Crowdinvesting – Vorteile und Nachteile

EIne neue Anlageform fasst Fuss

Vorteile von crowdinvesting für Anleger

Die direkte Beteiligung an dynamischen, aussichtsreichen Startups (crowdinvesting) bietet diverse Vorteile. Die monetären Chancen habe ich bereits an anderer Stelle kurz erwähnt, es locken die Beteiligung an den jährlichen Gewinnen (wenn diese denn mal da sind), als auch ein Anteil am etwaigen Verkaufserlös des Unternehmens (wenn es einmal verkauft wird). Auch emotional ist es (zumindest für mich) abwechslungsreicher und interessanter als ein Investment in Aktien. Man ist „nah“ dran und kann direkt die Entwicklung des Unternehmens unterstützen.

Crowdinvesting birgt auch Nachteile

Zuerst ist die relativ lange Kapitalbindung zu erwähnen. Das Geld das du in ein Startup investierst, ist meist für relativ lange Zeit (5-10 Jahre!) gebunden. Das heißt im Klartext, wenn du schnell Geld brauchst (z.B. um ein Auto zu kaufen) kommst du nicht bzw. nur schlecht an dein Geld. Es entwickeln sich langsam Markplätze auf denen die Beteiligungen auch nach Ende der Crowdfunding Kampagne gehandelt werden können, sehr liquide sind diese Märkte bisher jedoch noch nicht (Stand Februar 2016).

Natürlich ist das größte Risiko, dass ein Startup in das du investiert hast „pleite“, sprich insolvent geht. In diesem Fall ist meistens das komplette Investment unwiederbringlich verloren. Oft haben die Startups die sich um Investments bewerben noch keine bzw. nur geringer Umsätze, hier ist die Insolvenzgefahr deutlich höher ist als bei etablierten, börsen-notierten Unternehmen (einen kurze Sicht auf das Thema Risiko findet sich hier). Wie schon an anderer Stelle erwähnt, sind daher auch die Bewertungen zu denen Crowdinvestments stattfinden oft höher als an der Börse.

Sinnhaftigkeit für Startups

Wieso gibt es so viele junge Unternehmen die sich Geld aus Crowdfunding Kampagnen besorgen? Diese Art der Finanzierung hat für Startups zahlreiche Vorteile. Oft können solche Finanzierungsrunden relativ schnell Kapital zur Verfügung stellen. Die Prozesse der Plattform sind etabliert, eingespielt und damit effizient. Viele Startups erhoffen sich außerdem die Hilfe Ihrer Crowdinvestoren (z.B. durch den Kauf der Produkte des eigenen Startups oder auch durch social media Unterstützung auf Facebook, Twitter etc.).

Komplexität für Startups

Crowdfunding hat auch einige Nachteile für die beteiligten Unternehmen. So müssen detaillierte Informationen zur Unternehmensentwicklung aufbereitet und regelmäßig zur Verfügung gestellt werden. Dies ist zum Einen zeitaufwendig, zum Anderen können wichtige Informationen eventuell an Konkurrenten gelangen.

Auch die Gesellschafterstruktur ist oft komplexer. Ich habe vor kurzen erlebt, wie eines meiner Startups versucht hat eine dringend notwendige Finanzspritze von einem zusätzlichen Investor zu bekommen. Der Investor hat gewisse Bedingungen gestellt, die „crowd“ hat diesen Bedingungen nicht zugestimmt. Ob das Unternehmen weiter existieren kann oder Insolvenz anmelden muss ist bisher noch nicht geklärt!

Crowdfunding bietet also sowohl für Investoren als auch für junge Unternehmen große Chancen. Diese innovative Art der Geldanlage hat sich mittlerweile in Deutschland etabliert und stellt eine echte Bereicherung des Anlagehorizontes dar. Wer sich über die Risiken und Chancen bewusst ist, wird sicherlich Spaß daran haben die eigenen Unternehmen wachsen zu sehen!

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