Ich AG

Finanzblogroll im Interview

*Gastartikel*

Wenn von einer Ich AG die Rede ist, dann ist keinesfalls eine Aktiengesellschaft gemeint. Die Bezeichnung Ich AG wurde 2003 mit dem Hartz II Gesetz umgesetzt, mit dem Ziel, Menschen eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit heraus zu ermöglichen.

Somit wurden Existenzgründungen vom Staat durch finanzielle Zuschüsse subventioniert. Der Name Ich AG stand also als Synonym für eine aus der Arbeitslosigkeit entstandene Selbständigkeit als Einzelunternehmer.

Im Jahr 2006 wurde die im Hartz II festgesetzte Ich AG wieder abgeschafft und durch den Gründerzuschuss ersetzt.

Kritik Ich AG

Letztendlich hat sich herausgestellt, dass die Idee des Langzeitarbeitslosenabbaus durch die Einführung der Ich AG in der Realität nicht funktioniert.

Es stellte sich heraus, dass anscheinend einige wichtige Merkmale nicht berücksichtigt wurden.

Zum einen bleibt die Frage ungeklärt, warum die potentiellen Gründer einer Ich AG in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind. Zugegeben, nicht jeder Arbeitslose hat Schuld an seiner Situation, dennoch wird der Großteil seinen Arbeitsplatz verloren haben, weil ihm die notwendigen Qualifikationen fehlen.

Qualifikationen die ein Selbständiger ohnehin aufbringen muss, damit er am Markt bestehen kann. Die Aufgaben und notwendigen Fähigkeiten eines Einzelunternehmers sind vielseitiger und bereichsübergreifender als die Tätigkeiten eines Arbeitnehmers.

Auch kann man davon ausgehen, dass die Ich AG dafür gedacht war, die Arbeitslosenzahlen zu drücken. Somit wurden viele neu gewonnene Existenzgründer in eine Art Scheinselbständigkeit gerückt. Ihr Unternehmen machte keine Umsätze, geschweige denn Gewinne. Die Existenzgründung diente in vielen Fällen dafür, dass ihnen der Zuschuss und somit mehr Geld gewährt wurde.

4/5 (1)

Bitte bewerte diesen Artikel von Finanzgrundlagen

Über Jakob 183 Artikel
Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*