Haus Kaufen – Worauf alles achten? Über Baujahr und Tipps beim Immobilienerwerb

Immobilien Tipps und Haus Kauf Grundlagen Baujahr
In diesem Artikel findest du einen allgemeinen Überblick und Wissenswertes zum Immobilienerwerb. Wie wichtig ist das Baujahr beim Haus Kauf und worauf muss man sonst noch alles achten?

Ein Immobilienkauf ist eine ganz große Investition – egal ob man das Haus Kaufen zum Selbstbezug oder als Investment sieht, die Risiken und Chancen sind stets die selben. Wie auch bei den Aktien gilt beim Kauf des eigenen Hauses: Es ist essentiell, vorher genügend Wissen zum Thema aufzubauen – meist findet man im Freundeskreis einen Experten, der sich durch eigene Erfahrung und Vertrauen eine gewisse Reputation aufgebaut hat.

Wer keinen Experten kennt, kann sich gerne auch hier in den Kommentaren an uns und anderen Lesern mit Fragen wenden. Worauf muss man beim Immobilien Kauf alles achten? Der wichtigste Faktor neben der Einschätzung der eigenen Finanzsituation und der Entscheidung ob man die Zeit für die Sanierung und/oder Vermietung der Immobilie aufbringen kann, ist die Bewertung der Immobilie

  • Passt ein Eigenheim Kauf überhaupt zu mir oder sollte ich lieber mieten?
  • Wie viel ist das Haus oder die Eigentumswohnung eigentlich Wert? Vorsicht bei vermeintlichen Schnäppchenhäusern!
  • Kann ich vorher die möglichen Sanierungskosten und die Substanz der Immobilie (vgl. Baujahr) mit Hilfe von eigenem Immobilien Know-How oder dem vertrauenswürdigen Freund bzw. Freundin gut genug einschätzen?
  • Kenne ich alle Kaufnebenkosten meines geplanten Investment-Vorhabens?

Tipps für den Erwerb einer eigenen Immobilie – Haus kaufen

Der Kauf einer Immobilie ist kein alltägliches Geschäft und darüber hinaus sehr kostspielig. Deshalb sollte die Anschaffung eines Gebäudes, aber auch eines Grundstücks sehr gut überlegt und vorbereitet werden. Dazu ist es vorerst unbedingt erforderlich, dass man die marktüblichen Preise für die bevorzugte Immobilienart genauestens kennt.

Hauskauf von Privat – Ohne Makler Immobilie kaufen

Denn gerade wenn ohne Makler verkauft wird, gestalten die Hausbesitzer die Preise nicht selten zu ihren Gunsten. Informationen diesbezüglich können unter anderem beim Bauamt der Gemeinde, bei verschiedenen Immobilienmaklern, mit Hilfe von Zeitungs- und Onlineanzeigen sowie durch ein Befragen der Bekannten, Verwandten und Nachbarn, die erst kürzlich eine vergleichbare Immobilie erworben haben, eingeholt werden.

Bei der Ermittlung des Preises spielt letztendlich nicht nur der tatsächliche materielle Wert des Gebäudes eine Rolle, sondern auch die Lage, die vor Ort befindliche Infrastruktur, der derzeit übliche Marktpreis sowie die Quadratmeterpreise für das Grundstück.

Ein Haus in einer Gegend, in der ein Supermarkt, eine Postfiliale, eine Schule, ein Kindergarten, ein Schwimmbad und diverse Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung vorhanden sind, ist in der Regel bei gleicher Bauqualität und Ausstattung sehr viel teurer als ein Haus in einem abgelegenen Dorf ohne nennenswerter Infrastruktur.

Hat man sich einen Überblick über die derzeit am Markt üblichen Preise verschafft und diesbezüglich festumrissene Vorstellungen, was das Traumhaus kosten darf und was nicht, so sollte man sich dennoch bei der Immobiliensuche ausreichend Zeit gönnen und sich vor voreiligen Entschlüssen hüten.

Schnäppchenhäuser kaufen – Wie komme ich günstig zu meinem Eigenheim?

Diesbezüglich ist es besser, ein paar Häuser zu viel besichtigt zu haben, als sich zu früh für eines der erstbesten Gebäude zu entscheiden. Auch sollte man sich durch etwaige Hinweise seitens des Maklers, dass sich noch sehr viele andere Menschen für das Haus interessieren, nicht aus der Ruhe bringen und sich in diesem Fall auch nicht zu einer Entscheidung drängen lassen, die man letztendlich bereuen wird.

Wie viel darf Ihre Immobilie – ihr Eigenheim – maximal kosten?

Auch sollte man sich von einem zu hohen Preis nicht irritieren lassen, sondern das Haus auch dann besichtigen, wenn die im Exposè angegebenen Anschaffungskosten das Budget um bis zu 20.000 Euro übersteigen. In den meisten Fällen kann das Haus selbst dann heruntergehandelt werden, wenn anfangs glaubhaft versichert wird, dass eine Preissenkung auf Grund der hohen Qualität grundsätzlich nicht möglich wäre.

Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert, ein vorerst niedrigeres Angebot zu unterbreiten und abzuwarten, wie der Verkäufer darauf reagiert. Wenn wirklich ein sehr großes Interesse an einer bestimmten Immobilie besteht, so sollte als letzter Schritt vor dem großen Ereignis ein fachkompetenter Gutachter mit der Abschlussbesichtigung des Hauses beauftragt werden.

Ein Fachmann sieht oftmals sehr viel mehr als ein Laie und mitunter werden auf diese Art und Weise bislang verborgen gebliebene Mängel aufgedeckt, die den Kaufpreis noch einmal ordentlich nach unten drücken können. Außerdem kann der Käufer durch diese Maßnahme sicher sein, nicht zu viel für die Immobilie bezahlt zu haben.

Ist man gewillt, das Haus unbedingt zu dem Preis zu kaufen, der den individuellen Vorstellungen und dem persönlichen Budget entspricht, so sollte man dies dem Verkäufer in aller Deutlichkeit vermitteln und diesbezüglich eine angemessene Bedenkfrist setzen.

Mieten oder kaufen – Was ist tatsächlich besser?

Die Bedeutung des Baujahrs beim Hauskauf

In welchem baulichen Zustand sich eine Immobilie befindet, ist nicht zuletzt auch vom jeweiligen Baujahr abhängig. Diesbezüglich ist festzustellen, das oftmals Mängel existieren, die für ein bestimmtes Baujahr an und für sich typisch sind. Kennt der potenzielle Käufer das Entstehungsjahr der Wunschimmobilie, so hat er genügend Anhaltspunkte, um auf Grund dessen das Risiko realistisch einschätzen zu können.

Baujahr eines Haus zu Beginn des 20.Jahrhunderts

Häuser, die um die Zeit der Wende in das 20. Jahrhundert , beziehungsweise bis in die 20er Jahre hinein erbaut wurden, besitzen an und für sich eine solide Bausubstanz. Allerdings sind bei solchen Häusern sehr häufig die Rohre, die Elektroinstallation sowie die Heizungsanlagen veraltet.

Mittel zur Schallisolierung und zur Wärmedämmung waren in der damaligen Zeit noch gänzlich unbekannt. Außerdem sind die Keller dieser Häuser, insofern überhaupt ein solcher vorhanden ist, zumeist nicht besonders gut abgedichtet, auf Grund dessen Feuchtigkeit in das Innere eindringen kann.

Des Weiteren verfügen die Häuser über kein ausreichendes Fundament und wurden demnach nicht selten auf dem blanken Lehmboden errichtet. Während in den 20er Jahren noch ausreichend Baustoff zur Verfügung stand, war es mit dem Häuserbauen in den 30er und 40er Jahren im wahrsten Sinne des Wortes weitaus schlechter bestellt.

So verwendete man die noch zur Verfügung stehenden Werkstoffe sehr sparsam und auch die Bauweise war sehr einfach und blieb auf das Nötigste beschränkt. Da oftmals aus Holzmangel Sommer- statt dem üblichen Winterholz verbaut wurde, sind die Holzkonstruktionen nicht selten von Schädlingen befallen.

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Baujahr von Immobilien in der Nachkriegszeit

Häuser, die in der Vorkriegs- und Nachkriegszeit gebaut wurden, könnten auch Mängel an der Statik aufweisen. Ab der Mitte der 50er Jahre wurden die Häuser wieder allmählich besser und der Materialnotstand hatte ein Ende.

In dieser Zeit wurde auch über eine geeignete Schalldämmung nachgedacht. Der allgemeine Innovationsdrang hatte jedoch auch negative Folgen. So wurden vermehrt giftige Holzschutzmittel, Asbeste, lungengängige Mineralwolle sowie teerbelastete Baustoffe verbaut. Außerdem wurden die Bäder mit Ölfarbe gestrichen. Auch hinsichtlich der Bauphysik gibt es etliche Mängel zu beklagen.

In den 60er Jahren konnte schließlich die Bauphysik deutlich verbessert werden. Die Keller dieser Häuser bestehen hauptsächlich aus Beton. Außerdem wurden Drainagen gelegt, um das Innere des Hauses trocken zu halten. Darüber hinaus kam nun auch die Wärmedämmung und der Schallschutz in Mode. Die giftigen Bausubstanzen Bausubstanzen wurden jedoch nach wie vor weiterverwendet.

Baujahr 1970 und 1980 – Haus mit viel Beton?

In den 70er und 80er Jahren wurde besonders viel Beton verbaut. Allerdings hatte dies nicht selten Bauschäden zur Folge, da dadurch Wärmebrücken entstanden. In den 80er Jahren spielte die Haustechnik sowie die Bauphysik eine immer größere Rolle und auch der Schallschutz und die Wärmedämmung wurden verbessert, auch wenn diese frühen Methoden mit den Schall- und Wärmeschutzmaßnahmen der heutigen Zeit nicht vergleichbar sind. Dennoch wurden gefährliche Stoffe wie Asbest und gesundheitsschädliche Holzschutzmittel noch weit bis in die 80er Jahre hinein verwendet.

Immobilien mit Baujahr 1990 bis zur Jahrtausendwende

Die Häuser, die ab den 90er Jahren erbaut wurden, erfüllen sehr häufig den Anspruch, besonders energiesparend konstruiert zu sein. Heutzutage existieren bereits so genannte Passivhäuser, in denen das Heizen nahezu überflüssig geworden ist. Die Fenster sind ausgesprochen gut isoliert und die Häuser werden mit speziellem Isolierputz verputzt oder aber von vornherein mit Kunststoffplatten vor einem etwaigen Wärmeverlust geschützt.

Asbest ist längst verboten und auch die Holzschutzmittel enthalten nicht mehr jene giftigen Chemikalien. Zur Oberflächenbehandlung des Holzes wird jedoch nicht selten Farbe verwendet, die auf der Nanotechnologie basiert.

Fazit Tipps zum Haus Kaufen und dem Baujahr

Ich hoffe, ihr habt einen Einblick in die Thematik Haus Kaufen bekommen, und wie wichtig es ist, genügend Wissen zu erlangen. Ich persönlich habe in den vergangenen 3 Jahren insgesamt 3 Immobilien erworben. Viele Freunde gratulieren mir zum Immobilienerwerb. Doch am Ende ist es ein Investment, und ich weiß heute noch nicht, welche Überraschungen auf mich warten. Alle Immobilien waren in einem Zustand, der sofort vermietbar war. Das war mir extrem wichtig, weil ich nicht die besten Fähigkeiten für eine Sanierung mitbringe.

Daher kommt für mich eine Immobilie mit Baujahr <1990 eher weniger in Frage. Während die beiden letzteren um die Jahrtausendwende gebaut wurden, und potenziellen Mietern auf den ersten Blick überwiegend gefielen, war die erste Eigentumswohnung eine 70m² Pärchen Wohnung in München. Da kann man sich nun mal sicher sein, dass sie vermietet werden kann. Nachdem ich in dieser Wohnung selbst fast 4 Jahre gewohnt habe, war ich mir sicher, dass es eine gute Investition war – und habe es bis heute nicht bereut.

Doch gerade wenn man ein Schnäppchen erwerben will, oder auf den schnellen Gewinn aus ist, muss man besonders hohes Immobilien Know How besitzen. Für diejenigen, die Schnäppchenhäuser kaufen möchten, empfehle ich den nachfolgend verlinkten Artikel. Ansonsten wünsche ich allen Interessenten beim Hauskauf gutes Gelingen und das nötige Quentchen Glück.

Schnäppchenhäuser kaufen – Wie komme ich günstig zu meinem Eigenheim?

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7 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag zum Thema Immobilienerwerb. Es ist wichtig, dass man sich vor dem Kauf sehr genau über den Preis informiert. Wie bereits erwähnt, kann der Kauf ohne einen Makler die Preise erhöhen, sodass ich für den Kauf mit einem Makler vorschlagen würde. Als ich mich im Internet darüber informieren wollte, bin ich auf einen Immobilienmakler gestoßen, der mein Interesse geweckt hat: http://www.hofmann-immobilien.at/unternehmen

  2. Da ich ein sehr vorsichtiger Mensch bin, in allen Bereichen, bin ich das natürlich auch vor dem Erwerb eines Hauses. Ich habe bereits ein Haus im Auge, möchte aber vor dem Erwerb eine Gebäudebewertung durchführen lassen, um evtl. Spielraum für Verhandlungen zu schaffen. Sie selbst sagen ja, dass man die üblichen Immobilienpreise kennen sollte, da man sonst leicht über den Tisch gezogen werden kann.

  3. Mein Onkel überlegt sich ein Passivhaus zu kaufen. Er hat aber auch noch ein Objekt in Sicht was 2001 erbaut wurde. Ich wusste gar nicht, dass die Rohre bzw. die Elektroinstallation sowie die Heizungsanlagen veraltet sein können. Er lässt es gerade von einem Gutachter durchschauen.

  4. Vielen Dank für Ihre Tipps zum Thema Erwerb einer eigenen Immobilie. Ich habe bereits einige Ihrer Ratschläge verfolgt, u.a. was mein maximales Budget für ein Kauf betragen sollte. Außerdem ist Ihr Tipp sehr beruhigend, dass man die Anschaffungskosten durch ein runterhandeln des Gesamtpreises ausgleichen kann. Ich benötige im Moment einen Rechtsanwalt für Immobilienrecht, der mir Falle eines Kaufs dabei behilflich sein kann, einen Grundbucheintrag zu vollziehen.

  5. Nach langer Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ein Eigenheim eine sehr gute Investition in die Zukunft ist. Sie haben Recht, ein Kauf sollte wohl überlegt sein und man sollte zuvor die Preise vergleichen, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Da ich aber sehr wenig Zeit habe, werde ich mich nach einem Immobilienmakler umschauen.

  6. Vielen Dank für diese informativen Beitrag zum Thema Hauskauf. Es ist wichtig, vor dem Kauf des Hauses auf viele Details zu achten, wie z.B. Mängel an dem Objekt oder die aktuellen Preise pro Quadratmeter. Hierfür kann es sich lohnen, verschiedene Immobilienangebote heranzuziehen und diese miteinander zu vergleichen.

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