast drei Monate, um den Unterhalt seines Autos ein Jahr lang zu finanzieren.

Nach dem Lesen dieses Beitrages wird der eine oder andere womöglich mit einem anderen Gefühl in das Auto steigen und losfahren. Das ist so ein bisschen wie eine unbequeme Wahrheit, die man eigentlich lieber nicht wissen will, weil etwas dann nicht mehr so viel Spaß macht wie früher. Die Kosten des Autos sind mehr als man intuitiv denken könnte.

Monatliche Kosten Auto – Übersicht

Was kostet ein Auto wirklich? Jeder kennt die Situation: Man fährt gemeinsam mit Freunden in den Urlaub und natürlich teilt man sich den Sprit. Das funktioniert prima, denn an der Tankstelle sehen wir, was die Fahrt gekostet hat. Das sind unmittelbar entstehende Kosten. Sobald am Wagen aber beispielsweise ein Reifen kaputt geht, merken wir, dass die Fahrt doch mehr gekostet hat, als nur den Sprit.

Unterhaltskosten Auto

Sehen wir uns mal die einzelnen Kostenarten bei einem Auto an:

  • Anschaffungspreis bzw. Wertverlust
  • Kraftstoff
  • Versicherung
  • (KFZ-Steuer)
  • Reifen / Reifenwechsel und Einlagerung
  • Werkstatt/Wartung
  • Autoreinigung
  • (Garage/Stellplatz)
  • (Strafzettel)
  • Opportunitätszinsen / Zinsen

Die in Klammern gesetzten Kosten lassen sich unter Umständen vermeiden bzw. fallen nicht bei jedem Auto an. Mit den meisten Punkten kann jeder etwas anfangen, aber was hat es mit Opportunitätskosten/Zinsen auf sich?

Angenommen wir kaufen ein Auto, einen VW Golf, für 20.000 EUR in bar. Würden wir das Auto nicht kaufen, könnten wir 20.000 EUR am Kapitalmarkt anlegen und eine Rendite von netto 4% und mehr erreichen – 800 EUR im Jahr bzw. 67 EUR im Monat. Das trifft natürlich nur dann zu, wenn das Geld auch tatsächlich angelegt wird und nicht auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto auf ein Zinswunder wartet.

Auto Finanzierung Kosten

Die Wenigsten werden den Wagen bar bezahlen, stattdessen wird er finanziert. Allerdings haben wir auch hier Opportunitätszinsen. denn wir müssen eine Anzahlung leisten. Bei Volkswagen sind es beispielsweise 25% des Kaufpreises. Zusätzlich enthält die monatliche Rate einen Zinsanteil. Sprichwörtlich “fahren” wir mit einer Finanzierung immer dann schlechter, wenn wir das Geld einerseits zur Verfügung haben und es andererseits sehr renditearm angelegt ist – was bei vielen der Fall ist.

Es lässt sich treffend über die genaue Höhe der anderen Kosten streiten, manche können ihr Auto selber reparieren, andere haben ein Händchen für Gebrauchtwagenschnäppchen und können dadurch den Faktor “Wertverlust” reduzieren. Kaufen wir einen Neuwagen, haben wir einen höheren Wertverlust, kaufen wir einen Gebrauchten, haben wir höhere Instandhaltungskosten – und immer noch Wertverlust. Am Ende vom Tag kommen wir nicht darum, das Auto zu reparieren, Ersatzteile, Reifen, Benzin, Versicherung usw. zu bezahlen.

Wertverlust ist hier kein Problem, dafür die Wartung

Summieren wir diese Kosten, erhalten wir monatliche Gesamtkosten von mindestens 250 EUR für Kleinstwagen (z.B. smart), bis 320 EUR für einen VW Polo oder 400 EUR für einen Golf – das mit Abstand meistverkaufte Auto in Deutschland.

Mit anderen Worten: Der Durchschnittsdeutsche arbeitet für seinen VW Golf 2,7 Monate im Jahr (4800 EUR für den Golf geteilt durch 1750 EUR durchschnittlich verfügbares Einkommen).

Auto Kosten pro gefahrenen KM

Man stelle sich vor, man setze sich in sein Auto, fährt los und im Rückspiegel erscheinen in Echtzeit die Kosten der aktuellen Fahrt – genau wie in einem Taxi. Die günstigsten Autos kommen mit etwa 30 Cent pro Kilometer davon, aber da sprechen wir von erd- oder autogasbetriebenen Boliden.

Würde uns der Bordcomputer nicht nur den Durchschnittsverbrauch auf 100 km anzeigen, sondern nebendran die Durchschnittskosten je 100 km, würde man sich so manche Fahrt vielleicht zweimal überlegen: 30 – 40 EUR nur um mal eben zum Shoppen in die nächste Stadt und zurück zu fahren?

Die Argumentation ist dann klar: Fixe Kosten fallen „sowieso“ an, denn das Auto steht ja da, also nutzt man es auch, damit es sich „lohnt“. An dieser Argumentation ist natürlich etwas dran – wenn man unterstellt, dass man tatsächlich auf das Auto angewiesen ist.

Aber alle Kosten nagen gnadenlos an unserem Vermögen – nur eben nicht in Echtzeit!

Die große teure Reparatur kommt gewiss. Der nächste TÜV steht auch bald an und die Reifen müssen vorher noch getauscht werden. Beim Reifentausch stellt die Werkstatt fest, dass eine Feder kaputt ist – es wird empfohlen, die gegenüberliegende ebenfalls auszutauschen. Und als sei das nicht schon genug, hat sich auch noch ein Marder ausgerechnet in unser Auto verliebt.

Bei einem Auto fallen solche Kosten an, ob man will oder nicht. Sie sind allerdings zeitversetzt cashwirksam. Anders als bei der Taxifahrt oder dem Zugticket, entstehen die Kosten nicht im direkten Zusammenhang mit einer einzelnen Autofahrt.

Mustang - Auto
Ein wunderschöner Geldvernichter

Bargeld wird in Deutschland bevorzugt, weil damit eine direkte Kostenkontrolle möglich sei, so die Argumentation. Gleichzeitig macht man sich allerdings keine Gedanken über die direkten Kosten einer Autofahrt. Das ist gut für die Wirtschaft (und meine Automobilaktien), aber fatal für den Verbraucher, der durch das eigene Auto massive Einbußen in seiner Sparquote hinnehmen muss und damit deutlich länger abhängig von Arbeitseinkommen ist.

Unterhaltskosten Auto  pro Monat – Tabelle

Der ADAC berechnet für eine Vielzahl an Modellen die durchschnittlichen Kosten. Allerdings muss man hier etwas vorsichtig sein, denn es wird stets von einem Neuwagen zum Listenpreis (!) ausgegangen, d.h. Rabatte werden nicht eingerechnet. Dennoch bleibt der Wertverlust einer der maßgeblichen Kostentreiber.

Es wird ferner von einer Jahresfahrleistung von 15.000 km und einer Haltedauer von vier Jahren ausgegangen (was ebenfalls Durchschnittswerte sind).

Soviel kostet der jeweils günstigste Wagen Marke pro Monat:

  • Audi A1 1.0 TFSI: 406 EUR
  • BMW 116 ED: 600 EUR
  • Dacia Logan MCV 1.2 16V 75 Essentiel: 354 EUR
  • Fiat 500 1.2 8V Start&Stopp Pop Star: 404 EUR
  • Ford Fiesta 1.25 Ambiente: 407 EUR
  • Honda Civic 1.4 S: 486 EUR
  • Toyota Aygo 1.0 x: 353 EUR
  • VW Golf 1.6 TDI BlueMotion Comfortline: 536 EUR
  • VW Polo 1.0 BMT Comfortline: 400 EUR

Fazit Auto-Kosten und persönliche Erfahrung

Das Auto stellt einen maßgeblichen Kostenfaktor in unserem Budget dar. Es gibt durchaus Mittel und Wege auch ohne eigenes Auto von A nach B zu kommen. Ich habe Ende 2015 mein geliebtes z4 Coupé (das im Titelbild) verkauft – nicht aus finanzieller Notwendigkeit, sondern aus purer Rationalität. Ich habe meine Lebenssituation, meinen Wohnort und meine Denkweise dahingehend geändert, dass ich kein eigenes Auto mehr benötige. Wie ich das gemacht habe, habe ich in meinem Erfahrungsbericht geschrieben.

Emotionen, Bequemlichkeit und festgefahrene Denkmuster mögen eine Rolle spielen und dazu führen, dass man bestimmte Posten im Haushalt gar nicht erst infrage stellt. Wer seine Sparquote verbessern will und damit langfristig eine finanzielle Unabhängigkeit aufbauen möchte, ist allerdings gut beraten darin, die Notwendigkeit des eigenes Autos zur Debatte zu stellen.

Wie hat euch der Artikel gefallen? Ich freue mich über Kommentare, denn das Thema Auto Kosten scheint sehr interessant zu sein.

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