Was ist Influencer Marketing – Auf wessen Kosten wird bei diesem Trend echtes Geld verdient?

In dieser Grafik wird das Influencer Marketing in seine Teile aufgegliedert, z.B. World of Mouth, Brand, Media, etc.
Influencer Marketing als neue Teildisziplin - World of Mouth

Hast du bereits von den YouTubern Gronkh, BibisBeautyPalace, Julien Bam oder Dagi Bee gehört? Die großen Musik- und Fußballstars kennt jeder, aber wie siehts mit Lisa und Lena aus? Oder „nhitastic“ und „carodaur“ auf Instagram?

Was haben diese Personen bzw. diese Accounts gemeinsam? Sie alle sind bekannte Influencer und damit Vertreter des gehypten Trends des Influencer Marketings.  Aufgrund ihrer starken Präsenz und ihrer großen Anzahl an Followern in den sozialen Netzwerken sind sie gefragt. Sie haben ihre eigene Bühne geschaffen, eine Nachfrage erzeugt und sind interessant. So interessant, dass sie von Agenturen und  Brands nachgefragt werden.

Sollen sie als Werbeträger fungieren und uns Verbraucher beeinflussen?

Oder sollen sie ganz authentisch bleiben und nebenbei ein Produkt erwähnen?

Viele Influencer verdienen mehrere Tausend Euro für einen Auftrag – Die meisten von Ihnen haben sich dieses Geld auch redlich verdient. Doch das trifft nicht auf alle zu. Und auf welche Kosten gehen diese Werbeausgaben eigentlich? Denn schließlich muss irgendjemand für diese Leistung bezahlen. Eine Werbeleistung, die nicht immer als Werbung ersichtlich ist.

Angeblich kann jeder von uns Influencer werden und damit richtig gutes Geld verdienen. Und das bekommen immer mehr Menschen mit, auch welche die alles für Geld machen würden. Sie können besonders gut so tun als ob, und wenn sie das einigermaßen beherrschen, dann werden auch sie von Werbetreibenden gebucht. Vielleicht sind sie sogar interessanter, als die echten authentischen Influencer? Möglicherweise sind sie nicht so zickig, sie stellen weniger Forderungen. Vielmehr gehen sie auf die Bedingungen des Auftraggebers – meistens eine Agentur –  ein, und erfüllen ihr möglicherweise jeden Wunsch. Als Belohnung winkt schließlich eine Stange Geld.

In diesem Artikel beleuchten wir mit Hilfe unserer Erfahrungen mit unserem Blog und jahrelanger Berufserfahrung im Online-Marketing das Trend-Thema der Influencer. Ich habe schon viele anregende Diskussionen und verschiedenste Meinungen zu diesem Thema gehört. Es ist alles erlaubt: Wir freuen uns auf euer Feedback und eure Meinung zum Thema Influencer Marketing in den Kommentaren oder in unserer Facebook Marketing Gruppe.

Definition Influencer

Beim Influencer spielt die Psychologie des Überzeugens eine wichtige Rolle. Denn der Begriff Influencer kommt aus dem Englischen to influence: beeinflussen. Influencer dienen als Multiplikatoren und Meinungsführer und erreichen eine große Reichweite. In der Literatur Influence: Science and practice stellt der Autor Cialdini 6 populäre Verkaufsthesen auf. Wie und in welcher Form werden wir überhaupt beeinflusst?

  1. Social Proof
  2. Gegenseitigkeit
  3. Verpflichtung
  4. Gefallen
  5. Autorität
  6. Verknappung

Diese Thesen traf Cialdini 2001 durch experimentelle Studien sowie dem Austausch mit Verkäufern, Investoren, Werbetreibenden und Marketers. Sie alle beschäftigen sich intensiv mit dem Thema Marketing und verfügen über breite Kenntnisse, wie Werbung eigentlich funktioniert. Doch welche Bedeutung haben diese 6 Thesen:

Menschen neigen dazu, Gefälligkeiten zu erwidern. Auf eine positive Weise geht es um eine instinktive Handlung „wie du mir, so ich dir“. Gib etwas und bekomme dafür etwas zurück. Influencer geben durch ihre Leistung zu informieren oder uns zu unterhalten. Dafür haben sie nun etwas gut bei uns – unterbewusst.

Cialdini sagt, wir haben ein tiefes Verlangen konsequent zu sein. Und da kann uns eine subtile Handlungsaufforderung durchaus beeinflussen. Dabei lassen wir uns eher von Menschen beeinflussen, welche wir persönlich mögen. Follower vertrauen dem Influencer und halten viel von ihm oder ihr. Wir verspüren eine gewisse Gehorsamkeit gegenüber autoritären Menschen.

Social Proof – Menschen suchen Orientierung

Laut Cialdini betrachten wir ein Verhalten für richtig, wenn wir dieses bei anderen beobachten. In den sozialen Netzwerken, ist dieser Social Proof durch Likes, Follower und Kommentare als Zahl transparent ersichtlich. Diese Zahlen und Kommentare der Fans beeinflussen uns.  Sie lassen uns glauben, dass diese Personen über mehr Expertise verfügt. In den meisten Fällen ist dieses Vertrauen gerechtfertigt. Der Influencer dient uns als Vorbild.

Quelle: https://www.webclay.ch/

Wikipedia Definition

„Mehreren Studien zufolge kann man durch das gezielte Ansprechen und Instrumentalisieren einflussreicher Einzelpersonen ein breiteres Publikum erreichen als mit herkömmlichen weit und beliebig gestreuten Werbemaßnahmen.

So gelten laut einer international durchgeführten Studie rund 4,6 Mio. Konsumenten in Deutschland als Influencer.“

Hinweis: Unseren eigenen Studie zufolge sehen wir die Anzahl der Influencer in Deutschland bei etwa 75.000

„Sie haben gemein, dass sie sich mit den Marken, denen sie auf Social Media folgen, identifizieren und auf sozialen Plattformen besonders aktiv und stark vernetzt sind. Gewinnt der Vermarkter einen Menschen, der in mehreren sozialen Netzen hohes Ansehen genießt und dort viele „Freunde“ und „Follower“ hat, verkauft sich das Produkt über den wirksamen Mechanismus der Mundpropaganda. Unternehmen setzten Influencer also gezielt für Marketing- und Kommunikationszwecke ein um eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen.“

Quelle: Wikipedia

Influencer können Politiker, Sportler, Journalisten, Blogger, Youtuber, Prominente und Schauspieler sein, die stark in sozialen Netzwerken tätig sind und eine hohe Anzahl an Follower haben. Das Marketing durch den Einsatz von Influencern nutzt das Vertrauensverhältnis dieser Leitfiguren zu ihrem Massenpublikum aus.[5][6]

Was haben Influencer gemeinsam?

Sie haben eine riesige Zahl Follower bzw. Abonnementen in den sozialen Netzwerken.

  • Gronkh: 4,6 Millionen
  • Lisa und Lena: 4,8 Millionen
  • BibisBeautyPalace: 4,5 Millionen
  • Julien Bam: 4,2 Millionen
  • Dagi Bee: 3,5 Millionen
  • carodaur: 1,1 Millionen
  • nhitastic: 0,5 Millionen

Diese eben genannten Zahlen sind die Follower in Millionen  und das nur auf einen einzigen Kanal bezogen. Die bekannten YouTuber nutzen ebenfalls Instagram.

Was haben diese Leute noch gemeinsam? Sie sind aufgrund des Themas ihres Kanales sowie der Anzahl der Follower ideale Werbefiguren und haben damit bekannte Vertreter eines neuen Marketing-Zweigs: dem Influencer Marketing

Influencer Marketing Kosten sind gering

Wie funktionierte Werbung bisher? Wir sehen Werbung im Fernsehen, auf Internetseiten, in Zeitungen und Zeitschriften, auf der Straße oder hören Sie im Radio. Es gibt unzählige Formen und Arten von Werbung, aber bei den klassischen Varianten wird sehr viel Geld verbrannt für die (Nicht-)Erreichung einer Zielgruppe.

Denn schon in der ersten Vorlesung hat jeder BWL-Student gelernt: Jeder zweite Marketing-Euro ist komplett verlorenes Geld.

Zudem sind Sendeplätze im Fernsehen bekanntlich  sehr teuer und der Werbespot muss aufwändig produziert werden. Für eine Vielzahl an Produkten sind klassische Werbeformen gut geeignet, weil die Zielgruppe sehr groß ist und der Streuverlust somit gering ausfällt. Waschmittel oder Essen braucht jeder. Anders siehts bei neuen Produkten aus oder wenn ein Start-Up kostengünstig seine Brand aufbauen möchte.

Junge Generation als Zielgruppe beim Influencer Marketing

Bereits bei Kosmetik fängt das Problem an: die Zielgruppe beschränkt sich im Wesentlichen auf Frauen und je nach Produkt auf Frauen in einem bestimmten Alter und eines bestimmten Typs. Über die klassischen Werbekanäle wird es immer schwieriger diese junge Generation zu erreichen. Sie schaut nicht mehr so häufig fern (Analyse RTL Aktie), sondern ist viel lieber und nahezu immer im  im Internet unterwegs: Facebook, Instagram, YouTube und Co.

Über die Zeit haben sich YouTube-Kanäle mit beachtlicher Reichweite entwickelt. Warum ist das so? Weil Sie authentisch sind – oder es waren. Bevor Geld eine Rolle spielte. Eben vor der Zeit des Influencer Marketings.

Die YouTuber sind sozusagen die guten Freunde, die man sympathisch, lustig und glaubwürdig findet.

Sie erzählen von ihrem Leben und geben selber Tipps fürs Leben, Beziehungstipps, Schmink- und Modetipps, Kauftipps oder machen Comedy.

Wer nicht in der betroffenen Zielgrupppe ist, sollte mal nachfragen. Wer älter ist und bereits junge, erwachsene Kinder hat, fragt diese einfach mal, ob die Namen bekannt sind. Sie sind es. 

Die Werbeindustrie hat die Zeichen der Zeit schon lange erkannt.

„Anna verfolgt viele Beauty-Kanäle, etwa den von DagiBee. ‚Die sind alle in unserem Alter. Dann macht das noch mehr Spaß, denen zu folgen‘, sagt die 15-Jährige. Viele Tipps, die sie online erhält, nimmt sie an. ‚Die Jacke habe ich nachgekauft, ebenso wie die Uhr und die Schuhe‘, sagt Anna und zeigt auf ihre schwarze Jacke, die mit Nieten besetzt ist.“ (Heise)

Sämtliche großen YouTuber sind in Vermarktungsagenturen organisiert oder arbeiten regelmäßig mit diesen zusammen: TubeOne, Mediakraft oder inSocial Media. Für die Industrie ist der Bekanntheitsgrad bares Geld wert, denn wo sonst hat man die Möglichkeit Hunderttausende der passenden Zielgruppe zu erreichen? Nur wer sich schminken will, schaut sich Schminkvideos an. Nur wer an Mode interessiert ist, schaut sich Modevideos an.

Kritik an Influencer: Schleichwerbung auf YouTube und Instagram

Bei vielen Videos verschwimmen die Grenzen zwischen authentischer Produktempfehlung und schlichter Werbung. Schleichwerbung ist das Phänomen, mit dem man auf YouTube und Co. alltäglich konfrontiert wird, in Videos werden Produkte direkt genannt oder verglichen – wie neutral das Resultat ist bleibt offen. Oder es wird ein neues Kleidungsstück getragen und das „beiläufig“ erwähnt.

„Marco Reuss postete lediglich das Cover vom Spiel Fifa 17 für die X-Box, auf dem er selbst als Testemonial zu sehen ist. Und die News, dass der Badeschaum von Bibisbeautypalace erhältlich ist, gefällt fast 180.000 Usern.“ (Gründerszene)

Auf Instagram funktioniert das häufig nach dem Prinzip: auf dem Foto ist eine Handtasche oder ein neues Kleid entsprechend in den Fokus gerückt. Das kann authentisch und ohne Werbehintergrund sein oder ist schlichtweg doch nur Werbung des Influencers.

Egal wie: die Zielgruppe, junge Mädchen und Frauen, sehen nur ihr Idol und wollen ebenfalls die Handtasche haben. Die Glaubwürdigkeit der „guten Freundin“ funktioniert wie Mundpropaganda und ist das beste Werbemittel – zeitgleich ist es für Firmen verhältnismäßig günstig und effizient, über Influencer zu werben.

Viele der Bekannten „Stars“ haben gar eigene Online-Shops eröffnet, von Armbändern bis zum Duschschaum ist alles dabei. Der eigene YouTube-Kanal wird damit direkt zu eigenen Vermarktungsplattform umgebaut – die Grenzen zwischen Inhalt und Werbung sind dabei fließend und für die jungen Zuschauer alles andere als offensichtlich. Manche Influencer verdienen mit Hilfe des sogenannten Affiliate Marketings Geld. Hier ist affilinet der größte Anbieter Deutschlands und stellt in diesem Video vor, wie sich ein Influencer fühlen kann.

 

Fazit Influencer Marketing

Influencer Marketing ist eine der wichtigsten Werbeformen im Internet geworden. Firmen bezahlen bekannte Social Media „Künstler“ dafür, ihre Produkte vorzustellen und ins rechte Licht zu rücken. Die „Künstler“ werden zumeist durch Agenturen professionell vertreten, sodass eine gezielte Auswahl nach Zielgruppe erfolgt und ein gemeinsames Konzept für das Video entworfen wird.

Die „Künstler“ fungieren als Werbepartner und haben einen hohen Vertrauensgrad gegenüber ihren Fans, wodurch der Werbeeffekt deutlich verstärkt wird. Bereits kleinere Kanäle mit „nur“ 500.000 Abonnenten, wie beispielsweise bei „nhitastic“ sind für Firmen attraktiv. Jede Nische wird bedient. Einer der weltweit reichweitestärksten YouTube Kanäle zeigt ausschließlich, wie Spielzeug ausgepackt wird, und stellt es anschließend vor. Die Betreiberin hat wie alle klein angefangen und irgendwann wurden ihr Spielsachen von den Firmen einfach zugeschickt. Sie ist mittlerweile Multimillionärin.

Influencer Marketing Studie

Wir recherchieren gerade selbst im Rahmen einer eigenen Studie in diesem Millionen Business. Je tiefer wir in diesen Markt eindringen, desto überraschender sind unsere Erkenntnisse. Der Markt im Influencer Marketing ist wirklich beeindruckend. Denn die Kosten für die Werbetreibenden sind sehr gering und Angebot und Nachfrage treffen in einem steil wachsenden Markt aufeinander.

Angebot und Nachfrage bestimmen nicht nur im Kapitalmarkt bekanntlich Preis und Qualität. Daher gilt es die These: Je kleiner der potentielle Influencer ist, desto billiger ist die Qualität zu überprüfen. Könnte die Nachfrage nach Geld seitens der Influencer und die Nachfrage nach Werbefiguren seitens der Influencer Marketing Agenturen die Qualität im Hinblick auf Ansprache, Kommunikation, Konzept und Bezahlun erhebliche Auswirkungen haben?

Influencer Marketing Bachelorarbeit und Masterarbeit

Wenn du selbst auf der Recherche zum Thema Influencer Marketing bist, weil du eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit schreiben möchtest, dann melde dich gerne bei uns per E-Mail, in den Kommentaren oder auf Facebook. Wir arbeiten mit mehreren Influencer Marketing Agenturen zusammen und stehen hier im engen Know-How-Austausch. Aufgrund der Tatsache, dass wir gerade eine eigene Influencer Studie entwickeln, haben wir bereits einige Erfahrung gesammelt, und unterstützen dich gerne mit unserem Wissen oder Kontakten im Influencer Markt.

Blogger im Influencer Marketing

Im Kontext Influencer Marketing ist auch jeder Blogger ein Teil von Angebot und Nachfrage. Auch wenn Blogger meistens weniger Reichweite haben als Influencer auf Facebook und Instagram, bedient ein gut geführter Blog ebenfalls die Faktoren eines guten Influencers.
Wir haben insbesondere bei den Influencer Bloggern 3 Erfolgsfaktoren ausgemacht: E-A-T
Das bedeutet nicht etwa essen oder Eat-Blog-Love , sondern kommt aus dem Englischen und steht für

  • Expertise
  • Authority
  • Trust

Influencer Social Media Erfahrungen und Trend

Wenn dich der Trend Influencer Marketing interessiert, folge gerne unseren Blog, denn wir werden viele weitere Artikel rund um das Thema Influencer Marketing veröffentlichen. Außerdem freuen wir uns über jede Rückmeldung zum Thema Influencer Marketing von euch in den Kommentaren, per Email oder auf Facebook. Auch Kritik und eigene Erfahrungen mit dem Trend Influencer Marketing sind herzlich Willkommen und werden gerne gelesen. Denn auch wenn es gerade ein Hype Thema ist, und gerne übertrieben wird, werden Influencer im Bereich Social Media Marketing immer eine entscheidende Rolle spielen.

Was würdest du dafür tun, und für wie viel Geld?

Sind wir Menschen eigentlich käuflich? Was würdest du für uns tun, wenn wir dir einen 50 Euro Gutschein anbieten? Würdest du Finanzgrundlagen bei deinen Freunden empfehlen und damit unser Influencer werden? Was würdest du für einen Beitrag von 1.000 Euro alles tun. Wo sind deine Grenzen in der Rolle eines Influencers?

Quellen

Beitragsfoto: © Trueffelpix / Fotolia

Mirko Lange – Content-Marketing-Experte und Scompler Gründer im Interview

4.86/5 (37)

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Über Marcel 31 Artikel
Marcel ist Autor von Finanzgrundlagen. Wenn du mir eine Nachricht schreiben willst, kontaktiere mich über die Kommentare in meinen Artikeln oder schreibe mir eine mail an marcel@finanzgrundlagen.de

1 Kommentar

  1. Ich habe bezüglich Influencer Marketing vor kurzem ein Artikel auf OMR gelesen. Da verdienen pro Post richtige Stars über eine halbe Million Dollar. Diese Art von Werbung kann locker als Schleichwerbung abgetan werden. Ich denke es wird auch diesbezüglich in Deutschland Abmahnungen regnen. Grüße.

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