Hochfrequenzhandel

Finanzblogroll im Interview

Der Hochfrequenzhandel ist bezeichnend für die Ära der computergestützten Handelsplätze. Dieses System zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass große Kapitalvolumen mit kurzer Positionshaltedauer einhergehen.

Den Hochfrequenzhandelssystemen sind Algorithmus basierende Strukturen untergeordnet. Das bedeutet, dass Hochleistungsrechner bestimmte Werte bzw. Märkte nach Mustern durchsuchen. Die Positionen werden nur für wenige Augenblicke eingegangen, um sie anschließend wieder mit Gewinn glattstellen zu können.

Diese Art des Börsenhandels nennt man Scalping. Beim Scalping wird durch großen Kapitaleinsatz ein ordentlicher Gewinn erzielt, wenn die Kurse auch nur leicht in die prognostizierte Richtung laufen.

Befürworter dieser Systeme argumentieren, dass somit mehr Liquidität in den Markt kommt. Das bedeute, dass auch Kleinanleger von geringeren Spreads profitieren und ihre Positionen jederzeit eingehen bzw. schließen können.

Die Politik diskutiert derzeit über die Einführung einer Mindesthaltedauer. Im Raum stehen Vorschläge von einer 0,5 Sekunden Haltedauer, andere Kritiker fordern eine geringe Transaktionssteuer um dem Hochfrequenzhandel die Profitabilität zu nehmen.

Kritik am Hochfrequenzhandel

Der Hochfrequenzhandel steht in der Öffentlichkeit in der Kritik, denn andere Anleger sehen einen Nachteil für ihre Investments. Ein Argument der Kritiker ist, dass dieses Vorgehen einen zu großen Einfluss auf den Kursverlauf einer Aktie habe, Kursmanipulationen seien somit an der Tagesordnung.

Meiner Meinung nach ist die öffentliche Sorge und Skepsis gegenüber dem Hochfrequenzhandel durchaus angebracht. Die geringe Haltedauer von weit unter einer Sekunde spiegelt nicht den ursprünglichen Gedanken einer Börse wider. Wenn wir uns zurückerinnern, dann wissen wir, dass Börsen früher dazu genutzt wurden Waren auszutauschen.

Eine solch kurze Haltedauer ist schlichtweg nicht natürlich und sollte daher eingedämmt oder zumindest strengeren Regeln unterworfen werden. Heutzutage können solche Handelssysteme einen totalen Absturz auslösen. Korrelieren mehrere Handelssysteme kann es sogar zu einem enormen Crash an den Börsen kommen.

Eine Unmenge an Verkaufsaufträgen würde dazu führen, dass die Kurse in den Keller fallen. Die Folgen -auch für die Realwirtschaft- sind nicht abzusehen. Aus den oben genannten Gründen befürworte ich strengere Regeln im Bezug auf den Hochfrequenzhandel.

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Über Jakob 183 Artikel
Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de