Wie kann ich mein Geld sicher anlegen?

Risiken richtig einschätzen und eingehen

Viele Menschen die eine gewisse Menge Geld anlegen möchten, sei es einmalig oder regelmäßig kennen die Fragestellung „ Wie kann ich mein Geld sicher anlegen “`? Besonders in Deutschland scheint eine ausgeprägte „Risikoaversität“ bezüglich Geldanlagen tief verankert zu sein, das Mittel der Wahl zur Geldanlage ist oft das Sparbuch, negativen Realzinsen zum Trotz. Ein Grund dieser Abneigung, vor allem gegenüber Aktien, liegt sicherlich in den negativen Erfahrung die viele Menschen mit dem Niedergang des „neuen Marktes“ und auch mit dem Börsengang der Deutschen Telekom gemacht haben.

Risiken je nach Anlageklasse unterschiedlich

Es ist jedoch wichtig, in der oben genannten Fragestellung nicht alle Anlageklassen „über einen Kamm“ zu scheren, sondern das Risiko verschiedener Anlageklassen differenziert zu betrachten. Bei einer solchen Betrachtung wird auch wieder die an anderer Stelle zitiere „Notwendigkeit zur Differenzierung“ ersichtlich. Allzu viel Vermögen in einer einzigen Anlagekategorie führt unumwindbar zu einem Klumpenrisiko: geht es dieser Anlageklasse „an den Kragen“, ist sofort ein Großteil des eigenen Vermögens in Gefahr. Egal ob diese eine Anlageklasse Aktien, Immobilien oder das Sparbuch darstellen und egal welche Rendite diese eine Anlageklasse in guten Zeiten erwirtschaftet. Meistens ist die Frage „Wie kann ich mein Geld sicher anlegen“ mit der folgenden Antwort gut beantwortet: „in dem du dein Geld über viele verschiedene Anlageklassen streust“. Wie viel Geld du idealerweise „pro Topf“ einsetzt, musst du selbst entscheiden. Dieser Artikel versucht dir eine erste Hilfestellung dabei zu geben. Wie viel Geld im individuellen Fall wie sehr im Wert schwanken darf, ist allerdings eine höchst persönliche Ermessensentscheidung.

Risiken der einzelnen Anlageklassen

Um zu entscheiden wie viel Geld du in verschiedene Anlageklassen investieren willst ist es notwendig, dass du verstehst welches Risiko in welchen Anlageklassen lauert. Die Artikel und Beschreibungen in den jeweiligen Anlagesektionen auf dieser Webseite geben dir hoffentlich eine gute Hilfestellung.

Externe Einflüsse

Das Risiko einer Geldanlage lässt sich in den seltensten Fällen rechnerisch einfach bestimmen. Eine Vielzahl verschiedenster „externer“ Einflüsse kann einen negativen Effekt auf deine Geldanlage haben. Natürlich sind diese Einflüsse auch nicht immer vorhersehbar. Hier sind einige Beispiele:

Wahlen
Je nach Wahlausgang, sogar schon oftmals je nach Versprechen im Wahlkampf können sich Aktienkurse auf und ab bewegen. Eine gewählte Regierung, die z.B. Subventionen für bestimmte Bereiche wie z.B. Solaranlagen abschaffen oder schaffen will, hat mit Sicherheit einen Einfluss auf die zukünftigen Einnahmen und damit auch die Aktienkurse in diesem Sektor.

Entscheidungen der Notenbank
Notenbanken passen Leitzinsen regelmäßig nach unten und nach oben an. Die Gründe für diese Entscheidungen sind vielfältig, komplex und an anderer Stelle erklärt. Entscheidend ist die Auswirkung dieser Entscheidungen. Sinkende Zinsen sind Gift für alle Anleger deren Investitionen mehr oder weniger direkt am Leitzins hängen. Prominentestes Beispiel sind hier sicherlich das Sparbuch oder auch Tagesgeldkonten und Festgeld. Bei Anleihen wird es schon etwas komplizierter. Sinkende Zinsen machen laufende Anleihen mit im Vergleich zu den reduzierten Leitzinsen höheren Zinscoupons attraktiver, lassen also den Kurs dieser Anlagen steigen. Auch Aktien werden mit sinkendem Zinsniveau oft attraktiver, da je nach Stand der Zinsen negative „Realzinsen“ (angelegtes Geld nach Inflation weniger Wert trotz Zinsen) drohen.

Entscheiden sich Notenbanken dazu, Leitzinsen nach oben zu korrigieren ist der Einfluß dieser Entscheidung ebenfalls beachtlich. Aktien werden bei steigenden Zinsen eventuell weniger interessant, da sich u.U. bei steigenden Zinsen risikoloser Geld in festverzinslichen Anlageformen verdienen lässt. Auch bei Anleihen ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten, steigen die allgemeinen Zinsniveaus, sinken oft die Kurse von Anleihen die nahe am Leitzins notieren.

Entscheidungen von Notenbanken sind oft politisch motiviert, schwer vorauszusehen und sehr einflussreich. Es ist wichtig den Einfluss der Entscheidungen zu verstehen, aber nicht möglich sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten!

Handelsabkommen
Die Aussicht auf Handelsabkommen wirkt oft positiv auf die Finanzmärkte der beteiligten Staaten. Das ist relativ logisch, da Handelsabkommen oft auf eine erhöhte Handelstätigkeit (=höhere Unternehmensgewinne) schließen lassen / abzielen.

Kriege
Eine kriegerische Auseinandersetzung ist nicht nur für die beteiligten Völker das schlimmste anzunehmende Drama. Auch für Investoren bedeutet eine kriegerische Auseinandersetzung meist einen wirtschaftlichen Stillstand in den betroffenen Ländern. Börsen werden geschlossen, Regierung eventuell abgesetzt. Weder Aktien, noch festverzinsliche Anlagen, Tagesgeld oder Währungen betroffener Länder sind als Investitionsalternative eine gute Wahl.

Eine in Krisenzeiten oft stärker nachgefragte Anlageklasse sind die Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin oder Palladium. Grund hierfür ist zum Einen die Annahme, dass diese Metalle in schwierigen Zeiten eine Werterhaltungsfunktion besitzen. Es gibt ein endliches Angebot der genannten Edelmetalle, die Förderungskosten werden von vielen als eine Art „natürliche Preisuntergrenze“ angesehen. Zum Anderen haben sich vor allem Gold und Silber in vergangenen Krisen als zweckmäßiges Tauschmittel bewährt.

Ich hoffe dieser Artikel hat dir deutlich gemacht, welche Risiken du beachten musst wenn du Geld sicher investieren willst. Bitte lasse dich nicht durch die aufgeführten (Extrem)Beispiele entmutigen und lege dein Geld langfristig sicher an!

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Über Jakob 183 Artikel
Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de

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