Was sind Optionen? Erklärung und Definition von Put- und Call-Optionen Grundlagen

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Was sind Optionen überhaupt? Eine Call-Option bzw. Put-Option berechtigt dem Käufer ein Underlying bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Für dieses Recht bezahlt der Käufer dem Verkäufer eine Prämie. Wir erklären in diesem Artikel die genaue Bedeutung von Optionen und starten mit einer Definition von Optionen an der Börse.

Ein Artikel von Olaf Schmidt

Was sind Optionen – Eine Definition

Definition: Optionen bezeichnen das Recht ein bestimmtes Gut (Underlying) zu einem späteren Zeitpunkt, zu einem bestimmten Preis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put).

Geht es darum, das Gut am Laufzeitende zu Kaufen sprechen wir von einer Call-Option. Möchte man auf fallende Kurse setzen, und daher sich vorher mit einem bestimmten Strike Preis absichern, kauft man gewöhnlich Put-Option. Beim Underlying handelt es sich um ein handelbares Wertgut, wie z.B. Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen, Zinsen usw.

Der Inhaber einer Option ist berechtigt, zu einem bestimmten Zeitpunkt, dem sogenannten Laufzeitende, die Option zum Kauf oder zum Verkauf des Underlyings auszuüben. Der dabei festgelegte Preis nennt sich Strike Preis. Da man mit der Option ein Recht, aber keine Pflicht hat, diese auszuüben, muss man für dieses Möglichkeit eine Prämie zahlen. Diese Prämie nennt sich Optionspreis und lässt sich mathematisch bestimmen.

Eine Call-Option berechtigt zum Kauf, eine Put-Option berechtigt zum Verkauf des Underlyings.

Für den Handel mit Optionen ist es essentiell zu verstehen, wie der Aktienkurs an der Börse entsteht. Auch die Grundlagen über Aktien solltest du beherrschen, wenn du dich mit Optionen auseinandersetzen möchtest.

Was sind Call-Optionen und Put-Optionen?

Call-Option

Call-Optionnsschein: Kauf eines Gutes (Spekulieren auf steigende Kurse)
Bedeutung für den Stillhalter: Verkauf des Gutes zu vorher festgelegten Konditionen

Put-Option

Put-Optionen: Verkauf eines Gutes (Spekulieren auf fallende Kurse)
Bedeutung: Es ermöglicht dem Stillhalter den Kauf des Gutes zu vorher festgelegten Konditionen

 

Was bedeutet im Geld sein bzw. aus dem Geld?

Eine Option kann am Laufzeitende „im Geld“ oder „aus dem Geld“ sein. Die genaue Bedeutung ist abhängig davon, ob wir von einer Call-Option sprechen oder von einer Put-Option. Dadurch kann man die Begrifflichkeiten schnell durcheinander bringen.

Im Geld

Im Geld sein bezeichnet  eine Option, bei dem der Ausübungspreis günstiger ist als der Marktpreis.
Das bedeutet, dass bei einer

  • Call-Option der Ausübungspreis geringer ist als Marktpreis
  • Put-Option der Ausübungspreis höher liegt als der Marktpreis

Aus dem Geld

Aus dem Geld ist eine Option, mit  welcher der Inhaber bei Ausübung seines Rechtes keinen Gewinn machen würde.
Das bedeutet, dass bei einer

  • Call-Option der Ausübungspreis höher ist als der Marktpreis
  • Put-Option der Ausübungspreis niedriger ist als der Marktpreis

Am Geld

Am Geld ist ein Spezialfall am Laufzeitende der Option. Es bezeichnet Optionsen, wo der Ausübungspreis und der Marktpreis nahezu identisch sind.

Wie der Aktienkurs an der Börse entsteht – Angebot und Nachfrage

Optionen am Laufzeitende

Was passiert nach Ende der Laufzeit?

Nach dem Laufzeitende, in der Regel der 3.Freitag in einem Monat, sind Optionen nicht mehr handelbar, und auch nicht mehr auszuüben. Die Option ist am Markt verschwunden und das erkaufte Recht erloschen. Die Lieferung bei Ausübung einer Option erfolgt in der Regel physisch, entweder in Form von Aktien oder Futures. Bei Optionen, bei denen keine physische Lieferung möglich ist, wird stattdessen Geld geliefert.

Wann macht es Sinn, eine Option auszuüben?

Die Ausübung einer Option ist nur dann ratsam, wenn zum Laufzeitende ein finanzieller Vorteil für den Besitzer der Option entsteht, also durch den günstigeren Kauf – bzw. Verkaufspreis. Die Erklärung ist einfach: Sollte im Falle einer Call-Option das Underlying am Markt günstiger zu kaufen sein, oder im Falle eines Puts das Wertgut teurer zu verkaufen sein, würde die Ausübung keinen Sinn machen. Der Käufer würde die Option wertlos verfallen lassen.

Wann erfolgt der Break-Even bei Optionen?

Bei dem Kauf einer Option verschiebt sich der Break-Even immer um die Prämienzahlung. Also bei einem Call auf Strike + Prämienzahlung (das Underlying muss also soweit steigen, dass der Kurs höher ist als der Strike zzgl. Der bezahlten Prämie, um einen Gewinn mit der Option zu erwirtschaften) und bei einem Put Strike-Prämienzahlung (das Underlying muss also soweit fallen, dass der Kurs niedriger ist, als der Strike abzüglich der gezahlten Prämie um einen Gewinn mit der Option zu erzielen.
Die vorangegangene Erklärung bezieht sich auf das Laufzeitende einer Option (Verfallstag). Durch Kursveränderungen und weiteren Kennzahlen während der Laufzeit sind auch Prämienveränderungen bei den Optionen möglich und können somit ebenfalls zu Gewinnen bei vorzeitigem Verkauf führen.

Beispiel Put-Option: Auf einen Börsencrash setzen

Wenn du auf einen Börsencrash  spekulieren möchtest, dann kaufst du jetzt Put-Optionen. Eine Put-Option, die den Dax abbildet und ihren Strike Preis bei  10.000 Punkten beispielsweise am 18.05.2018 hat, würde aktuell sehr wenig kosten. Das liegt daran, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand zum Ausübungszeitpunkt den Dax mit einem Strike von 10.000 Punkten verkaufen würde. Sollte jetzt der Dax am  Verfallstag nur 8.000 Punkte Wert sein, hätte deine Put-Option einen immensen Wertgewinn. Die genaue Berechnung des Gewinnes je nach Kurs am Ausübungszeitpunkt erklären wir euch in einem separaten Artikel. Doch macht es überhaupt Sinn, auf einen Börsencrash 2018 zu setzen?

Häufig gestellte Fragen zu Optionen

Kann man mit Optionen mehr Geld verlieren, als man eingesetzt hat?

Wenn man die Optionen nur kauft, also Long ist, kann man maximal das eingesetzte Kapital verlieren.
Verkauft man Optionen, ohne diese vorher gekauft zu haben, ist theoretisch ein unbegrenztes Verlustrisiko vorhanden.

Wie kann man Optionen strategisch einsetzen?

Es gibt verschiedene Strategien mit Optionen Geld zu verdienen.

  • Direktionale Strategien
  • Korridorstrategien
  • Absicherungsstrategien
  • Marktneutrale Strategien
  • Powerstrategien
  • Discountstrategien
  • Einkommensstrategien
  • Langlaufende Strategien
  • Kurzlaufende Strategien

Warum haben Optionen keine WKN/ISIN?

Da es bei Optionen zu jedem Strike nur 2 Optionen gibt, nämlich einen Call und einen Put, setzt sich die Kennung aus den folgenden Sachen zusammen:

  • Name des Underlyings in seiner Kennung (z.B. FB für Facebook)
  • Optionstyp als Abkürzung (C für Call, P für Put)
  • Strike (Preis, zu dem die Option ausgeübt werden kann)
  • Laufzeit (genannt wird der Tag, an dem die Option verfällt)

Wie kommen die Preise von Optionen zustande?

Die Preise oder Prämien für die Optionen hängen ab vom Preis des Underlyings und dem Abstand zum Strike, vom Zeitwert, der Volatilität (Schwankungsanfälligkeit des Underlyings), und der Liquidität (wie viele Kontrakte gehandelt werden).

Mehr Wissen über das Handeln mit Optionen

Wenn du mehr darüber wissen willst, welche Bedeutung Optionen haben und die Frage Was sind Optionen im Detail beantwortet haben willst:

Aktienanalyse lernen – Methoden und Kennzahlen – wie findet man gute Aktien?

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2 Kommentare

  1. Du schreibst immer wieder Optionsschein, meinst aber wohl einfache Optionen. Da es zwei unterschiedliche Produkte sind, solltest du das Wort Optionsschein nur beim Vergleich Option vs. Optionsschein verwenden und nicht synonym.

    • Hallo Christian, vielen Dank für deinen Input. Ich habe den Fehler korrigiert und Optionsscheine in diesem Artikel durch Optionen ersetzt. Viele Grüße, Christopher

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