Wasser sparen durch Regenwassernutzung

Regenwassernutzung

Wasser ist ein kostbares Gut. Das macht sich auch auf der Wasserrechnung deutlich bemerkbar. In vielen Gemeinden werden die Kosten für das Abwasser ebenfalls am Wasserverbrauch festgemacht. So kommt jeder Kubikmeter Wasser gleich doppelt teuer. Deutschland ist bei den Wasserpreisen weltweit einer der Spitzenreiter. Wasser zu sparen ist zwar eine gute Idee, doch nur bis zu einem gewissen Grad wirtschaftlich machbar. Da kommt die Regenwassernutzung ins Spiel, denn dieses Wasser kommt kostenlos vom Himmel. Oft mehr als uns lieb ist.

Begrifflichkeiten und rechtlicher Status

Wusstest du, dass die Begrifflichkeit auf der Wasserrechnung ein Hinweis auf den rechtlichen Status deines Wasserversorgers ist? Wird das Wasser nach Preisen abgerechnet, handelt es sich um einen privaten Versorger, der als GmbH oder AG handelt. Hier werden sowohl für den Wasserpreis als auch für die Grundgebühr der Wasserversorgung sieben Prozent Mehrwertsteuer fällig.

Ist der Wasserversorger öffentlich-rechtlich organisiert, werden meist Gebühren erhoben. Diese Gebühren sind befreit von der Mehrwertsteuer. Etwas verwirrend ist lediglich die Wahlfreiheit der öffentlich-rechtlichen Versorger. Sie dürfen ebenfalls Preise erheben, die dann wieder der Mehrwertsteuer unterliegen.

Deutschland Spitzenreiter bei Wasserkosten

Die Deutschen sparen zwar sehr viel Wasser, unter anderem durch Regenwassernutzung, sie zahlen aber auch Spitzenpreise. Durchschnittlich kostet ein Kubikmeter Wasser etwas über 1,90 Euro. Mit stetig steigender Tendenz. Wobei einige Regionen bereits an den 2,50 Euro schrammen, während andere kleine Gemeinden teilweise noch unter einem Euro für den Kubikmeter Wasser verlangen. Damit du zu den Spitzenreitern beim Wassersparen gezählt werden kannst, zeigen wir hier einige Möglichkeiten der Regenwassernutzung.

Regenwasser sammeln – Kosten senken

Je nach Größe der Dachfläche kommt eine Menge kostenloses Wasser vom Himmel. Wenn du die Größenordnung der Regenwassernutzung ungefähr abschätzen möchtest, kannst du die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge für deinen Wohnort mit der Quadratmeterzahl der Dachfläche multiplizieren. Bei einem Schrägdach darfst du jedoch nicht die Quadratmeterzahl der Dachpfannen anrechnen, sondern nur ungefähr die Grundfläche des Hauses. Im Juli 2017 kamen beispielsweise in Hamburg üppige 109 Liter kostenlosen Wassers vom Himmel. Im ganzen Jahr 2016 waren es etwa 738 Liter in Hamburg.

Selbst bei einer kleinen Dachfläche auf einem Wintergarten oder einer Terrassenüberdachung von beispielsweise 20 Quadratmetern könntest du über das Jahr eine Wassermenge von 14.760 Litern gewinnen. Das sind immerhin fast 15 Kubikmeter, die du nicht auf der Wasserrechnung hast. Beim kompletten Haus mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern wären es sogar 73.800 Liter, also fast 74 Kubikmeter. Allerdings kannst du derartige Mengen zum einen nicht lange speichern und zum anderen lässt sich das Regenwasser nicht als Trinkwasser verwenden. Es sei denn, du investierst in eine teure Filteranlage.

Grüner Daumen mit Regenwasser

Die meisten Pflanzen wissen die Mühe zu schätzen, die du dir mit dem Wasser machst. Sie gedeihen besser, wenn sie mit natürlichem Regenwasser gegossen werden. Positiv bemerkbar macht sich die Wirkung der Regenwassernutzung besonders in einem Gewächshaus. Du wolltest immer schon einen perfekten Rasen, der robust alle Angriffe durch Fußballtraining und Gartenpartys übersteht? Dann verwende in jedem Fall Regenwasser zum Sprengen.

Zum einen ist das Regenwasser nicht so kalkhaltig also hart und zum anderen ist garantiert kein Chlor enthalten. Daher ist die Nutzung von Regenwasser für den Gartenteich und einen Naturpool ideal. Ein Gartenpool, der durch die Vegetation gefiltert wird, muss wegen der Verdunstung häufig mit frischem Wasser nachgefüllt werden. Durch das Regenwasser wird dieser Kreislauf weit weniger belastet als bei der Verwendung von Leitungswasser. Der Preisvorteil dieser Regenwassernutzung ist dann nur ein netter Nebeneffekt.

Tipp: Wichtig ist aber, nur Regenwasser für die Pflanzen oder den Teich zu verwenden, das von einem sauberen unbelasteten Dach stammt. Wurde das Dach mit einer Beschichtung versehen, ist es nicht zu empfehlen, dieses Wasser zu verwenden. Auch stark bemooste Dächer sollten nicht zur Wassergewinnung genutzt werden. Durch Metallverbindungen, die aus Zink- oder Kupferdächern ausgeschwemmt werden, kann die Umwelt geschädigt werden. Ebenfalls schädlich sind Bitumenabdichtungen oder Teerpappe. Hier können im Laufe der Zeit Biozide freigesetzt werden.

Regenwassernutzung mit dem Wassertank im Garten

Mit verschiedenen Wasserspeichern lässt sich im Garten eine Menge Wasser als Vorrat lagern. Damit Wassertank oder Zisterne jedoch frostsicher sind, wird eine gewisse Tiefe benötigt. Die andere Variante wäre ein isolierter oberirdischer Tank. Der ist jedoch teuer und unwirtschaftlich. Daher bieten die Hersteller ihn hierzulande kaum an. Selbst eine Zisterne ist bereits ein Rechenexempel im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Rechnung.

Zisterne oder Regentonne?

Eine Zisterne ist die effektivste Methode der Wasserspeicherung. Doch ein großer Regenwasserbehälter, der im Garten vergraben wird, wirft hohe Kosten auf. Das lohnt sich nur, wenn das Wasser auch für die Toilettenspülung eingesetzt werden soll oder du mindestens eine kleine Gärtnerei hast, die bewässert werden muss. Die einfachere Lösung ist eine Regentonne. Wenn du viele Pflanzen oder den kompletten Garten bewässern möchtest, kannst du an jedem Fallrohr eine Regentonne aufstellen.

Praktisch ist diese Variante natürlich nicht. Die Regentonne muss mindestens vor dem Winter entleert und gereinigt werden. Da die Regentonne im Winter durch Frost beschädigt werden kann, sollte sie während der kalten Jahreszeit kopfüber aufgestellt werden. Das heißt aber auch, dass dann in dieser Zeit kein Regenwasser zur Verfügung steht. Pflanzenliebhaber hätten jedoch sicherlich auch im Winter gern weiches Wasser für ihre Blumen.

Kosten für den Regenwassertank

Die günstigsten Varianten für Zisternen beziehungsweise Regenwassertanks bekommst du schon ab etwa 500 Euro. Das mag sich zunächst wenig anhören, doch der Einbau und die Verrohrung musst du noch hinzurechnen. Das kann dann leicht noch einmal die gleiche Summe sein. Außerdem haben diese kleineren Zisternen lediglich ein Fassungsvermögen von 1.000 bis 2.000 Litern. Richtige große Wassersammeltanks von 6.000 Litern Fassungsvermögen kosten hingegen etwa ab 1.500 Euro. Auch hier kommen der Einbau und die Verrohrung noch dazu.

© Markus Daams / Flickr.

Regentonnen – kostenlos oder stylish

Inzwischen gibt es eine riesige Bandbreite an stylishen Regentonnen. Diese wirken wie alte ägyptische Amphoren oder griechische Säulen. Die Regentonne muss längst nicht mehr den Stil oder die Dekoration deines Gartens oder der Terrasse ruinieren. Manche dieser schönen Regenauffangbehälter sind allerdings nicht ganz billig. Die günstigere Variante sind normale grüne Regentonnen, die es dennoch bereits mit praktischem Unterstand gibt. So kannst du die Gießkanne unter den Auslauf der Tonne stellen und musst nicht mehr das Wasser oben aus der Tonne schöpfen.

  • Regentonne circa 200 Liter – einfach grün – eckig oder rund – etwa 20,00 Euro
  • Weinfass 225 Liter – geöffnet und geölt – Holz – etwa ab 140,00 Euro
  • Wasserspeichersäule 360 Liter – Kunststoff in Sandsteinoptik – verschiedene Farben – etwa 170,00 Euro
  • Regentonne mit Pflanzschale als Deckel 220 Liter – Kunststoff in Granitoptik – etwa 120,00 Euro
  • Amphore Regentonne 210 Liter – Kunststoff Terracotta – etwa 70,00 Euro
  • Zubehör Regensammler / Regendieb für Fallrohr – verschiedene Modelle meist um 20,00 Euro

Gänzlich kostenlos kann es werden, wenn du in der Nähe eines Hafens oder einer Fabrik wohnst, die Kunststofftonnen für den Lebensmittelbereich nutzt. Hier werden oft ausgemusterte Tonnen umsonst abgegeben, die als Wasserspeicher für den Garten immer noch gute Dienste leisten. Mit etwas Efeu oder einer Reetmatte drum herum sieht man die unschöne Kunststofftonne dann gar nicht mehr.

Tipp: Sollte dir im Winter doch einmal eine Regentonne durch den Frost undicht werden, kannst du sie als Hochbeet nutzen. Dazu werden noch einige weitere Löcher in etwa zehn Zentimeter Höhe vom Boden aus gesehen hineingebohrt, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Besonders Tomaten und andere Pflanzen, die ein höheres Wärmebedürfnis haben, wachsen hier sehr gut. Auffüllen kannst du die Tonne mit deinem Gehölzschnitt und den anfallenden Gartenabfällen. Natürlich sollten diese Pflanzen im Hochbeet immer mit deinem guten günstigen Regenwasser gegossen werden.

Regenwasser im Haus nutzen – wie geht das?

Die Regenwassernutzung kann bei der Toilette fortgesetzt werden. Allerdings unterliegt dies in Deutschland wieder strengen Regeln. Beispielsweise muss oft für das eigene Regenwasser eine Wasseruhr angeschafft werden, damit die Kosten für das Abwasser berechnet werden können. Während das Toilettenwasser nicht keimfrei sein muss, ist das bei der Waschmaschine oder Dusche schon anders. Hier müssen eventuell spezielle Filter installiert werden, die wiederum Kosten für Wartung und Unterhaltung aufwerfen.

Trinkwasserverordnung und Sicherheitseinrichtungen

Als Hausbesitzer musst du sicherstellen, dass Regenwasser nicht mit Trinkwasser vermischt werden kann. Soll das Regenwasser also in der Toilette verwendet werden, muss diese Zuleitung farblich gekennzeichnet werden. Außerdem muss durch eine regelmäßige Wartung die hygienische Unbedenklichkeit sichergestellt werden. Sinnvoll ist es in jedem Fall eine solche Regenwassernutzungsanlage von einem erfahrenen Installateur einbauen zu lassen.

So bist du auf der sicheren Seite, was die Einleitung in die Kanalisation betrifft. Hier müssen für das Regenwasser normalerweise ebenfalls die Abwassergebühren gezahlt werden. Allerdings machen der Einbau und die laufenden Kosten für die Wartung und Reinigung den Einbau einer Regenwassernutzungsanlage oft sinnlos im Hinblick auf die Kostenersparnis. Die zusätzlichen Wasseruhren für die Berechnung des Abwasseranteils der Gebühren müssen regelmäßig geeicht werden, was ebenfalls Kosten aufwirft.

Regenwassernutzung in Waschmaschine und Dusche

Um das Regenwasser in der Dusche zu nutzen, würde ein spezielles Filtersystem oder schlimmstenfalls sogar der Zusatz von Chlor nötig sein. In dem Regenwasser können sich Keime befinden, die im warmen Wasser Legionellen verbreiten können. Daher ist die Nutzung für den Duschbereich in der Regel unwirtschaftlich und nicht unbedingt zu empfehlen.

Bei der Waschmaschine sieht es etwas besser aus, grob gefiltert werden muss das Wasser aber auch hier. Während zwar beim Waschen bei hohen Temperaturen zunächst die Keime getötet werden, könnten sie sich beim Spülvorgang mit kaltem Wasser dennoch in der Wäsche festsetzen. Vorteilhaft ist der geringere Verbrauch von Waschmittel durch das weiche kalkfreie Wasser, das außerdem die Waschmaschine schont. Gesundheitlich angeschlagene Personen sollten beim Waschen auf die Regenwassernutzung verzichten und doch lieber das teurere Leitungswasser verwenden.

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