Fake News Beispiele – Missstände unserer Gesellschaft

Der Kunde ist König - Interpretation dieses Sprichworts von Christopher Paprotka

Fake News machen die Runde. Sie sind interessant und sensationell. Oft kommen sie von einer Autorität wie Medien oder Influencern in den sozialen Medien und werden fleißig geteilt. Oder -wie in dem folgendem Beispiel- von einer Tageszeitung lokal und digital publiziert. Neutrale News zeigen klar und deutlich die Missstände unserer Gesellschaft aus.

Fake News Beispiele

Fake News wurde in einer Tageszeitung veröffentlicht

IHM WURDE GEKÜNDIGT
Gast (29) rastet vor Promi-Wurstbude aus
München – Ihm wurde gekündigt, dann rastete er völlig aus. Der Mann (29) rannte schreiend aus der Firma in der St-Martin-Straße, attackierte dann Passanten vor der Kult-Currywurstbude von Sternekoch Holger Stromberg.

Drei Streifen eilten gestern um 11.35 Uhr dorthin in die Balanstraße. Zeugen schilderten, dass der offensichtlich verwirrte Mann zunächst an der S-Bahnstation St-Martin-Straße Teile seiner Kleidung auf die Gleise warf und brüllte: „Ich bin der Teufel, der mächtigste Mensch der Welt! Ich habe meine Frau geschlagen.“
Auf dem Weg in Richtung des Imbisses sprang er laut Polizei dann einem Mann auf den Rücken. Einer Frau zerriss er die Hose.

Polizisten konnten ihn stoppen. Der Mann wurde in eine Klinik eingewiesen.

Quelle: https://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen/gast-rastet-an-strombergs-currywurstbude-aus-46163278.bild.html

Was wir Leser der News darüber denken?

Eine verrückte Geschichte. Sie zeigt die Missstände unserer Gesellschaft eindrucksvoll auf. Ein offensichtlich gefährlicher Mann erhielt eine Kündigung. Danach rastete er aus, attackierte unschuldige Passanten.

Die Gewalttat geschah vor einer prominenten Currywurstbude. Im Artikel der lokalen Tageszeitung wurde sogar Sternekoch Holger Stromberg abgebildet – clever in Szene gesetzt und beworben. Wie konnte ihm sein Gast so etwas nur antun?

Zurück zum Täter: Er hält sich also für den Teufel und den mächtigsten Mann der Welt. Er hat eigenen Angaben zu Folge seine eigene Frau geschlagen.

Die Wahrheit an dieser Fake-News

Die Wahrheit an dieser Geschichte interessiert eigentlich niemanden. Irgendein Verrückter eben, der mit Stress und Kündigung nicht umgehen konnte. Zum Glück konnte er gestoppt werden. Und an jeder Story ist etwas Wahres dran – sicherlich auch an dieser! Wir können lesen, uns daran erfreuen und dann glücklich weiterleben. Wir haben damit Nichts am Hut.

Doch Medien und Influencer können mit ehrlicher und gut recherchierten Artikeln ihren Teil dazu beitragen, über die Wahrheit zu schreiben. Sie tragen Verantwortung und können ihren Teil dazu beizutragen, den Missstand in unserer Gesellschaft aufzuzeigen.

Da wir diese Story zufällig Live miterlebt haben, haben wir es uns nicht nehmen lassen, den Täter und Zeugen selbst zu befragen. Es war wirklich interessant, das Ganze zu verfolgen, auch das was Wochen später geschah.

Nachweislich können wir heute folgende Fakten zu 100% festhalten:

  • der Gast war an diesem Tag gar nicht Gast in der besagten Currywurst-Bude
  • der Mann wurde eigentlich gar nicht gekündigt – er hat Monate später dann selbst gekündigt
  • der Mann hat seine Frau niemals geschlagen und hält sich gar nicht für den Teufel
  • die Tageszeitung wollte uns auf Nachfrage keine Informationen zu ihren Quellen geben

Der Hintergrund nach dieser Geschichte

Unmittelbar nach seiner angeblichen Kündigung wurde dem Täter mitgeteilt, dass eine Zusammenarbeit seitens des CEO nicht mehr gewünscht wäre.  Die Personalchefin ergänzte, dass sich die Kollegen  nach der grausamen Tat vor einer weiteren Begegnung fürchten. Trotzdem hat es sich das Unternehmen nicht nehmen lassen, den Täter zu bitten, dass er sein Wissen an einen Nachfolger vollständig und korrekt übergeben solle. Im Gegenzug wurde versprochen, dass man ihm einen fairen Aufhebungsvertrag anbietet und man sich schließlich noch in die Augen schauen möchte.

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Der Konsenz zäher Verhandlungen: Es ist für das Unternehmen am allerwichtigsten, dass er sein Know-How bitte verantwortungsbewusst an seinen Nachfolger übergeben muss. Danach können sie über einen fairen Aufhebungsvertrag sprechen.

Ein paar Wochen später waren die Aufgaben erledigt. Dem laut BILD Zeitung bereits gekündigten Mitarbeiter wurde dann vom Leiter Arbeitsrecht, dem eingearbeiteten Nachfolger und der Personalchefin in einem einzigen Moment und unvorbereitet gebeten, einen sofort wirksamen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben. Er versuchte zwar, dies zu verhindern, doch ihm wurde eine Bedenkzeit von nur 3 Tagen aus Kulanz gegeben – danach könne ansonsten für nichts garantieren.

Welch eine Drohung! Ob er danach wohl wieder durchgedreht ist?

Ach egal, interessiert ja doch niemanden. Wir sind alle bloß Unbeteiligte!

Definition Fake-News

Was ist diese Fake-News noch wert? Eine Erklärung

Dank einiges an Zufall konnten wir euch also zwei Versionen einer Geschichte präsentieren, wo sich bei allen Beteiligten und Unbeteiligten sicherlich weitere Variationen und andere Versionen im Umlauf befinden. Doch warum werden Fake-News eigentlich geschrieben?

Diese Fake-News hatte durchaus einen Wert (Nutzen) für bestimmte Beteiligte:

  • Die Polizei konnte den Täter stoppen und es war öffentlich bewiesen, dass sie ihrer Verantwortung gerecht wurden. Steuergelder lohnen sich also doch! Wir haben also ein gutes Gefühl gewonnen.
  • Die Tageszeitung konnte einen Sternekoch nebenbei erwähnen. Beziehungspflege!
  • Der Arbeitgeber hat es sich nicht nehmen lassen, auf den unabhängigen Online-Artikel zu verweisen
    • Medien v.a. die BILD sind eine zuverlässige und seriöse Quelle – keine weiteren Fragen wurden gestellt
    • Alle Kollegen wurden umgehend von der unmittelbaren Gefahr seitens des Täters gewarnt

Welche Verantwortung haben Medien nach dem Pressegesetz?

Zugegeben, das Pressegesetz ist schon etwas Älter und berücksichtigt keinesfalls erfolgreiche Blogger oder Influencer von Instagram oder Youtube. Diese besitzen mittlerweile eine äußerst große Reichweite und haben die Möglichkeit, den gewöhnlichen Leser von Artikeln und News zu beeinflussen. Rechtlich dürften sie aber für Fake-News nicht belangt werden können. Doch die Grundsätze davon sind eindeutig und auf jedermann übertragbar. Auch für Facebook-Postings von einem normalen privaten Account, und eine gewisse Moral und Anstand dürfen wir von jedem Menschen erwarten.

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Bayerisches Pressegesetz (BayPrG) 

Artikel 3 des bayerischen Pressegesetz (BayPrG) besagt:

  1. Die Presse dient dem demokratischen Gedanken.
  2. Sie hat in Erfüllung dieser Aufgabe die Pflicht zu wahrheitsgemäßer Berichterstattung und das Recht, ungehindert Nachrichten und Informationen einzuholen, zu berichten und Kritik zu üben.
  3. Im Rahmen dieser Rechte und Pflichten nimmt sie in Angelegenheiten des öffentlichen Lebens berechtigte Interessen im Sinn des § 193 des Strafgesetzbuchs wahr.

Ist ein rechtliches Vorgehen gegen  Fake-News möglich?

Wir erinnern uns an die Quellen, die der Artikel verwendete: Die subjektive Empfindung von Zeugen (z.B. könnte das Zitat dem Zeugen falsch in Erinnerung geblieben sein, der Mitarbeiter der Currywurst-Bude könnte den Gast mit einem anderen Gesicht verwechselt haben. Und der Polizeibericht ist ein offizielles Protokoll – da darf ja gar nichts falsch drin stehen. Auch die nachweislich nicht durchgeführte Kündigung – immerhin Titelzeile der News und der Grund der grausamen Tat – wurde vermutlich falsch aufgenommen, nachdem ein Mitarbeiter des Unternehmens mit der Polizei über die möglichen Gründe des Täters gesprochen hat. Ein Missverständnis in der Kommunikation – kann passieren. Keine der Falschinformationen wäre ein Vorsatz rechtlich nachzuweisen. Ein rechtliches Vorgehen ist zwar grundsätzlich immer möglich, wahrscheinlich oftmals aber wenig sinnvoll.

Fazit Beispiele von Fake-News

Aus unserem Beispiel bleibt lediglich ein mulmiges Gefühl über die Missstände unserer Gesellschaft. Und ein bleibender Eindruck über das unsittliche Verhalten des Täters. So eine Fake-News kann ja auch schnell die Runde machen: Wenn man zufällig die Zeitung oder den Online-Artikel gelesen hat, konnte man diese Geschichte schnell weiter erzählen, vor allem wenn man einen persönlichen Bezug zum Täter hatte. Egal ob es ein Nachbar war, ein Kollege, die Familie, Freunde oder Bekannte – eine Fake-News ist oftmals viel interessanter als der eigentliche Hintergrund einer verrückten Geschichte.

Die Quellen sind schließlich verlässlich und man tratscht nur das weiter, was man gelesen oder gehört hat. Und keiner könnte sich anmaßen, eine besondere Verantwortung übernehmen zu müssen.

Wir möchten mit unserem Fake News Beispiele zeigen, dass wir als Blogger bitte alle gerne zweimal hinschauen, nachfragen und recherchieren. Wenn wir über ein Thema schreiben, dann stets mit bestem Wissen und Gewissen.

Wir sollten uns über das, was wir schreiben und tagtäglich kommunizieren, voll im Klaren sein. Lieber ein bisschen neutraler und nicht so reißerische Überschriften. Eine eigene Einschätzung soll anhand von eigener Expertise und Erfahrungen, oder zuverlässigen Quellen untermauert werden können. Denn wenn man nachhaltig erfolgreich werden will, gehört mehr dazu, als Click-Baiting zu betreiben.

Ein Artikel muss zwar nicht immer gleich Fake-News sein, aber sie sollte möglichst fehlerfrei und ohne Übertreibung geschrieben werden – mit bestem Wissen und Gewissen. Und das ist unsere Philosophie von Finanzgrundlagen – gerade wenn es um Geld-Themen geht.

Wenn du auf unserem Blog Fehler entdeckst, schreibe uns gerne. Denn wir sind  auch nur Menschen – und wenn wir einen Fehler gemacht haben, dann berichtigen wir ihn gerne.

Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Fragen und Hintergründe zum Thema Fake-News:

  • Auf welche Fake-News bist du bisher reingefallen, und hast diese dann selbst weitererzählt?
  • Bist du Redakteur, Blogger oder Influencer? Welcher Verantwortung bist du dir bewusst?
  • Missstände in unserer Gesellschaft: Wo stehen wir in Deutschland Anfang 2018?

Über Planung, Ziele und dem langen Weg erfolgreiche Bloggerin zu werden (Lara, 22)

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