Wann platzt die Bitcoin Blase?

Phasen einer Blase

Die Frage ist nicht ob die Blase platzt, sondern zu welchem Zeitpunkt. Viele Menschen fragen sich nach den Kurssteigerungen der letzten Wochen und Monate: Ist das überhaupt noch gesund? Wann platzt die Bitcoin Blase? Oder bieten die Kryptowährungen eine einmalige Chance für arm und reich? Für alle Menschen auf dieser Welt?

Bitcoin Blase oder Goldgrube?

Eine Blase entwickelt sich stets nach demselben Schema: In der Frühphase gibt es wenige, die die Chancen erkennen, die sich mit einer bestimmten Anlage bieten. Und damit ist klar,  wir sind noch in einer ganz frühen Phase einer typischen Blasenbildung.

 

Wie bei jeder Blase wird es auch bei den Kryptowährungen Gewinner und Verlierer geben. Denn die Crypto Blase ist schon längst keine Bitcoin Blase mehr. Ein Blick auf Coinmarketcap.com genügt. Zum aktuellen Zeitpunkt beträgt der Gesamtwert  der jeweiligen Kryptowährungen 664 Milliarden USD Dollar. Auf den Bitcoin fallen 257 Milliarden, was aktuell ca. 38% sind. Eine Goldgrube sind diese Spekulationsobjekte für alle, die rechtzeitig verkauft haben. Fangen wir mal vorne an.

Bitcoin Funktionsweise & Geschichte – Risiken und Chancen

Warum kommt es überhaupt zu Blasen?

Immer mehr Anleger kaufen Bitcoins bzw. andere Kryptowährungen, so dass sich ein „schöner“ Chart entwickelt. Immer mehr beobachten das, und wollen an den Steigerungen teilhaben. Der Trend beschleunigt sich, jetzt will jeder dabei sein. Und zwar nicht unbedingt deshalb, weil er von der Sinnhaltigkeit dieser Investition selbst überzeugt ist, sondern deshalb, weil er meint, dass „alle“ dabei sind.

Das sieht man zur Zeit ganz schön am Ripple – eigentlich wollen die meisten gar nicht dabei sein. Seit einigen Wochen schlagen die Crypto Fans vermehrt zu. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Massenmedien über Ripple Kursentwicklung täglich neue Artikel schreiben. Manche der mehr als 1.000 Coins werden daher auch als Shitcoins bezeichnet.

Erst wenn wenn „wirklich“ alle dabei sind, dann platzt die Blase – aufpumpen geht langsam, platzen geht schnell. Der Zeitpunkt ist nicht vorhersehbar.

Quelle: http://www.timepatternanalysis.de/Blog/2012/11/15/blasen/

5 Fragen, die sich jeder Crypto Käufer stellen sollte

  • Was ist der Unterschied zwischen Wert und Preis?
  • Wie viele neue „Geheimtipps“ hast du erhalten?
  • Welchen Mehrwert verschaffen uns die jeweilige neue Kryptowährung?
  • Was ist der eigentliche Sinn der Leitwährung Bitcoin?
  • In welcher Phase der Blase befinden wir uns?

Vor knapp 20 Jahren passierte in der bekannten Dotcom Blase folgendes:

Aus vielversprechenden und gigantisch hoch bewerteten Unternehmen, wurden binnen kurzer Zeit irrelevante Firmen ohne Zukunftsperspektive. Die Dotcom Blase platzte im März 2000 und viele Kleinanleger verloren viel Geld. Diese gigantische Spekulationsblase ist ein Lehrstück der jüngsten Geschichte.

Im Jahre 1999 interviewte der Spiegel „Steve Paternot“, den Gründer von „theglobe:

„Sie können den Umsatz der führenden 20 Internet-Firmen zusammenzählen, und es ist immer noch nicht so viel wie bei einem profitablen Traditionskonzern. Und dennoch sind die Online-Firmen an der Börse ein Dutzend Mal mehr wert. Warum ist das so? Weil sie mit abenteuerlicher Geschwindigkeit wachsen, oft viele hundert Prozent im Jahr. Wir sind inmitten einer der größten sozial-ökonomischen Umschwünge der Weltgeschichte und machen daraus gerade ein riesiges Geschäft. Viele Internet-Firmen werden bald super-profitabel sein, weil sie mit relativ geringen Kosten Millionen von Kunden bedienen können. Da können Sie nicht die gleichen Maßstäbe anlegen wie bei einer Maschinenfabrik.“

Parallelen zur Dot Com Blase

Jede Idee der New Economy Branche war an sich vielversprechend

Es waren viele Kleinanleger bereit, ihr Kapital zu investieren. Die Banken freuten sich, da sie die hohe Nachfrage ihrer Kunden spürten, und auf doppelte Weise profitieren konnten. Am Ende des Tages war die hohe Nachfrage und der Glaube an das schnelle Geld der verlässliche Antreiber für einen Hype. Die Gier mancher Menschen führte dazu, dass sich so eine gigantische Spekulationsblase entwickeln kann. Jeder will profitieren!

Lass dich nicht manipulieren – Entscheide rational

Die Dotcom-Blase zeigt, wie einfach wir uns manipulieren lassen, und wie naiv wir den Versprechungen vertrauenswürdig scheinender Persönlichkeiten vertrauen. All diese Komponenten führen dazu, dass wir emotionales vor rationales Handeln stellen.

Mein Tipp: Lass dich nicht manipulieren

Treffe jede Investment Entscheidung über die Anlage deines Geldes rational. Ziehe die Lehren aus der emotionalen Dotcom-Blase, dem Lehrstück der jüngsten Finanzgeschichte. Achte auf den Mehrwert der einzelnen Kryptowährung. Denn keiner weiß, ob wir uns bei dem Hype um Kryptowährungen bereits am Peak einer Blase befinden. Auch der Kapitalmarkt befindet sich momentan in einer vorentscheidenden Lage. Handelte es sich bei der Konsolidierung der letzten Wochen um eine notwendige und gesunde Korrektur oder um den Anfang eines Börsencrash?

Turbolenzen am Kapitalmarkt – Einschätzung der Lage

Das Anlegerverhalten der Zeit der Dotcom-Blase  war gekennzeichnet von irrationalem Handeln.

Alles wurde durch gigantische Erwartungen an die Zukunft kompensiert. Die Aktienkurse sind nicht aufgrund fundamentaler Entwicklungen gestiegen, sondern nur weil immer mehr Menschen darauf spekulierten. Sie glauben daran, dass die neuen Unternehmen mit ihren Ideen und Produkten die Welt verändern würden und sie eines Tages richtig viel Geld damit verdienen würden. Die Gier schaltete den rationalen Verstand aus, ein sich selbst verstärkender Effekt wurde in Gang gesetzt.

So rasant die Kurse aufgrund der enormen Erwartungen gestiegen sind, so schnell sind sie gefallen. Der Absturz begann, als die ersten ernstzunehmenden Zweifel an den Gewinnaussichten der Unternehmen aufkamen. Erste Unternehmen meldeten Insolvenz an, weitere folgten schnell. Den Anlegern wurde klar, dass die Unternehmen auf lange Sicht keine Profite abwerfen werden und sich viele Ideen gar als untauglich erwiesen.

Die Hoffnung auf sagenhafte Gewinne

Viele private Anleger wollten von den sagenhaften Gewinnmöglichkeiten profitieren. Banken erkannten das sehr schnell und umwarben ihre Kunden aktiv mit Produkten. Über Technologie-Fonds konnten Anleger in eine Vielzahl an Unternehmen in der Branche investieren. Neuemissionen, wie die von Infineon, wurden insbesondere durch aktives Marketing den Menschen schmackhaft gemacht. Schließlich, so warben die Banken, haben sich die Kurse so rasant entwickelt, dass man den Zug nicht verpassen sollte.

So entschloss sich selbst Tante Hilde aus Großalmerode plötzlich „Traden“ zu wollen

Immerhin warben sogar Prominente für den Kauf von Aktien, das weckte Vertrauen. Auf so eine bewährte Marketingstrategie setzte z.B. die Deutsche Telekom mit dem Schauspieler Manfred Krug, die Deutsche Post mit Thomas Gottschalk und seinem Bruder Christoph.

Bitcoin Blase oder Nicht?

Die typischen Merkmale einer Spekulationsblase beobachten wir zur Zeit bei allen Cryptowährungen. Viele Menschen in unser aller Umfeld beschäftigen sich mehr oder weniger intensiv mit dem Thema und möchten investieren. Doch in welcher Phase befinden wir uns eigentlich?

Wir werden es hinterher wissen, doch wir würden uns zur Zeit irgendwo zwischen Phase (3) und (5) befinden. Wo der Maximalwert sein wird, ob bei 100.000 Euro pro Coin oder einer Marktkapitalisierung aller Cryptowährungen von 100 Billionen, oder beim 2- oder 3-fachen Kurs von heute, das können wir in einem Jahr sehen. Eine Massenpanik werden wir aber rechtzeitig alle mitbekommen.

Abbildung: realmoneytrader.com

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Am Aktienmarkt und analog im Crypto Markt gibt es Gewinner und Verlierer. Für jeden Verkäufer muss es schließlich einen Käufer geben. Würden alle Menschen bereits in Cryptos investiert sein, und keiner möchte mehr kaufen, dann sinkt der Kurs. Doch heute sind wir noch lange nicht so weit.

  • Was denkst über die Bitcoin-Blase? Wie denkst du über Bitcoins?
  • Hast du eine Meinung über Alt-Coins, Shit-Coins bzw. anstehenden ICOs?
  • Welche der Kryptowährungen gehört aktuell zu deinen Favoriten – und warum?

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Redaktion von Finanzgrundlagen

10 Kommentare

  1. Eine Kryptowährung muss nicht nur der Spekulation dienen, sondern auch einen Mehrwert haben. Der Bitcoin hat das eindeutig, da er gesellschaftsfähig geworden ist und bei zahlreichen Firmen damit bezahlt werden kann.
    Aktuell würden wir nur den Bitcoin kaufen sowie bei einer ganz neuen Währung aus Deutschland einsteigen, wenn diese durchdacht klingt.
    Aus unserer Sicht sind die Menschen in Deutschland auf der Suche nach einer Alternative für den Euro. Wenn man es jetzt richtig macht, kann einem ein großer Wurf gelingen.
    Wir lesen die Artikel von Christopher sehr gerne. Das einzige was uns nicht so gefällt: Die Artikel sind uns etwas zu lang, dadurch teils etwas langatmig. Der Infogehalt wäre komprimiert besser. Aber vielleicht ist das wegen Google so verfasst

  2. Knapp eineinhalb Monate sind seit dem Erscheinen dieses Artikels vergangen und der Preis beinahe sämtlicher Kryptowährungen hat sich halbiert. Es stellt sich die Frage ob die Blase nun geplatzt ist oder ob sich alles auf ein einigermaßen vernünftiges Maß eingependelt hat. Und wie sich die nächsten Monate entwickeln werden. Ein neuer Run? Ein noch tieferer Fall? Die nächsten 6 Monate werden meiner Meinung nach entscheiden, wie es mit dem Thema Kryptowährungen langfristig weitergehen wird.

  3. Nachdem es in den letzten Tagen mit dem Bitcoin bis unter die 10.000 USD Marke ging haben schon einige Angst vor der Bitcoin Blase bekommen. Doch alleine in den letzten 24 Stunden ging es mit +20% wieder kräftig nach oben. Wir sind vermutlich noch nicht kurz vor dem Platzen der Bitcoin Blase….

  4. Ich denke alle haben recht und eigentlich auch keiner. (Dazu was ganz unten im Text)
    Denn wie gesagt, man bräuchte eine Glaskugel.

    Ich habe jetzt auch noch Coins, aber ja, keine BTC mehr zurzeit.
    Denn für große Gewinne ist es zu spät und die (eigentlich gute, aber bei BTC noch etwas eingeschränkte) Technik überzeugte mich noch nicht ganz, oder viel mehr fand ich sie bei anderen Coins besser und noch sicherer.
    Es wird auch ein anderer Coin an die Spitze kommen. (Meine Meinung)
    Darüber hinaus denke ich noch, dass Krypto’s trotzdem unsere Zukunft sind, oder viel mehr ist es einfach zu hoffen.
    Denn die Blockchain hat grandiose Eigenschaften die man weiter ausbauen kann und muss.
    Aber da sind wir bei einem der besten Punkte, die Desinteresse der Menschen.
    Ich frage mich wie man so ein Potential verschwenden kann, und die meisten wollen halt nur Geld und sehen gar nicht was das eigentlich für unsere Welt bedeuten könnte.
    Wenn Bitcoin sich etablieren würde, oder ein anderer Coin, wäre doch das Fiat Geld nicht komplett weg. Der stetige Fluss könnte dann den (z.B.) BTC aufrechterhalten, d.h. es wäre einfach eine echt lang gezogene Blase, bis zu „Inflation“.
    Denn ich halte unser Fiat Geld, Steuern, das Bankensystem,.. sind die größten Blasen unserer Geschichte. Nur wird dieses System halt von den großen gestützt und am laufen Gehalten.

    Ich habe mir Monero und Verge besser angeschaut, die sind schon ganz interessant. Aber mal schauen was 2018 bringt. 🙂

    • Sehr interessant. Kannst du uns mehr über die Vorteile von Monero und Verge aufzeigen? Ansonsten stimme ich dir zu, die großen Gewinne sind gerade vorbei. Allerdings Desinteresse würde ich nicht nennen. Eher, die Chance Blockchain gab es schon vor 5 Jahren, heute interessieren sich nur die Medien dafür und gefühlt jeder spricht über Kryptowährungen…

  5. Ist schon komisch was mit Bitcoins gerade so abgeht. Überall wird darüber diskutiert. Sehr viele beschäftigen sich auf einmal damit und wollen auch investiert sein. Ich denke auch bei diesem Hype wird es irgendwann zu bösen Überraschung kommen. Es ist immer so gewesen wenn jeder ein Stück von dem Kuchen abhaben will ist der Crash nicht mehr weit. In der Geschichte gibt es genug Beispiele dafür.
    Nach dem Crash, wenn der Markt sich wieder beruhigt hat dann ist es vielleicht möglich sich wieder ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Krypto Währungen haben schon potenzial. Aber zurzeit ist das Risiko nach meiner Meinung einfach zu hoch.

    Viele Grüße Klaus-Dieter

  6. Ist sich der Autor oder die Kommentatoren bewusst welches Technologische Potential die unterschiedlichen Distributed Ledger Technologien in sich bergen? Ich habe das Gefühl hier wird alles über einen Kamm geschoren.

    Bitcoin kann nur einen Use-Case: Transferiere Asset von Wallet A nach Wallet B.

    Technologien wie Ethereum hingegen sind als technologische Plattform konzipiert, auf denen künftig Assets unterschiedlichster Art verarbeitet werden. Beispielsweise Verträge, Lizenzen, Identitäten, Erlaubnisse, Anwendungen oder auch vollständige Geschäftsprozesse.

    Einige der Währungen werden vielleicht Ende des Jahres einen Reifegrad erreichen, dass das die Möglichkeiten erstmals sichtbar werden und realisiert werden können.

    Einige werden überleben und die nächsten Jahre und Jahrzehnte prägen. Aber verschwinden wird die Technologie nicht mehr.

  7. Bei Bitcoin, aber auch anderen Währungen, wird gerade enorm Nachfrage erzeugt weil diese laut propagiert werden.

    Die Achillesferse ist mir jedoch zu verwundbar: Neue Währungen können jederzeit durch andere konkurriende Kryptowährungen ersetzt werden. Die Märkte sind manipuliert, grosse Banken sehen Kryptowährungen als Konkurrenz zu ihrem Geld.

    Das Fiat Geld besitzt gegenüber den Kryptowährungen zahlreiche Nachteile, aber allein aufgrund der staatlich garantierten Monopolstellung und Annhamezwang brauchte es keine Konkurrenz zu fürchten.

    Das hat sich mit den Kryptowährungen geändert. Nachdem Massnahmen zur Bekämpfung erfolgslos geblieben sind kann es durchaus sein dass man mit der populärsten dieser Währung, dem Bitcoin, eine gigantische Blase erschafft um diese dann platzen zu lassen und damit diverse Kleinanleger in den Ruin zu treiben.

    Damit für längere Zeit die Kryptowährungen als gescheiterte Alternative zu deren Luftgeld aus den Köpfen der Menschen zu verbannen. Währung lebt von Vertrauen, ohne dieses ist es nur eine wertlose Zahl, mit der Zerstörung des Vertrauens wäre die Konkurrenz vorerst ausgeschaltet.

  8. Verrückt, wie sehr das Thema Bitcoins die Welt bewegt. Ich rede selbst zu oft darüber. Mit meinen Freundinnen, mit meinen Eltern. Ich sehe es so: Man kann mit Bitcoins viel Geld machen und einige sind dadurch reich geworden. Wie bei deinem vorigen Artikel bereits geschrieben: Ich glaube nicht an Bitcoin und Co. Es wird aber vermutlich noch eine Weile weiter gehen. Es wird noch viele weitere „bessere“ virtuelle Währungen geben, auf die dann alle aufspringen. Am Ende werden die Tränen groß sein. Nur nicht für diejenigen, die sehr früh eingestiegen (und ggf. wieder ausgestiegen) sind und nur wenige Euro verloren haben. Selbst wenn Bargeld bald abgeschafft wird: Man wird keine existierende Währung als All-Mighty-Währung wählen. Dann wird jedes Land eine eigene Währung schaffen, damit auch meine Oma diese Währung nutzen kann.

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