Was sind toxische Papiere?

Finanzblogroll im Interview

Definition Toxische Wertpapiere

Offiziell gibt es keine wirklich perfekte Definition für toxische Papiere. Erstmals fiel der Begriff  wahrscheinlich in Zusammenhang mit der Subprime Krise im Jahr 2007. Er wurde schnell zu einem Synonym für komplexe, verbriefte Wertpapierstrukturen die prinzipiell einen deutlich niedrigeren Wert haben als ursprünglich angenommen.

Der Begriff geht zurück auf ausfallgefährdete Kredite, welche in kompliziert verstricken Wertpapieren verbrieft wurden. Diese toxischen Papiere wurden durch Ratingagenturen und ihre (wie sich herausstellte) unzureichend entwickelten Modelle bewertet. Da die Bewertung solcher Papiere hoch komplex ist bzw. war, sind die Bewertungsgrundlagen nicht einfach zu erklären und zu überprüfen.

Schlechte bzw. stark ausfallgefährdete Kredite erhielten so eine annehmbare Bewertung. Diese Bewertung stellte jedoch nur teilweise die realen Risiken der ausfallgefährdeten Papiere dar und verschleierte somit das eigentliche Ausfallrisiko der Kredite.

Eine Definition für diese toxischen Papiere zu finden ist deswegen so schwer, weil sich selbst die Fachleute nicht einig sein, was denn nun genau solche Papiere ausmachen.

Toxische Papiere sind schleichende Gefahren!

Meiner Ansicht nach sind toxische Papiere solche, die ihrer eigentlichen Bewertung nicht gerecht werden. Sie sind quasi „verseucht“ oder giftig. Zu Anfang ist diese Verseuchung nicht zu erkennen, erst wenn die fälschlicherweise zu hoch angenommene Bewertung an die Oberfläche tritt wird klar, welche Risiken die Papiere mit sich bringen. Da die Verbriefungsstrukturen oft sehr komplex sind ist es nicht einfach, den Charakter der grundlegenden Papiere zu verstehen (gerade für Laien!)

Toxische Papiere zeichnen sich dadurch aus, dass sie stark ausfallgefährdet sind. Daher ist es oft relativ schwer diese verbrieften Rechte zu veräußern. Gleichzeitig will keine Bank Vermögenswerte (die verbrieften Wertpapiere!) in ihrer Bilanz haben die hoch ausfallgefährdet sind. Das kann verschiedenste Gründe haben, generell ist es für Banken (wie auch für andere Unternehmen!) nie gut risikobelastete Positionen in der eigenen Bilanz zu haben.

Daher haben sich zahlreiche Banken im Nachgang zur Finanzkrise einem einfachen Trick bedient: sie haben die Papiere an sog. Bad Banks verkauft. Was eine Bad Bank ist erkläre ich hier.

Wie man Geld sicher anlegen kann bzw. die Grundregeln der Portfolio Diversifikation beachtet, kann man auf weiterführenden Artikel von Finanzgrundlagen nachlesen.

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Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de

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