Kindergeld und Kinderfreibetrag – Was sie 2018 wissen müssen

Kindergeld oder Kinderfreibetrag
Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Kindergeld und Kinderfreibetrag – Höhe 2018

Förderung von Familien ab dem 1.Kind

Das Kindergeld und der Kinderfreibetrag sind für Eltern von großer Bedeutung. Was sich 2018 verändert hat, und was sie beim Beantragen von Kindergeld beachten müssen, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel auf. Im zweiten Teil gehen wir insbesondere auf den Kinderfreibetrag ein. Egal ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag, Sie beantragen die staatliche Unterstützung bei der Familienkasse.

Was Sie alles beim Kindergeld und Kinderfreibetrag beachten müssen

Als Eltern aufgeweckter Sprösslinge haben Sie sicher viel Freude an Ihren Kindern, richtig? Wunderbar – das ist die schöne Seite. Sicherlich haben Sie bereits festgestellt, dass Kinder die eigenen Finanzen gravierend beeinflussen. Die gute Nachricht ist, dass der Staat Familien mit Kindern in vielfältiger Weise unterstützt. Die Förderung von Familien soll für einen gewissen finanziellen Ausgleich sorgen. Dazu steht Ihnen auf der Lohnsteuerkarte u.a. der Kinderfreibetrag zur Verfügung. Wie sehen die genauen Regelungen aus? Wodurch unterscheiden sich diese Leistungen Kinderfreibetrag und Kindergeld?

Kindergeld beantragen

Einen Antrag auf Kindergeld beantragen Sie auch 2018 bei der zuständigen Familienkasse. Der Antrag Kindergeld muss schriftlich erfolgen. Er ist an Ihre Familienkasse zu richten. Sie finden die Antragsformulare und Vordrucke für Ihr Kindergeld auch im Internet unter www.familienkasse.de.

Höhe des Kindergeldes 2017 und 2018 im Vergleich

Die Höhe des Kindergeldes variiert je nach Anzahl der Kinder und wird jährlich um wenige Euro angepasst.

Das Kindergeld beträgt 2018 für das erste Kind 194 Euro pro Monat. Der selbe Betrag gilt auch für das 2.Kind. Sollten Sie 3 Kinder haben, erhalten Sie für das 3.Kind 200 Euro und damit insgesamt 588 Euro pro Monat überwiesen.  Ab dem 4.Kind erhalten Sie 225 Euro pro Monat.

Im Vergleich zu 2017 erhalten Sie im Jahr 2018 jeden Monat 2 Euro pro Kind mehr Kindergeld. 
Die genauen Beträge 2018 im Vergleich zu 2017 finden Sie übersichtlich in folgender Tabelle aufgestellt:

2017

2018

1.Kind

192 Euro

194 Euro

2.Kind

192 Euro

194 Euro

3.Kind

198 Euro

200 Euro

4.Kind und jedes weitere

223 Euro

225 Euro

Antrag auf Kindergeld – Sie haben bis zu 4 Jahre Zeit

Den Antrag auf Kindergeld können Sie tatsächlich auch Monate oder sogar Jahre nach der Geburt eines Kindes beantragen. Sie brauchen sich also keine Sorgen machen, denn Sie haben ausreichend Zeit. Es ist also kein Problem, wenn der Antrag nicht sofort gestellt wird. Erst vier Jahre nach Entstehung des Kindergeldanspruchs ist ein rückwirkender Antrag für diese alten Bezugszeiträume nicht mehr möglich.

Es wurde bereits angekündigt, dass sich diese großzügigen Fristen zukünftig verändern werden. Der Grund ist, dass Betrug präventiv vermieden werden soll. In allen Fällen ist es ratsam, dass sie sich im 1.Jahr ihres Kindes mit dem Thema beschäftigen, und einen Antrag auf Kindergeld bei der Familienkasse einreichen.

https://www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kindergeld

Wer hat noch Anspruch auf Kindergeld?

Eltern oder sonstige Erziehungsberechtigte, wie Großeltern oder Pflegeeltern, Adoptiv- oder Stiefeltern haben Anspruch auf das Kindergeld. Dies gilt für Kinder, die in den Familienhaushalt aufgenommen wurden. Grundsätzlich müssen Sie in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben. Sofern Sie von Ihrem Ehegatten getrennt leben, erhält nur derjenige das Kindergeld, in dessen Haushalt das Kind lebt.

Wie lange bekommt man Kindergeld?

Das Kindergeld wird für alle Kinder von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr gezahlt. Danach wird das Kindergeld weiterhin gezahlt, wenn Ihr Kind sich in der Berufsausbildung oder in einem Studium befindet. Anspruch auf Kindergeld hat man auch bei Arbeitslosigkeit, z.B. wenn das Kind vorübergehend keinen Ausbildungsplatz hat, oder nach der Berufsausbildung keinen Arbeitsplatz findet.

Kindergeld erhalten Sie auch dann, wenn sich Ihr Kind in einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst oder einem anderen anerkannten Freiwilligendienst befindet.

Spätestens mit der Vollendung des 25. Lebensjahres Ihres Kindes ist Schluss mit dem Kindergeld. Eine Ausnahme gibt es, wenn Ihr Kind behindert ist und sich nicht selbst unterhalten kann, sofern die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.

Sofern Ihr Kind den gesetzlichen Wehr- oder Zivildienst ableistet, wird das Kindergeld für die Anzahl dieser Monate über das 25. Lebensjahr hinaus weiter gezahlt. Allerdings hat diese Regelung eine immer geringere Bedeutung, weil der Wehrdienst bereits 2011 ausgesetzt wurde.

Kinderfreibetrag reduziert die steuerliche Belastung

Der Kinderfreibetrag reduziert Ihre steuerliche Belastung. Das bedeutet, dass Sie einen bestimmten Geldbetrag steuerfrei verdienen dürfen. Sie zahlen also in dieser Höhe keine Einkommensteuer.

Kinderfreibetrag – Bedeutung und Erklärung

Der Kinderfreibetrag setzt sich aus dem Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbetrag zusammen. Das sogenannte sächliche Existenzminimum spielt ggf. zusätzlich eine Rolle. Diese Beträge werden im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen, so dass sich die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Einkommensteuer reduziert. Sofern sich das Kindergeld jedoch letztlich günstiger auswirkt, verbleibt es bei dieser Zahlung.

Das Finanzamt prüft selbständig, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für Sie besser ist.

Höhe des Kinderfreibetrags 2018

Der jährliche Kinderfreibetrag setzt sich 2018 wie folgt zusammen:

2017

2018

Existenzminimum

4716 Euro

4788 Euro

Bedarf an Betreuung, Erziehung und Ausbildung

2640 Euro

2640 Euro

Gesamt Kinderfreibetrag

7356 Euro

7428 Euro

Der Kinderfreibetrag kann sich bei Ihnen unterschiedlich auswirken, je nachdem, wie hoch Ihre steuerliche Belastung ist. Der Kinderfreibetrag wird anteilig für die betreffenden Monate berechnet, wenn Ihr Kind nicht zum Jahresbeginn, sondern im laufenden Jahr geboren wird.

Der Freibetrag für Ihr Kind wird bis zur Vollendung das 18. Lebensjahr bzw. bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres berücksichtigt. Grundsätzlich besteht ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag für den gleichen Zeitraum, wie Ihr Anspruch auf Kindergeld.

Übertragung des Kinderfreibetrags

Sofern Sie als Eltern getrennt leben oder geschieden sind, steht ihnen der Kinderfreibetrag grundsätzlich je zur Hälfte zu. Allerdings kann ein Elternteil beantragen, dass der auf den anderen Elternteil entfallene Kinderfreibetrag auf ihn selbst übertragen wird.

Dies ist dann möglich, wenn der andere Elternteil seine Verpflichtung zum Kindesunterhalt nicht ausreichend nachkommt. Der Kinderfreibetrag kann dann insgesamt auf den beantragenden Elternteil übertragen werden. Der Freibetrag kann auch auf Großeltern oder ein Stiefelternteil übertragen werden, wenn das Kind dort in den Haushalt aufgenommen wurde. In diesen Fällen ist Ihre Zustimmung als Eltern erforderlich.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Die spannende Frage lautet: Ja oder nein zum Kinderfreibetrag? Sie können nur entweder das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten. Ihnen steht immer das zu, was für Sie finanziell vorteilhafter ist. Zunächst wird also immer das Kindergeld an Sie als anspruchsberechtigte Eltern ausgezahlt. Sie müssen den Kindergeldantrag daher in beiden Fällen stellen. Das gilt auch dann, wenn von vorher bereits feststeht, dass der Kinderfreibetrag für Sie günstiger ist.

Eine weitere gute Nachricht lautet: Das Finanzamt errechnet für Sie im Rahmen der Günstigerprüfung beim Einkommensteuerbescheid das für Sie finanziell vorteilhaftere Ergebnis. Dies geschieht seitens des Finanzamtes selbstständig. Daher müssen Sie hierfür keinen gesonderten Antrag stellen.

Grundsätzlich gilt, dass der Kinderfreibetrag bei einem Alleinstehenden ab einem zu versteuernden Einkommen in Höhe von ca. EUR 30.000 von Vorteil ist, bei Verheirateten ab ca. EUR 60.000. Bei der Berechnung Ihrer Kirchensteuer und Ihres Solidaritätszuschlags wird der Kinderfreibetrag abgezogen, so dass eine Günstigerprüfung hier nicht erfolgt.

Fazit zum Artikel Kinderfreibetrag

Durch das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag greift der Staat Familien kräftig unter die Arme. Zunächst ist immer das Kindergeld zu beantragen, das monatlich ausgezahlt wird. Sofern sich bei der jährlichen Einkommensteuerveranlagung herausstellt, dass der Kinderfreibetrag für Sie vorteilhafter ist, wird dieser stattdessen selbständig vom Finanzamt angesetzt.

Sparen für Familien – Ausgaben für Baby & Kind senken

Weitere Ratgeber rund um das Thema Sparen

4.74/5 (35)

Bitte bewerte diesen Artikel von Finanzgrundlagen

Über Christopher 31 Artikel
Christopher (31) ist Autor von Finanzgrundlagen. Wenn du mir eine Nachricht schreiben willst, kontaktiere mich in den sozialen Netzwerken oder schreibe mir eine Mail an cp@finanzgrundlagen.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*