Finanzbegriffe einfach erklärt

Finanzgrundlagen
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Inflation

Der volkswirtschaftliche Begriff der Inflation bezeichnet eine allgemeine Erhöhung der Preise für Güter, die durch das Absinken der Kaufkraft begleitet wird. Es besteht ein Missverhältnis zwischen der in einer Volkswirtschaft vorhandenen Geldmenge und dem Warenangebot. Daraus resultiert bei einer Inflation die Senkung der Kaufkraft des Geldes, die mit einer Steigerung des Preisniveaus einhergeht. Im Volksmund spricht man aus diesem Grund auch davon, dass das Geld seinen Wert verliert. Der Begriff wird unterschieden in „trabende Inflation“, „schleichende Inflation“ und „galoppierende Inflation“.

Deflation

Von diesem volkswirtschaftlichen Phänomen spricht man, wenn die Gütermenge gleich bleibt und die Geldmenge abnimmt. Durch die Verringerung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird der Geldwert erhöht. Das Preisniveau bei einer Deflation verfällt und eine Wirtschaftskrise ist zu befürchten. In einer Volkswirtschaft bezeichnet dieses Phänomen einen Vorgang, der durch einen signifikanten und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Dienstleistungen und Waren einhergeht. Besitzer von Geldvermögen profitieren von der Deflation, denn das Kapital hat nach der Zinsbereinigung einen höheren Wert. Die Kaufkraft hingegen steigt, was der Volkswirtschaft nützlich ist. Schuldner hingegen sind benachteiligt, denn die finanzierten Immobilien oder Sachgüter verlieren den ehemaligen Wert, obwohl diese den anfangs festgesetzten Geldwert erfüllen müssen. Sinkende Einkommen und Preise führen zu einer merkbaren Kaufzurückhaltung, denn diese rechnen in einer deflationären Phase damit, dass die Einkommen weiter sinken könnten.

Dynamic Pricing

Beim Dynamic Pricing handelt es sich um dynamische Preisanpassungen. Jeder kennt es von der Tankstelle: vor dem Wochenende steigen die Preise kräftig an. Im Internet geht Dynamic Pricing noch eine Stufe weiter: durch umfassende Kundeninformationen kann jedem Kunden ein für ihn spezifischer Preis angezeigt werden. Beispiel: Apple-Nutzern könnten höhere Preise angezeigt werden, als Windowsnutzern, da erstere bereit sind, mehr Geld für etwas auszugeben.

Realzins

Der Realzins entspricht dem erhaltenen Zins nach Inflation. Beispiel: Wir erhalten von der Bank 2% Zinsen pro Jahr, die Inflation beträgt im selben Jahr aber 2,5%, dann haben wir einen negativen Realzins: -0,5%. Eine Geldanlage, die einen negativen Realzins aufweist, führt zwangsläufig zu einer Geldentwertung. Zwar haben wir nominal statt 100 EUR dann 102 EUR, aber das allgemeine Preisniveau ist auf 102,5 EUR gestiegen.

Leitzins

Die Zentralbanken oder die Währungsunion legen in regelmäßigen Abständen die Leitzinsen fest. Dieser Leitzins steuert den Kapitalmarkt und den Geldmarkt. Dabei legt dieser Zins fest, zu welchem Zinssatz die jeweiligen Geschäftsbanken sich bei der Notenbank oder der Zentralbank gegen Verpfändung der notenfähigen Sicherheiten Geld beschaffen können. Leitzinsen sind ein geldpolitisches Instrument, denn sie üben einen großen Einfluss auf den Refinanzierungsmarkt aus. Zudem sind sie ein Indikator für die Liquidität des jeweiligen Währungsraumes. Als Instrument der Geldpolitik legt der Leitzins fest, zu welchen Konditionen es den jeweiligen Geschäftsbanken möglich ist, von Zentralbanken oder auch Notenbanken Geld zu erhalten. Die Leitlinien der jeweiligen landestypischen Notenbanken und Zentralbanken legen die Faktoren fest, nach dem die Leitzinsen festgelegt werden.

Zinseszins

Der Zinseszins ist der Zins der auf bereits verzinstes Kapital gezahlt wird. Gehen wir davon aus, dass wir 10.000€ auf unser Tagesgeldkonto einzahlen. Dafür, dass wir der Bank unser Geld zur Verfügung stellen bekommen wir Zinsen. Wenn wir nun unser Geld über einen längeren Zeitraum auf diesem Konto lassen, bekommen wir auf unser Geld bzw. auf unsere Zinsen erneut Zinsen.

Der Effekt funktioniert natürlich auch bei Dividendenzahlungen. Halten wir über mehrere Jahre eine Aktie bekommen wir auf unser anfangs angelegtes Kapital die Dividendenrendite. Kaufen wir uns von den Dividendenzahlungen weitere Anteile steigern wir unser Vermögen stetig.

Staatsanleihe

Eine Staatsanleihe ist eine Schuldverschreibung die von einem Staat ausgegeben (emittiert) wird. Mit der Staatsanleihe leiht sich der Staat Geld von den Käufern. Der Emittent (Staat) verpflichtet sich Zinsen auf das geliehene Geld zu zahlen. Die Höhe der Zinsen richtig sich vor allem nach der Laufzeit der Anleihe und nach der Bonität des Staates.

Rating Agenturen wie Fitch, Moody’s oder Standard and Poor’s bewerten die Bonität (die Zahlungsfähigkeit) von Staaten. Je schlechter das Rating der Agenturen für die Staaten ausfällt, desto mehr Zinsen müssen die Staaten für ihr Anleihen zahlen. In Deutschland ist die deutsche Finanzagentur zur Emittierung von Staatsanleihen berechtigt.

 

 

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