Aus den Ursachen der Dotcom Blase können DAX Anleger in 2020 Vieles lernen

Zusammenfassung der Dotcom Blase - Beim Börsencrash 2000 platzte die Spekulationsblase bei der New Economy Unternehmen in der .COM Krise besonders betroffen waren

Der Chart zeigt die Entwicklung des DAX von 1996 - 2006 - die Dotcom Blase platzte im März 2000, woraufhin der größte deutsche Aktienindex im Wert von knapp 8000 Punkten auf 3000 Punkte einbrach.
Die Dotcom Blase platzte im März 2000. Der Chart zeigt die Entwicklung des DAX von 1996 - 2006. Nach dem Platzen der .COM Blase brach der größte deutsche Aktienindex im Wert von knapp 8000 Punkten auf 3000 Punkte ein. Die Werte der New Economy Unternehmen - dem sogenannten Neuen Markt - hat es noch härter getroffen. Millionen Anleger verloren Tausende von Euro. Aus den Ursachen des Hype Bubbles können wir im Jahr 2020 Vieles lernen.

Die Hoffnungen und Träume von Millionen Anlegern lösten sich förmlich in Luft auf. Während der Dotcom Blase verloren unschuldige Menschen Tausende von Euro. Die Ursachen waren Finanzexperten schon vor Erreichen der Bubble bewusst. Der unaufhaltsame Abwärtstrend sämtlicher DAX Aktien und vor allem der Werte des Neuen Marktes kam für viele Anleger dennoch überraschend.

Die Dotcom Blase zusammengefasst: Aus vielversprechenden und gigantisch hoch bewerteten Unternehmen, wurden binnen kurzer Zeit irrelevante Firmen ohne Zukunftsperspektive. Die Dotcom Blase platzte im März 2000 und Kleinanleger verloren sehr viel Geld. Diese gigantische Spekulationsblase ist ein Lehrstück der jüngsten Geschichte der Finanzwelt. Gerade bei den aktuellen Turbulenzen am Kapitalmarkt – es wird oft von einem möglichen Börsencrash nach Corona – gesprochen, schadet es nicht, sein Wissen über die .COM Blase aufzufrischen.

Dotcom-Blase Ursachen: Euphorie und Hype

Spekulationen und falsche Versprechen waren die Ursachen

Die Spekulationsblase rund um den Hype der New Economy Branche platze um die Jahrtausendwende, genauer gesagt im März 2000. Deren Leidtragenden waren vor allem Kleinanleger, was wir in diesem Artikel am Beispiel der Infineon Aktie erläutern möchten.

Zunächst einmal zu der Ausgangssituation und zu den Ursachen der Dotcom Blase: In den 1990er Jahren gab es viele technologische Entwicklungen, die zu einem regelrechten Hype geführt haben. Das Handy wurde massentauglich, Modems fanden den Einzug in private Haushalte. Die Möglichkeiten des Internets waren plötzlich für Millionen an Menschen verfügbar. Handhelds, die Vorläufer der heutigen Smartphones, wurden immer beliebter. Dieser Hype führte zu einer positiven Grundeinstellung aller Menschen zur New Economy Branche.

Euphorie als Antreiber für den Hype während der Dotcom Blase

Weltweit entwickelte sich während der DotCom Blase eine euphorische Stimmung. Vieles, was vor kurzem noch Zukunftsmusik war, war plötzlich im Laden käuflich erwerblich. Die Entwicklung schritt so schnell voran, dass kein Ende abzusehen war. Es entstand eine neue Branche: die Internetbranche, der sogenannte „Neue Markt“. Diese Unternehmen hatten einen gewissen Finanzierungsbedarf. Daher mussten sie nach frischem Kapital fragen. Dies klappt am einfachsten, wenn man falsche Versprechen tätigt, oder um es etwas humaner auszudrücken: Wenn jemand viel versprechen muss, um selbst zu profitieren, und sich daher etwas übernimmt.

Gute Ideen der New Economy Branche weckte eine hohe Nachfrage der Aktien

Jede Idee der New Economy Branche war an sich vielversprechend. Dazu waren viele Kleinanleger bereit, ihr Kapital zu investieren. Die Banken freuten sich, da sie die hohe Nachfrage ihrer Kunden spürten, und auf doppelte Weise profitieren konnten. Am Ende des Tages war die hohe Nachfrage und der Glaube an das schnelle Geld der verlässliche Antreiber für einen Hype. Die Gier mancher Menschen führte dazu, dass sich so eine gigantische Spekulationsblase entwickeln kann.

Eine Grundregel, die fast immer gilt: Jeder will selbst maximal profitieren!

Lass dich nicht manipulieren – Entscheide rational

Die Dotcom-Blase zeigt, wie einfach wir uns manipulieren lassen, und wie naiv wir den Versprechungen vertrauenswürdig scheinender Persönlichkeiten vertrauen. All diese Komponenten führen dazu, dass wir emotionales vor rationales Handeln stellen. Mein Tipp: Lass dich nicht manipulieren. Treffe jede Entscheidung über die Anlage deines Geldes rational. Ziehe die Lehren aus der emotionalen Dotcom-Blase, dem Lehrstück der jüngsten Finanzgeschichte.

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Dotcom Blase Zusammenfassung von 1995 bis 2000

Was führte zum Platzen der Dotcom Blase?

Der sogenannte “Neue Markt” versprach satte Gewinne. Der Technologieumbruch war überall zu spüren, immer mehr Menschen wollten daran teilhaben. Mehr und mehr Technologieunternehmen gingen an die Börse, um sich Kapital für die Expansion zu beschaffen. Viele davon waren erst junge Start-Ups – eines davon war Amazon. Sie alle wollten mit ihren Produkten die Welt verändern, was zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr so unrealistisch klang. Die Aktien wurden ihnen dabei förmlich aus den Händen gerissen. Als die ehemalige Siemens-Tochter „Infineon“ an die Börse ging, waren deren Aktien 33-fach überzeichnet, die Anleger wollten also 33x mehr Aktien kaufen, als überhaupt auf den Markt gebracht wurden. Die Aktien wurden bei der Emission schließlich per Losverfahren an die Anleger ausgegeben.

Schließlich war es die Hoffnung von Millionen Anlegern auf sagenhafte Gewinne, die zum Platzen der Dotcom Blase in den Jahren 2000 bis 2003 führte.

Viele private Anleger wollten während der Dotcom Blase von den sagenhaften Gewinnmöglichkeiten profitieren. Banken erkannten das sehr schnell und umwarben ihre Kunden aktiv mit Produkten. Über Technologie-Fonds konnten Anleger in eine Vielzahl an Unternehmen in der New Economy Branche investieren. Neuemissionen, wie die von Infineon, wurden insbesondere durch aktives Marketing den Menschen schmackhaft gemacht. Schließlich, so warben die Banken, haben sich die Kurse so rasant entwickelt, dass man den Zug nicht verpassen sollte.

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Immerhin warben sogar Prominente für den Kauf von Aktien, das weckte Vertrauen bei unerfahrenen Anlegern. Auf so eine bewährte Marketingstrategie setzte z.B. die Deutsche Telekom mit dem Schauspieler Manfred Krug, die Deutsche Post mit Thomas Gottschalk und seinem Bruder Christoph. (1)

Satte Gewinne und das schnelle Geld – 1999 glaubte das Jeder

Wenn alle sagen, dass es schon gut gehen wird, dann MUSS man es selbst auch wagen – Klingt irgendwie nachvollziehbar, oder?

Die Hoffnung auf das schnelle Geld ist bekanntlich verführerisch. Die Aktie von Infineon stieg nach der Emission vom Ausgabepreis von 35 EUR auf über 70 EUR. Es erfüllte sich die Prophezeiung von selbst. Satte Gewinne von +100% sind nachweislich entstanden. Natürlich haben daraufhin manche verkauft und die Gewinne mitgenommen. das waren die, die rational handelten, oder institutionelle Anleger wie Banken, die ihr Risiko diversifizieren mussten.

Die Aktie von Infineon hatte sich also an nur einem Tag verdoppelt. Und nach einigen volatilen Monaten, in denen der Kurs stark nach oben und unten geschwankt ist, platze schließlich die Dotcom-Blase. Sie zog den gesamten Markt und insbesondere die Technologiewerte nach unten. (Manager Magazin)

Wann war die Dotcom Blase? Die Jahre von 1995 bis 2000

Wann war die Dotcom Blase? Die Blase begann schon im Jahr 1995 und platzte ab März 2000. Das Anlegerverhalten in der Anfangszeit der Dotcom-Blase war gekennzeichnet von irrationalem Handeln. Unternehmen, die außer einigen Computern keine physikalischen Anlagegüter hatten, waren plötzlich Millionen wert. Im Gegensatz zu klassischen Industrieunternehmen, die Maschinen, Produktionshallen und Gebäude besaßen, also physikalische Werte (Buchwerte), war das einzige werthaltige Produkt der Start-Ups eine Idee.

Substanzlose Milliardenunternehmen im Jahr 2000

Eine neue Online Community zum Beispiel (theglobe.com), ein Modeversand (boo.com), ein Tierfutterversand (pets.com). Manche hatten auch gar keine Idee und wollten damit Geld verdienen. Die Seite Business.com ging für 8 Millionen USD an einen Investor, sein Plan war einzig und allein, die Seite wenige Monate später für 30 Millionen USD zu verkaufen. (heise.de)

Im Jahre 1999 interviewte der Spiegel „Steve Paternot“, den Gründer von „theglobe:

„Sie können den Umsatz der führenden 20 Internet-Firmen zusammenzählen und es ist immer noch nicht so viel wie bei einem profitablen Traditionskonzern. Und dennoch sind die Online-Firmen an der Börse ein Dutzend Mal mehr wert. Warum ist das so? Weil sie mit abenteuerlicher Geschwindigkeit wachsen, oft viele hundert Prozent im Jahr. Wir sind inmitten einer der größten sozial-ökonomischen Umschwünge der Weltgeschichte und machen daraus gerade ein riesiges Geschäft. Viele Internet-Firmen werden bald super-profitabel sein, weil sie mit relativ geringen Kosten Millionen von Kunden bedienen können. Da können Sie nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie bei einer Maschinenfabrik.“

New Economy Unternehmen 2000: niedrige Umsätze, keine Gewinne

Alles wurde durch gigantische Erwartungen an die Zukunft kompensiert. Die Aktienkurse sind nicht aufgrund fundamentaler Entwicklungen gestiegen, sondern nur, weil immer mehr Menschen darauf spekulierten. Sie glauben daran, dass die neuen Unternehmen mit ihren Ideen und Produkten die Welt verändern würden und sie eines Tages richtig viel Geld damit verdienen würden. Die Gier schaltete den rationalen Verstand aus, ein sich selbst verstärkender Effekt wurde in Gang gesetzt.

Der Chart des Dax zeigt den signifikanten Einbruch nach dem Platzen der Dotcom Blase
Der Einbruch des DAX durch die Dotcom-Blase im Jahr 2000 setzte sich bis 2003 fort. 2001 kam ein zusätzlicher Abschwung durch den 11. September. Quelle: Yahoo Finance.

Die .com Spekulationsblase platzt und Anleger verlieren sehr viel Geld

So rasant die Kurse aufgrund der enormen Erwartungen gestiegen sind, so schnell sind sie gefallen. Der Absturz begann, als die ersten ernstzunehmenden Zweifel an den Gewinnaussichten der Unternehmen aufkamen. Erste Unternehmen meldeten Insolvenz an, weitere folgten schnell. Den Anlegern wurde klar, dass die Unternehmen auf lange Sicht keine Profite abwerfen werden und sich viele Ideen gar als untauglich erwiesen. Sie verkauften ihre Anteile, die Aktienkurse fielen. Die Angst vor weiteren Verlusten wurde größer, viele Kleinanleger verkauften daraufhin, andere befanden sich ob der hohen Verluste in Schockstarre und versuchten es auszusitzen.

Hinweis: Ein Verkauf der eigenen Aktien mit Verlust ist psychologisch, gerade für unerfahrene Anleger, äußerst schmerzvoll.

Schwarze Schafe wie „Comroad“, die mit gefälschten Bilanzen agierten, verschärften das Misstrauen in den Neuen Markt. Die Verkaufswelle führte schließlich zum Kollaps und massiven Kursverlusten an den wichtigsten Börsen weltweit.

Die Ursachen der .com Spekulationsblase als Lehrstück für heute

Der Traum der Dotcom-Branche löste sich förmlich in Luft auf. Aus vielversprechenden und gigantisch hoch bewerteten Unternehmen, wurde, binnen kurzer Zeit nur noch leere und irrelevante Firmennamen ohne Zukunftsperspektive. Entlang der Preisspirale befanden sich vom institutionellen Großanleger bis zum Kleinstanleger, der noch nie zuvor Aktien besaß, jeder dabei. Wer den Knall zu spät gehört hat, hatte massive Verluste hinnehmen müssen. Wer nur einseitig und schlecht diversifiziert gekauft hat, hat vermutlich besonders viel Geld verloren.

Auch heute gibt es Firmen, die noch nie oder fast nie Gewinne gemacht haben, aber sehr hoch bewertet werden.

Beispiel Tesla: bisher ohne Gewinne

Oft muss viel Geld investiert werden, um neuartige Produkte oder Ideen zu entwickeln, bevor sie vermarktet werden können. Je höher das Risiko, desto höher die Gewinnchancen. Tesla ist ein Beispiel hierfür. Die Erwartungen an die Zukunft sind sehr groß. Mit Stand heute hat Tesla nur Verluste gemacht und dennoch sind die Investoren bereit, Geld zur Verfügung zu stellen. Sie glauben, dass Tesla eines Tages sehr viel Gewinn mit dem Verkauf von Elektroautos machen wird. Anders als bei den Unternehmen, die während der Dotcom-Blase wie Pilze aus dem Boden geschossen und genauso schnell untergegangen sind, ist hier ein klar erkennbares und realistisches Geschäftsmodell vorhanden.

Die Geschichte zeigt aber auch, dass man selbst im ungünstigsten Fall mit einer anderen Strategie durchaus langfristig gewonnen hätte. Ein Beispiel dazu wird im Artikel Spar dir das Sparbuch! Wieso du noch heute in Aktien investieren solltest gezeigt – übrigens unter Einbeziehung der Lehren aus der Dotcom-Blase.

Welche Erfahrungen hast du während der Dotcom Blase gemacht?

Wir freuen uns über deinen Kommentar und eine Bewertung unseres Artikels.

Quellenangabe zu unserem Artikel der Dotcom Blase

Fragen zum Investmentverhalten in Spekulationsblasen

Parallelen zwischen Dotcom-Blase und dem Hype um Bitcoins?

Die typischen Merkmale einer Spekulationsblase beobachtete ich übrigens auch Anfang 2018 bei den Bitcoins, wo wir uns mitten in einem Hype Cycle befanden. Viele Menschen in meinem Umfeld beschäftigten sich gerade mit dem Thema und viele wollten Kryptowährungen investieren. So eine Spekulationsblase haben wir bereits einmal erlebt. Doch in welcher Phase befinden wir uns bei der möglichen Bitcoin Blase?

Und:Wer erinnert sich an die großen Träume vieler konservativen Anleger, die während der Dotcom Blase geplatzt sind? Wer von euch ist schon etwas älter und war vielleicht selbst betroffen?

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Am Aktienmarkt und analog im Markt der Kryptowährungen gibt es Gewinner und Verlierer. Denn es muss für jeden Verkäufer schließlich einen Käufer geben. Insbesondere folgen wir daraus: Würden sehr viele Menschen bereits in Kryptowährungen investiert sein, und der Bitcoin-Kurs läge bei 50.000 Euro, gäbe es nicht mehr genügend Käufer auf der Gegenseite.

Artikel von Finanzgrundlagen zu den Themen Aktien

Grundlagen bei Geldanlage und Investments

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Über Christopher Paprotka 15 Artikel
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2 Kommentare

  1. Zuallererst: ich bin nicht in bitcoin oder einer anderen Kryptowährung investiert, von daher glaube ich noch einen relativ objektiven Blick auf den Hype zu haben der sich momentan immer mehr ausweitet. Ich hatte ich mir vor 4 Wochen ernsthaft überlegt in die Kryptowährung IOTA zu investieren, da mir das Konzept dieser Währung gefällt und IOTA mit seiner Funktionsweise viel Potential sowie Alleinstellungsmerkmale aufweist. Bis dahin dümpelte diese Kryptowährung immer so zwischen 0,15 bis 0,50 Euro, sprang dann aber ab Mitte letzten Monats auf 2,50 Euro, steht jetzt bei 4. Habe mich da schon etwas darüber geärgert, aber im nachhinein weiss man ohnehin alles besser. Und wer sagt dass es so weitergeht, spätestens jetzt wäre ich ausgestiegen, denn der Hype um die Kryptowährungen wird langsam unheimlich – es ist definitiv eine Blase.

    Weil ich mich mit dem Geld- und Finanzsystem befasst habe, gefiel mir die Grundidee der Kryptowährungen etwas zu haben was nicht beliebig vermehrbar, damit entwertbar ist und vor staatlichen Zugriffen geschützt. Die Zentralbbanken drucken Geld ohne Ende durch Anleihekäufe (die sie selbst ausgeben), das Geld floss bisher in die Aktienmärkte, Fundamentaldaten interessieren kaum noch jemanden.

    Das Geld sucht Anlagemöglichkeiten, da sind die Kryptowährungen wie prädistiniert dafür. Doch steigen damit die Risiken der Überbewertung, was so lange nicht von Relevanz ist wie immer mehr nachgeschossen als rausgeholt wird. Spätestens wenn Anlageberater in breiter Front zu einem Finanzprodukt werben und ein Hype, auch durch Medien und Werbung, dazu ensteht ist Vorsicht geboten. Das ist i.d.R. der Zeitpunkt wenn grosse, informierte Investoren aus dieser Sache aussteigen und durch Nicht-Insider bzw. Kleinanleger die Kurse gehypet bzw. gehalten werden um gewinnbringend zu verkaufen. Parallelen zur Dotcom Blase gibt es zweifellos, wobei für mich der wichtigste Indikator der ist, dass Kryptowährungen von nahezu jedem mit Programmierkenntnissen kreirt werden können.

    Gemeint ist nicht das mining, sondern die völlige Neuentwicklung einer neuen Kryptowährung. Dazu braucht es nur das Etherium-Protokoll, was für jedermann zugänglich ist dem man ein paar individuelle Elemente hinzufügt. Dann braucht es nur noch Abnehmer bzw. eine Marketingsstrategie und der Laden läuft. Die Währung ist also von der Blockchaintechnologie her nicht beliebig vermehrbar, sie ist limitiert, jedoch lassen sich beliebig viele und potentiell unendlich Konkurrenzprodukte herstellen, mit geringen Aufwand und kaum Kosten, so dass am Ende nur die Vermarktungsstrategie und die Bereitschaft gewisse Summen dafür zu zahlen ausschlaggebend ist.

    Bei Bitcoin, aber auch anderen Währungen, wird gerade enorm Nachfrage erzeugt weil diese laut propagiert und in einer grossen Marktbreite eingeführt werden. Die Achillesferse ist mir jedoch zu verwundbar: diese können jederzeit durch andere Konkurrenzkryptowährungen ersetzt werden. Die Märkte sind manipuliert, grosse Banken sehen Kryptowährungen als Konkurrenz zu ihrem Geld was gegenüber den Kryptowährungen zahlreiche Nachteile besitzt, aber allein aufgrund der staatlich garantierten Monopolstellung und Annhamezwang keine Konkurrenz zu fürchten brauchte. Das hat sich mit den Kryptowährungen geändert, und nachdem Massnahmen zur Bekämpfung erfolgslos geblieben sind kann es durchaus sein dass man mit der polulärsten dieser Währung, dem Bitcoin, eine gigantische Blase kreirt um diese dann platzen zu lassen und damit diverse Kleinanleger in den Ruin zu treiben, damit für längere Zeit die Kryptowährungen als gescheiterte Alternative zu deren Luftgeld aus den Köpfen der Menschen zu verbannen.

    Währung lebt von Vertrauen, ohne dieses ist es nur eine wertlose Zahl, mit der Zerstörung des Vertrauens wäre die Konkurrenz vorerst ausgeschaltet. Bis deren Geld ebenfalls scheitert, aber das Thema steht auf einen anderen Blatt. Von der Idee her sind Kryptowährungen dem Luft- und Schuldgeld der Zentralbanken haushoch überlegen, aber wenn diese in deren Arena steigen sind sie den Flieh- und Manipulationskräften der Hebelmärkte schutzlos ausgesetzt, die Massenpsychologie erledigt dann den Rest: zuerst gehen alle rein wenn man Nachfrage erzeugt, dann panisch alle raus wenn man die Kurse fallen lässt. Wie gesagt, ein Motiv es so zu tun gäbe es meiner Ansicht nach, es wäre nicht das erste mal, mit dieser Technik wurden schon ganze Länder in den Ruin gestürzt oder erpresst. Warum sollte es mit einer Konkurrenzwährung anders sein?

    Dafür bietet das Luft- und Schuldgeld, mit dem man ganze Staaten unter die Knute der Märkte bringt, viel zu viel Vorteile und Privilegien für den Geldadel und der Privatbanken die unter staatlichen Etikett agieren. So auch FED und EZB. Also Vorsicht, man kann einiges damit verdienen, vielleicht etabliert sich der Bitcoin auch langfristig weil es so gewollt ist oder man will an ihm ein Exempel statuieren. Wenn ich bitcoins hätte, würde ich die jetzt verkaufen. Sollten die von dem jetzigen Niveau (14.000Euro/piece) noch einige hundert Prozent steigen, dann sind entweder alle vollends verrückt geworden oder das Luft- und Schuldgeld eigentlich nichts mehr wert und zum Austausch freigegeben.

    Ich denke vielmehr, dass die Spekulationsblase platzen könnte…

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