Influencer Marketing – Schleichwerbung auf Instagram und YouTube

 

Schon mal etwas von von den YouTubern Gronkh, BibisBeautyPalace, Julien Bam oder Dagi Bee gehört? Tony Kroos, Mesut Özil kennen die meisten, aber auch Lisa und Lena? Oder „nhitastic“ und „carodaur“ auf Instagram?

Was haben diese Leute gemeinsam? Sie haben eine riesige Zahl Follower bzw. Abonnementen in den sozialen Netzwerken.

  • Tony Kroos: 12,9
  • Mesut Özil: 12,8
  • Gronkh: 4,6
  • Lisa und Lena: 4,8
  • BibisBeautyPalace: 4,5
  • Julien Bam: 4,2
  • Dagi Bee: 3,5
  • carodaur: 1,1
  • nhitastic: 0,5

Diese Zahlen sind die Follower in Millionen  und das nur bezogen auf einen Kanal. Die bekannten YouTuber nutzen ebenfalls Instagram.

Was haben diese Leute noch gemeinsam? Sie sind aufgrund des Themas ihres Kanales sowie der Anzahl der Follower ideale Werbefiguren.

YouTube und Instagram als Meinungsmacher der Internetcommunity

Was sagt Wikipedia dazu?

„Influencer-Marketing (auch Multiplikatoren-Marketing genannt) ist eine Disziplin des Online-Marketings, bei der Unternehmen gezielt Meinungsmacher (Influencer) in ihre Markenkommunikation einbinden.“ (Wikipedia)

Aber blicken wir zunächt kurz zurück. In meinem Studium habe ich im Fach Marketing gelernt: im Marketing ist jeder zweite Euro verlorenes Geld. Wie funktionierte Werbung bisher? Wir sehen Werbung im Fernsehen, auf Internetseiten, in Zeitungen und Zeitschriften, auf der Straße oder hören Sie im Radio. Es gibt unzählige Formen und Arten von Werbung, aber bei den klassischen Varianten wird sehr viel Geld verbrannt für die Erreichung der Zielgruppe. Zudem sind beispielsweise Sendeplätze im Fernsehen sehr teuer und der Werbespot muss aufwändig produziert werden. Für eine Vielzahl an Produkten sind klassische Werbeformen gut geeignet, weil die Zielgruppe sehr groß ist und der Streuverlust somit gering ausfällt. Waschmittel oder Essen braucht jeder, hier eignet sich die klassische Werbung sehr gut.

Junge Generation als Zielgruppe für Influencer

Aber bereits bei Kosmetik fängt das Problem an: die Zielgruppe beschränkt sich im Wesentlichen auf Frauen und je nach Produkt auf Frauen in einem bestimmten Alter. Über die klassischen Werbekanäle wird es immer schwieriger, die junge Generation zu erreichen, denn diese schaut nicht mehr so häufig fern, sondern ist viel lieber im Internet unterwegs. Facebook, Instagram, YouTube und Co.

Über die Zeit haben sich YouTube-Kanäle mit beachtlicher Reichweite entwickelt. Warum ist das so? Weil Sie authentisch sind (oder es einmal waren). Die YouTuber sind sozusagen die guten Freunde, die man sympathisch, lustig und glaubwürdig findet. Sie erzählen von ihrem Leben und geben selber Tipps fürs Leben, Beziehungstipps, Schmink- und Modetipps, Kauftipps oder machen Comedy.

Wer Kinder hat, fragt diese einfach mal, ob die Namen bekannt sind. Sie sind es. Die Werbeindustrie hat die Zeichen der Zeit vor langer Zeit erkannt.


Hier wird eindeutig eine Firma beworben – ein Hinweis, dass es sich um Werbung handelt, fehlt völlig.

 

„Anna verfolgt viele Beauty-Kanäle, etwa den von DagiBee. ‚Die sind alle in unserem Alter. Dann macht das noch mehr Spaß, denen zu folgen‘, sagt die 15-Jährige. Viele Tipps, die sie online erhält, nimmt sie an. ‚Die Jacke habe ich nachgekauft, ebenso wie die Uhr und die Schuhe‘, sagt Anna und zeigt auf ihre schwarze Jacke, die mit Nieten besetzt ist.“ (Heise)

Sämtliche großen YouTuber sind in Vermarktungsagenturen organisiert oder arbeiten regelmäßig mit diesen zusammen: TubeOne, Mediakraft oder inSocial Media. Für die Industrie ist der Bekanntheitsgrad bares Geld wert, denn wo sonst hat man die Möglichkeit Hunderttausende der passenden Zielgruppe zu erreichen? Nur wer sich schminken will, schaut sich Schminkvideos an. Nur wer an Mode interessiert ist, schaut sich Modevideos an.

Schleichwerbung auf YouTube und Instagram

Bei vielen Videos verschwimmen die Grenzen zwischen authentischer Produktempfehlung und schlichter Werbung. Schleichwerbung ist das Phänomen, mit dem man auf YouTube und Co. alltäglich konfrontiert wird, in Videos werden Produkte direkt genannt oder verglichen – wie neutral das Resultat ist bleibt offen. Oder es wird ein neues Kleidungsstück getragen und das „beiläufig“ erwähnt.

„Marco Reuss postete lediglich das Cover vom Spiel Fifa 17 für die X-Box, auf dem er selbst als Testemonial zu sehen ist. Und die News, dass der Badeschaum von Bibisbeautypalace erhältlich ist, gefällt fast 180.000 Usern.“ (Gründerszene)

Auf Instagram funktioniert das häufig nach dem Prinzip: auf dem Foto ist eine Handtasche oder ein neues Kleid entsprechend in den Fokus gerückt. Das kann authentisch und ohne Werbehintergrund sein oder ist schlichtweg doch nur Werbung. Egal wie: die Zielgruppe, junge Mädchen und Frauen, sehen nur ihr Idol und wollen ebenfalls die Handtasche haben. Die Glaubwürdigkeit der „guten Freundin“ funktioniert wie Mundpropaganda und ist das beste Werbemittel – zeitgleich ist es für Firmen verhältnismäßig günstig und effizient, über Influencer zu werben.

Viele der Bekannten „Stars“ haben gar eigene Online-Shops eröffnet, von Armbändern bis zum Duschschaum ist alles dabei. Der eigene YouTube-Kanal wird damit direkt zu eigenen Vermarktungsplattform umgebaut – die Grenzen zwischen Inhalt und Werbung sind dabei fließend und für die jungen Zuschauer alles andere als offensichtlich.

Fazit

Influencer Marketing ist eine der wichtigsten Werbeformen im Internet. Firmen bezahlen bekannte Social Media „Künstler“ dafür, ihre Produkte vorzustellen und ins rechte Licht zu rücken. Die „Künstler“ werden zumeist durch Agenturen professionell vertreten, sodass eine gezielte Auswahl nach Zielgruppe erfolgt und ein gemeinsames Konzept für das Video entworfen wird. Die „Künstler“ fungieren als Werbepartner und haben einen hohen Vertrauensgrad gegenüber ihren Fans, wodurch der Werbeeffekt deutlich verstärkt wird. Bereits kleinere Kanäle mit „nur“ 500.000 Abonnenten, wie beispielsweise bei „nhitastic“ sind für Firmen attraktiv. Jede Nische wird bedient. Einer der weltweit reichweitestärksten YouTube Kanäle zeigt ausschließlich, wie Spielzeug ausgepackt wird und stellt es anschließend vor. Die Betreiberin hat wie alle klein angefangen und irgendwann wurden ihr Spielsachen von den Firmen einfach zugeschickt. Sie ist mittlerweile Multimillionärin.

Quellen

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Videodays-fuer-15-000-Fans-Youtube-Stars-hautnah-2293601.html
https://www.gruenderszene.de/allgemein/instagram-influencer-posting-2016
https://www.gruenderszene.de/allgemein/insocial-media-influencer-marketing
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.instagram-stars-lisa-und-lena-diese-stuttgarter-zwillinge-machen-das-netz-verrueckt.2dd96885-9c6c-4a2a-b540-9e80e94a4698.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Influencer-Marketing

 

Beitragsfoto: © Trueffelpix / Fotolia.
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1 Kommentar

  1. Ich habe bezüglich Influencer Marketing vor kurzem ein Artikel auf OMR gelesen. Da verdienen pro Post richtige Stars über eine halbe Million Dollar. Diese Art von Werbung kann locker als Schleichwerbung abgetan werden. Ich denke es wird auch diesbezüglich in Deutschland Abmahnungen regnen. Grüße.

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  1. Verway Produkte, Erfahrungen und Partner - Risiko oder Seriös?

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