Finanzielle Freiheit erreichen – über passives Einkommen und Sparen

Das Ziel der finanziellen Freiheit ist für jedermann erreichbar

finanzielle Freiheit - Sparquote

Es klingt zu schön um wahr zu sein, oder nicht? Nicht mehr arbeiten zu müssen und einfach nur das Leben genießen. Ein cooles Auto fahren, Reisen, Hobbys nachgehen und einfach das zu machen, worauf man Lust hat. Finanzielle Freiheit ist ein Traum vieler Menschen.

Jeder kann finanzielle Freiheit erreichen

Ja, jeder! Und ich rede hier nicht vom Lottogewinn oder einem Erbe. Finanzielle Freiheit wird einem nicht geschenkt. Man muss diszipliniert mit seinem Geld haushalten und geduldig sein. Finanzielle Freiheit ist kein Mysterium. Sie ist vielmehr eine Mischung aus einem bewussteren Umgang mit Geld und guten Investitionen. Der Rest ist nur eine Frage der Zeit, bis das Geld sprichwörtlich für uns arbeitet.

Der erste Schritt zur Freiheit: Ausgaben und Kosten senken

Aller Anfang ist schwer. Erst wenn man sich der Kosten bewusst wird, kann man Einsparpotentiale ausfindig machen. Es ist motivierend zu sehen, wie sich Kosten im Zeitverlauf nach unten entwickeln und das gesparte Geld steigt. Man merkt schnell, dass man keine wesentlichen Einschränkungen verspürt. Ein Haushaltsbuch hilft dabei, eine gewisse Disziplin bei den Ausgaben zu erlangen. Sobald du deine Sparquote optimiert hast, kannst du damit anfangen, das Geld für dich arbeiten zu lassen.

Eine hohe Sparquote wirkt sich gleich doppelt so gut auf unser Ziel aus.

Der zweite Schritt zur finanziellen Freiheit: Passives Einkommen

Wenn das Geld für dich arbeitet und sich vermehrt, hast du passives Einkommen erlangt. Damit du dieses Ziel erreichst, musst du dein Geld sinnvoll und risikodiversifiziert anlegen. Mit etwas Geduld und Disziplin, ist das passive Einkommen eines Tages hoch genug, dass du davon leben kannst. Die Grundregeln des Investierens sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Klingt immer noch zu schön, um wahr zu sein? Überzeuge dich selbst. Der Weg zur finanziellen Freiheit ist für jeden machbar.

Nur wer sinnvoll investiert, kann eine nachhaltige Rendite erzielen

Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten
Finanzielle Freiheit bedeutet von passiven Einkommen zu leben

Die Voraussetzungen zur finanziellen Unabhängigkeit

Finanziell unabhängig… also bist du ein Millionär? Du hast viel geerbt? Du spielst Lotto? Diese Frage wird mir manchmal gestellt, wenn ich von meinem Bestreben erzähle, von meinem passiven Einkommen zu leben. Das bedeutet, dass ich nicht mehr arbeiten muss, sondern nur noch das tue, weil ich arbeiten will. Die Unterscheidung anhand dieser beiden Phrasen hat einen immensen Einfluss auf mein persönliches Wohlbefinden. Etwas tun zu müssen liegt auf meiner Unbehaglichkeitsskala nur knapp hinter „Nötigung“.

In diesem Artikel möchte ich daher auf die Idee und das Konzept der finanziellen Freiheit eingehen. Das spannende daran ist, dass man dazu kein Millionär sein muss. Auch als Durchschnittsverdiener lässt sich das Ziel erreichen.

Definition der finanziellen Freiheit

Finanzielle Freiheit bedeutet, dass man alleine durch passives Einkommen und den Ersparnissen leben kann. Das heißt nicht, dass man in Saus und Braus leben kann. Man ist nicht mehr von einem Arbeitgeber abhängig und genießt vielmehr seine erlangte Freiheit.

Die Definition enthält drei wesentliche Aspekte

  1. Arbeit (im klassischen Sinne) ist nicht erforderlich.
  2. Ein passives Einkommen sichert den Lebensstandard.
  3. Ersparnisse können, müssen aber nicht aufgebraucht werden.

Der Kerngedanke hinter dem Ziel der finanziellen Freiheit

Die Definition beinhaltet einen Kernaspekt, der nicht direkt genannt wird aber entscheidend ist. Er lässt sich am besten wie folgt beschreiben:

Wenn du 10% deines Einkommens sparen kannst, musst du neun Jahre arbeiten, um ein Jahr zuhause bleiben zu können.

Wenn du 30% deines Einkommens sparen kannst, musst du sieben Jahre arbeiten und kannst dann 3 Jahre zuhause bleiben!

Der Zeitpunkt, wann die finanzielle Freiheit erreicht ist, ist immer abhängig von Einnahmen und Ausgaben. Freilich klingt das trivial, aber die Sparquote hat einen derart massiven Einfluss auf die Zeit, dass man es gar nicht oft genug betonen kann.

Das bedeutet insbesondere: theoretisch ist das Einkommen irrelevant für die Betrachtung. Ob jemand 1.500 EUR oder 3.000 EUR monatlich verdient ist unerheblich, wenn beide nur 10% ihres Einkommens sparen. Sie brauchen beide genauso lang, bis sie finanziell unabhängig wären.

Wichtig: Derjenige, der 3.000 EUR verdient und so lebt, wie derjenige, der 1.500 EUR verdient, ist bedeutsam schneller finanziell unabhängig.

Finanzielle Freiheit
Ein Leben lang abhängig von Arbeit sein? Es geht auch anders: Erreiche die finanzielle Freiheit!

Zusammenhänge bei der finanziellen Freiheit

Arbeitsjahre vs. Sparquote – Sehen wir uns das direkt anhand eines Beispiels an. Wir wollen wissen wie lange wir bei einer gegebenen Sparquote arbeiten müssten, bis wir einzig durch die Erträge auf unser gespartes und angelegtes Vermögen in der Lage sind, ohne weitere Erwerbstätigkeit zu leben. Die Erträge müssen also mindestens genau so hoch sein, wie unsere monatlichen Ausgaben. Als Rendite nehmen wir zunächst 3% an, was einer überaus konservativen Geldanlage entspricht. Weitere Rendite-Szenarien mit 3,5% und 4% sind ebenfalls denkbar.

Zusammenhang Sparquote und Arbeitsjahre bei 3% Rendite
Zusammenhang Sparquote und Arbeitsjahre bei 3,5% Rendite
Zusammenhang Sparquote und Arbeitsjahre bei 4% Rendite

(Nach rechts oder links klicken für weitere Szenarien)

 

Wie wird das Diagramm interpretiert?

Angenommen man spart 10% seines Einkommens und kann es permanent zu genau 3% Rendite anlegen, dann dauert es stolze 78 Jahre, bis man finanziell unabhängig wäre. Eine utopische Zahl, ganz klar. Kann man allerdings 50% sparen, sind es nur noch 24 Jahre bis zur finanziellen Freiheit. Wohlgemerkt: bei einer sehr konservativen Rendite von 3%. Würde man 4% ansetzen, wären es bei 50% Sparquote nur noch 18 Jahre!

Aus diesen Gründen ist eine hohe Sparquote so immens wichtig.

Eine etwas höhere Sparquote kann sich gleich doppelt so gut auf unser Ziel auswirken. Oder anders: Mehr Sparen ist besser als mehr Einkommen! Eine hohe Sparquote bewirkt einerseits, dass wir mehr Geld investieren können und dadurch mehr Rendite erwirtschaften. Gleichzeitig bedeutet eine hohe Sparquote auch, dass wir unsere Ausgaben im Griff haben und weniger Geld zum Leben brauchen. Dadurch erreicht man das Ziel früher, da weniger passives Einkommen notwendig ist, bis man seine Ausgaben damit gedeckt hat.

Übrigens: die durchschnittliche Sparquote in Deutschland beträgt nicht einmal 10%.

Finanzielle Freiheit
Arbeit muss nicht der Mittelpunkt des Lebens sein – Finanzielle Freiheit erlangen

Kritische Betrachtung zur finanziellen Freiheit

Die Rendite

Es wird unterstellt, dass eine konstante Rendite von netto 3% erzielt wird. Nach heutigem Stand muss man dazu eine Bruttorendite von 4,07% erzielen, da Vater Staat der Ansicht ist, dass eine private Altersvorsorge auf eigene Faust mit einer Kapitalertragssteuer von insgesamt 26,375% bestraft wird. Dennoch ist eine konstante Rendite von 3% pure Theorie. In der Regel steigen die Dividenden im Lauf der Zeit, was bedeutet, dass unser eingesetztes Kapital immer höher verzinst wird.

Bei Anlagen am Kapitalmarkt sind derartige Renditen im langfristigen Bereich jedoch durchaus erzielbar, da spreche ich aus Erfahrung.

Ferner wird unterstellt, dass sich der Wert der Kapitalanlage nicht erhöht hat. Das ist völlig unrealistisch, gerade in Hinblick auf die langen Anlagehorizonte. Jede positive Wertentwicklung bedeutet schließlich, dass wir zusätzliches Kapital für den Konsum entnehmen können.

Fehlende Inflation

Die Berechnung unterstellt, dass das Preisniveau konstant bleibt. Es ist aber unrealistisch, dass Ausgaben nominal konstant bleiben. 1000 EUR heute, sind in 30 Jahren bei einer Inflation von 2% nur noch 552 EUR wert. ABER: Das Einkommen steigt im Idealfall ebenso stark an, dadurch bleibt die Sparquote auch in Zukunft konstant. Ob wir 1500 EUR verdienen und 450 EUR (30%) sparen, oder 2000 EUR verdienen und 600 EUR sparen, macht keinen Unterschied. Zudem sind Investitionen am Kapitalmarkt, insbesondere in Aktien, eine sehr elegante Art, mit der Inflation umzugehen. Die Inflation entsteht aufgrund höherer Preise, die schließlich die Unternehmen für ihre Waren verlangen. Da das Unternehmen dadurch aber auch mehr Geld einnimmt, partizipieren wir als Anteilseigner ebenfalls daran. Mit anderen Worten: durch die Investition in Aktien hat man einen eingebauten Inflationsschutz.

Ewigkeitsannahme

Manchen mag eine ganz große Besonderheit bereits aufgefallen sein: Was passiert eigentlich mit dem gesparten Geld? Die Berechnung unterstellt lediglich, dass wir von den Zinsen, also den Erträgenleben. Wir unterstellen in der Berechnung, dass wir unser angespartes Vermögen nicht aufbrauchen, wir würden es dann in Gänze vererben. Es liegt auf der Hand, dass man noch früher finanziell unabhängig wäre, wenn man Geld aus dem Kapitalstock entnähme. Doch aufgepasst: Jede Entnahme führt natürlich auch zu geringeren zukünftigen Zinsen, wodurch kontinuierlich immer mehr Geld entnommen werden müsste. Wer meine Excel-Tabelle zur Berechnung gerne haben möchte, kann sich gerne in den Kommentaren melden!

Die Rente

Die Berechnung berücksichtigt nicht die gesetzliche Rente, die wir irgendwann einmal erhalten. Zwar würde die Rente geringer ausfallen, wenn man nicht die vollen Beitragsjahre einzahlt, aber es käme dennoch etwas zusätzliches Geld in die Kasse.

Finanzielle Freiheit
Finanzielle Freiheit genießen und mehr vom Leben haben.

Mein Fazit zur finanziellen Freiheit

Finanzielle Freiheit ist kein Mysterium.

Sie ist vielmehr eine Mischung aus einem bewussteren Umgang mit Geld (Sparen) und einer guten Investition. Der Rest ist nur eine Frage der Zeit, bis das Geld sprichwörtlich für uns arbeitet. Wer für sich sagen kann, dass er in seinem Job glücklich ist und sich nichts Schöneres vorstellen kann, braucht keine finanzielle Freiheit anzustreben. Wer hingegen das Leben anders gestalten möchte, es aber nicht kann, weil er in Abhängigkeit vom Job lebt, sollte sich mit dem Konzept auseinandersetzen.

„Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten“ – John D. Rockefeller

Was ist deine Meinung über finanzielle Freiheit?

Jüngst berichtete Focus Online über Madame Moneypenny, die speziell Frauen rund um das Thema finanzielle Freiheit aufklärt, und einige beachtliche Erfolge vorzuweisen hat. Wie es ist, sein eigener Chef zu sein, kannst du in diesem Artikel nachlesen.

Jedermann kann dieses Ziel erreichen. Klingt die Idee der finanziellen Freiheit für dich realistisch? Wo siehst du Hürden? Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht?

Ich freue mich auf deine Kommentare und Erfahrungen.

4.8/5 (10)

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3 Kommentare

  1. Hey,
    ich habe mal eine Frage an euch Profis. Ich möchte unbedingt mit dem Traden anfangen und suche gerade nach dem richtigen Broker. Ich möchte gerne CFDs traden. Hier wurde mir Plus500 empfohlen. Würdet ihr das auch empfehlen? Oder einen anderen? Brauche unbedingt einen Broker mit dem ich auch profitabel sein kann. Danke im Voraus.

    • Hallo Lukas, was ist Plus500 überhaupt? Ich kenne das nur aus der Werbung. Vielleicht kannst du mir mehr darüber erzählen…

  2. Hallo Christopher,

    …“in Aktien hat man einen eingebauten Inflationsschutz…“ genau so sehe ich das auch. Den Effekt einer langfristigen Geldanlage, insbesondere dass ja auch die Dividenden in der Regel weiter ansteigen, hast du gut heraus gearbeitet. Ich selbst merke das auch bei meinem Vermögensaufbau. So plane ich was realistisch zum Jahresende an Einkünften / Sparraten etc. zusammen kommen sollte. Praktisch sieht es aber so aus, dass es schneller geht, als erwartet.

    Grüße an den Zinseszinseffekt
    Thomas

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