Haushaltsbuch – Private Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten

Haushaltsbuch führen - Geld Sparen

Muss ich ein Haushaltsbuch führen, um private Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten? Wichtigste Frage vorneweg: Ds Konto ist am Monatsende im Plus? Na dann gibt es ja keinen Grund zur Sorge, die Finanzen sind im Griff. Aber wer weiß schon genau, wie viel im Monat für Strom, Kommunikation, Versicherungen, Essen, Mobilität, Essen usw. weggehen? Manch einer mag auch sagen: Wozu soll ich das wissen, ich kann eh nichts daran ändern.

Solange am Ende des Monats das Konto einen positiven Saldo auswies, spielte es für mich anfangs keine Rolle, einen Überblick über meine Finanzen zu haben. Als ich dann einmal meine Einnahmen und Ausgaben aufgelistet habe, fiel mir sofort auf, dass ich sehr viel Geld verschwende. Ich verwende den Begriff Geld verschwenden absichtlich, da ich einige der Ausgaben senken konnte, ohne, dass ich mich persönlich einschränken musste – es erfordert meist nur etwas Umdenken und man gewöhnt sich sehr schnell daran.

Mithilfe eines Haushaltsbuches bringen wir alle Kosten in unser Bewusstsein und hinterfragen sie zugleich. Wenn man dann mit den Zahlen „herumspielt“ steigt die Motivation, bestimmte Ausgaben zu senken, weil man direkt sieht, wie viel zusätzliches Geld man dadurch zur Verfügung haben könnte.

Wie erstelle ich ein Haushaltsbuch?

Am besten erstellt man ein Haushaltsbuch in einer Tabelle, gut geeignet ist Excel oder Google Tabellen, letzteres ist kostenlos verfügbar und reicht für diesen Zweck völlig aus.

Die lästige Vorarbeit haben wir bereits erledigt und eine Vorlage für Excel erstellt. Wer kein Excel hat, kann die Vorlage auch in Google Tabellen öffnen und dort bearbeiten. Die Tabelle ist bereits vorausgefüllt und enthält alle notwendigen Formeln, es müssen lediglich die Zahlen eingetragen werden. Es gibt ausreichend freie Felder, um Ausgabeposten, die nicht aufgeführt sind, einzutragen.

Download Haushaltsbuch_Vorlage

Öffnen in Google Tabellen

Für den Anfang empfiehlt es sich, die letzten Monate zu erfassen, um bereits einen guten Überblick über die Entwicklung des „Geldflusses“ zu erhaltet. Wer viel mit Karte bezahlt, hat es da einfacher, da der Kontoauszug alle Kosten auflistet. Wer gerne bar bezahlt sollte anfangen, die Kassenzettel aufzuheben, am besten direkt vorsortiert in einer entsprechenden Box ablegen. Das Haushaltsbuch muss nicht jeden Abend aktualisiert werden, es ist viel sinnvoller, wenn man sich einmal im Monat für eine Stunde hinsetzt und die Zahlen einträgt.

Hinweis: Es kommt nicht darauf an, alles Cent-genau zu erfassen!

Beispielhafte Abbildung Haushaltsbuch
Mein Haushaltsbuch listet die einzelnen Ausgabe-Posten auf

Einnahmen im Haushaltsbuch

Für die meisten von uns bleiben die Einnahmen überschaubar durch Lohn/Gehalt und vielleicht ein paar Zinsen/Dividenden. In meinem Fall habe ich Mieteinnahmen, da ich ein Zimmer an einen Studenten untervermiete. Das Nettogehalt entnimmt man am besten seiner Lohn/Gehaltsabrechnung. Wenn das Jahresgehalt ungefähr konstant ist, es monatlich aber aufgrund von Schichtarbeit etc. schwankt, kann vereinfach auch der Monatsdurchschnittswert eingetragen werden.

Ausgaben im Haushaltsbuch

Die Ausgaben sind grob in fixe und variable Ausgaben unterteilt. Zu den fixen Ausgaben gehören Versicherungen, Wohnen und sonstige fixe Kosten, wie z.B. Abos oder Fitneßstudio. Variable Kosten sind jene, die mitunter zwar häufiger, aber nicht regelmäßig bzw. in selber Höhe auftreten, wie z.B. Handwerkerkosten.

Versicherungen im Haushaltsbuch

Wer Jahresbeiträge bezahlt, muss diese durch 12 teilen und den entsprechenden Monatswert eintragen. Im Idealfall hat man alle Unterlagen abgeheftet und findet die Werte darin, aber es schadet nicht, anhand der Kontoauszüge zu prüfen, ob wirklich alle Versicherungen erfasst wurden.

Wohnungskosten im Haushaltsbuch

Neben der Miete (Warm), kommen zusätzlich kosten für GEZ sowie Strom und Telekommunikation hinzu. Hinzu kommen ggf. regelmäßig wiederkehrende Kosten, beispielsweise für Schornsteinfeger, Gärtner etc.

Sonstige Kosten im Haushaltsbuch

Hier werden zunächst die Kosten für das Auto aufgelistet, sofern vorhanden. Darunter fallen Wartungskosten, die auch die Kosten für Autowäschen und Pflegeprodukte enthalten. Hier orientiert man sich an den Kosten aus den letzten Jahren und baut einen Puffer für unerwartete Ereignisse nach eigenem Ermessen obendrauf. Anschließend die Steuer, TÜV (ca. 100 EUR alle zwei Jahre = 4,16 EUR im Monat), die jährlichen Reifenwechsel + ggf. Einlagerung der Reifen sowie die Garage bzw. den Stellplatz. Strafzettel gehören ebenfalls zu den Kosten, wer Sammler in dieser Kategorie ist, sollte hier einen Durchschnittswert je Monat eintragen.

Handy und Fitneßstudio sowie Vereinsmitgliedschaften, Abos für Spotify, Amazon Prime, Netflix, Sky, Zeitschriften usw. fallen ebenfalls in den Bereich.

Das Haushaltsbuch hilft, unnötige Ausgaben und Kosten zu identifizieren und somit den Geldschwund zu verringern. © stmool / Fotolia

Variable Ausgaben im Haushaltsbuch

Unter diesen Ausgaben fallen diejenigen, die nicht regelmäßig wiederkehrend sind. Bei manchen Posten lässt sich sicherlich darüber streiten, ob es sich nicht doch um fixe Kosten handelt. Das spielt letztlich aber auch keine große Rolle für die Gesamtübersicht.

Neben einigen der fixen Ausgaben (wie z.B. Abos, aber auch KFZ), lassen sich bei den variablen Ausgaben oft die höchsten Einsparpotentiale identifizieren. Hierzu gehören Themen wie Kleidung, Essen (Arbeit und Privat) und Urlaub.

An dieser Stelle empfehle ich die Lektüre über den sog. „Konsumrelevanten Nettolohn“ zu lesen, in dem der tatsächliche Arbeitsaufwand für das Geld, das wir für Konsum übrig haben, ermittelt wird. Das erhöht die Motivation ungemein, diese Ausgaben herunterzuschrauben. Mehr zu den tatsächlichen Einsparpotentialen sowie Ratschlägen zur Verbesserung der Ausgabensituation werden im Artikel „Sparpotentiale identifizieren und umsetzen„.

Der Saldo – der Wahrheit ins Auge blicken

Das Aufwändigste liegt nun hinter einem, alle Zahlen sind eingetragen und es wurde geprüft, ob auch nichts vergessen wurde. Das Haushaltsbuch zeigt einen Saldo mit und einen Saldo ohne Auto auf. Die monatlichen Kosten für ein Auto dürften bei mindestens 300 EUR liegen. Wer darunter liegt, hat entweder etwas vergessen, kann seine Kiste selber reparieren oder fährt das Auto gar nicht. Andernfalls bitte im Kommentar schreiben, wie das zu schaffen ist.

Wie auch immer der Saldo aussieht, nun herrscht Transparenz über den Geldfluss. Als nächstes geht es daran, jeden einzelnen Punkt kritisch und offen zu hinterfragen. Wer mehr Geld sparen will, muss manchmal kreative Wege einschlagen, hier und da etwas auf Komfort verzichten und lernen, das ein Leben auch mit weniger Konsum möglich und oftmals sogar erfüllender ist. Sparen heißt für mich nicht verzichten, sondern viel mehr, anders zu leben.

Haushaltsbuch Fazit und Tipps

Ein Haushaltsbuch hilft, eine gewisse Disziplin, insbesondere bei den Ausgaben, zu erlangen. Es gibt dem Geldfluss eine Struktur. Erst wenn man sich der Kosten bewusst wird, kann man Einsparpotentiale ausfindig machen. Es ist motivierend zu sehen, wie sich Kosten im Zeitverlauf nach unten entwickeln und das gesparte Geld steigt, vor allem, wenn man merkt, dass man dazu keine wesentliche Einschränkung verspürt.

Muss man ein Haushaltsbuch nun permanent und fortlaufend führen? Wenn es einem Spaß bereitet, wieso nicht. Viel wichtiger ist, dass man es nicht nur einmalig erstellt, sondern eine Weile benutzt, um gezielt Kosten zu senken. Mit der Zeit haben sich Einsparpotentiale erschöpft und es geht eben nicht mehr. Ich habe mein Haushaltsbuch einige Monate lang geführt und konnte in der Zeit bereits große Einsparungen vornehmen, hat man sich erst daran gewöhnt, ist es nicht mehr nötig, regelmäßig diese Kosten zu prüfen.

  • Ich bezahle viele Dinge mit der Kredit- oder EC-Karte. Psychologisch ist es zwar besser, bar zu bezahlen, aber da ich meine Kosten gut im Griff habe, besteht kein Risiko, dass ich wegen der Karte mehr ausgebe, als ich sollte. Dafür habe ich eine übersichtliche Darstellung aller Ausgaben und kann diese einfach in mein Haushaltsbuch übertragen. Einen Kassenzettel verliert da eher einmal.
  • Einen Ordner anlegen und alle relevanten Dokumente darin ablegen. Klingt trivial, aber wenn man alles gleich richtig ablegt, findet man es später auch schnell wieder.
  • Excel oder irgendeine andere Tabellenkalkulation nutzen. Es schaut auf dem ersten Blick viel komplizierter aus, als es ist. Für ein Haushaltsbuch muss man kein Profi sein. Auf YouTube gibt es zahlreiche Hilfevideos, die die Grundlagen schnell und einfach erklären.
  • Nutze einen Computer für die Verwaltungsaufgaben. Smartphones und Tablets sind eine feine Sache, aber sie taugen nur bedingt für produktive Arbeit.

Haushaltsbuch Excel Download

Hier findest du eine Excel-Vorlage. Wir freuen uns über dein Feedback zu unserem Excel Haushaltsbuch in den Kommentaren.

Download Haushaltsbuch Excel Vorlage

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Finanzielle Freiheit erreichen

Empfehlenswerter Artikel für Fortgeschrittene Sparer. Denn die eigene finanzielle Unabhängigkeit erreicht man nur bei einer sehr guten Sparquote

Beitragsfoto: © VIGE.co / Fotolia.

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2 Kommentare

    • vielen lieben dank für diese informationen. ich habe zwar nur 80 euro pro monat sparen können, aber immerhin.

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