Auslandsüberweisungen – teure Banken meiden und Geld sparen

Auslandsüberweisungen können ein kostspieliges Unterfangen sein. Innerhalb der EU oder des Euro-Raums kann dank SEPA kostenlos und schnell überwiesen werden. Eine echte Auslandsüberweisung fängt erst beim Wechseln in eine andere Währung an.

Dabei warten auf Verbraucher oft versteckte Kostenfallen. Die meisten Hausbanken und sogar Zahlungsdienstleister wie PayPal oder Western Union überweisen in andere Währungsländer zu horrend teuren Wechselkursen.
Wieso?
Die Banken arbeiten oft mit zwischengeschalteten Korrespondenzbanken, die zwischen der Bank des Senders und des Empfängers zwischengeschaltet wird. Da oft eine Absprache über den Wechselkurs fehlt, nutzen die Banken ihn als Ertragsquelle. Dem Sender ist nicht bekannt, welcher Betrag letztendlich beim Empfänger eintrifft. PayPal oder WesternUnion profitieren von der Gutgläubigkeit seiner Kunden, die den Wechselkurs oft nicht als Kostenfalle wahrnehmen.
Zu diesem Ergebnis kamen zumindest die Autoren der Seite Auslandsueberweisung.info. Die Finanzexperten haben drastische Mängel bei Banken, wie der Deutschen Bank, der Postbank, der Sparkasse oder der Commerzbank, sowie bei PayPal und Western Union festgestellt.

Veraltete Strukturen sorgen für Überteuerungen

Die Strukturen der Banken sorgen für Überteuerungen. Der Ablauf einer Auslandsüberweisung innerhalb dieser Strukturen, entspricht dem technischen Standard der 1980er Jahre und ist dem digitalen Zeitalter nicht angemessen. Die Banken halten an ihrem Modell fest und verdienen dabei auf unterschiedliche Art und Weise.

Kostenfaktor Wechselkurs

Der Wechselkurs ist ein enormer Kostenfaktor bei einer Auslandsüberweisung in ein fremdes Währungsland. Seriöse und faire Anbieter beziehen sich beim Wechselkurs meist auf den aktuellen Visa-Kurs. Die gestellten Kurse des Kreditkartenunternehmens entsprechend dem aktuellen Marktkurs und ist somit fair.
Viele Banken hingegen, wie die Postbank, die Sparkasse oder die Commerzbank, können vor einer Überweisung nicht angeben, zu welchem Kurs tatsächlich gewechselt wird. Die geldsendende Partei hat somit keinerlei Kostenkontrolle und weiß auch nicht, welcher Betrag beim Empfänger eintrifft. Der Grund sind hier auch zwischengeschaltete Banken oder unklare Vereinbarungen mit der Bank des Empfängers. Im Zeiten des digitalen Zeitalters unvorstellbar.

Die Banken hingegen wechseln das Geld untereinander zum Visa-Kurs und profitieren daher von den Abweichungen des Wechselkurses gegenüber dem Kunden. Im Vergleich können Abweichungen von 3 bis 5 Prozent festgestellt werden, die als Kosten interpretiert werden können.

Intransparente Gebühren

Der nächste große Kostenfaktor bei klassischen Banken sind die intransparenten Gebühren. Die meisten Banken können ihren Kunden die exakte Gebühr nicht benennen.
Für die meisten Überweisungen bis zu 10.000 Euro, betragen die fixen Gebühren in den meisten Fällen 10 bis 25 Euro. Dazu kommen häufig noch Kosten der Empfänger oder Korrespondenzbank, die ebenfalls nicht bekannt sind.
Manche Banken, wie etwa die Deutsche Bank, berechnen hierfür eine Fremdkostenpauschale in Höhe von 25 Euro. Bei vielen anderen Banken ist es dem Kunden nicht ersichtlich, was zuvor zu bezahlen ist.
Somit würden alleine durch Überweisungsgebühren Kosten in Höhe von ca. 35 Euro entstehen, ohne dass Kosten eines abweichenden Wechselkurses eingerechnet sind.

Günstige Alternativen aus dem FinTech-Sektor

Dank des digitalen Zeitalters und fortschreitender Digitalisierung übernehmen moderne FinTech-Unternehmen die Geschäftsfelder von Banken. Genauso im Bereich Auslandsüberweisungen.
Sie heißen AZIMO, Transferwise oder Xendpay und haben eins gemeinsam: Sie sind enorm günstig!
Doch wie arbeiten diese Anbieter?
Anstatt das Geld zunächst an eine Korrespondenzbank zu überweisen, nehmen die Anbieter Einzahlungen an und leiten diese direkt auf das Empfängerkonto weiter. Dabei arbeiten die Anbieter mit transparenten Gebührensätzen. So kostet eine Auslandsüberweisung von 10.000 Euro in die USA mit TransferGo nur 0,99 Euro, während bei der Deutschen Bank 35 Euro angefallen wären. Außerdem beziehen sich die meisten auf den aktuellen korrekten Wechselkurs und nutzen Abweichungen nicht als Gewinnquelle.
Die deutlich günstigeren Kosten sind der Grund für den enormen Aufstieg der FinTech-Startups im Bereich Geldtransfer. TransferWise wurde etwa 2010 gegründet und hat mittlerweile über 1 Mrd. Euro transferiert. Bewertet wird das Unternehmen mit 1,1 Mrd. Euro. Prominente Investoren sind Sir Richard Branson von Virgin oder der PayPal Mitbegründer Peter Thiel.

Überweisung mit FinTech-Unternehmen sind deutlich schneller

Es sind nicht nur die überteuerten Gebühren, die den Geldtransfer ins Ausland bei Banken so unattraktiv erscheinen lassen. Die Transfers benötigen in der Regel 3 bis 5 Werktage. Die FinTech-Anbieter sind deutlich schneller. Je nach Empfangsart benötigen Sie lediglich wenige Stunden bis zu zwei Werktagen. Soll der Betrag bar in Empfang genommen werden, so ist das Geld in der Regel sofort da.

Schlechter Service bei PayPal

Wer sich dieser verkappten Situation bewusst ist, hat es vielleicht schon mit anderen Anbietern probiert. PayPal und WesternUnion werden häufig als Alternativen zu Banken angeführt. PayPal ist mit seinem sofortigen Geldtransfer eine gute Alternative bezüglich der Schnelligkeit. Leider ist der Wechselkurs vom aktuellen Marktkurs derartig abweichend, dass PayPal keine Alternative darstellen kann. Hinzu kommen zusätzliche Gebühren, wenn es sich nicht um eine private Geldsendung handelt.
Es häufen sich im Netz berichte, die sich mit den Erfahrungen der Autoren decken. Wurde eine falsche Empfangsadresse ausgewählt oder erfolgt eine Rückzahlung an den Empfänger, so muss dieser oft wochenlang auf sein Geld warten. PayPal behält die Beträge bis zu vier Wochen ein. Im geschäftlichen Bereich ist das ein schwer zu tragendes Risiko.

Alter Finanzsektor ist nicht mehr zeitgemäß

Banken verpassen zunehmend den Anschluss an die Anforderungen der digitalen Welt. Viele Geschäftszweige haben den Anspruch verpasst. Die Banken verlieren dadurch zunehmend Bereich an moderne FinTech-Unternehmen. Im Bereich der internationalen Geldtransfers wird das besonders deutlich. Aufgrund zunehmender Informationsverbreitungsmöglichkeiten, die das Internet bietet, profitieren in erster Linie die Verbraucher. Die Gebühren für Finanztransaktionen sinken und die Banken verlieren die Hoheit in vielen Finanzbereichen. Das Angebot verbessert sich jedoch für Verbraucher.

Vergleichen lohnt sich

Das Angebot der neuen Anbieter im Bereich der internationalen Geldtransfers ist enorm umfangreich. Sie arbeiten transparent und kostengünstig, doch bieten sie den Transfer nicht immer in alle Länder an. Teilweise unterscheiden sich die Gebühren je nach Empfängerland und Empfangsart. Informationsportale, wie Auslandsueberweisung.info, haben die Konditionen zu den beliebtesten Ländern untersucht und bieten auf ihrer Seite einen umfangreichen Vergleich an.

Fazit

Banken sind als Ansprechpartner in Sachen Auslandsüberweisungen absolut ungeeignet. Die Institute arbeiten mit veralteten Strukturen, die in überhöhten Kosten und langwierigen Transaktionen für die Banken rechnen. Bekannte Alternativen wie PayPal oder WesternUnion arbeiten mit schlechten Wechselkursen und sind teilweise sogar unsicher. Moderne FinTech-Startups, wie AZIMO, Transferweise oder CurrencyFair haben das Feld übernommen. Sie bieten kostengünstige und schnelle Überweisungen in viele Länder an. Dabei betragen die Kosten im Vergleich zu Banken oft nur Bruchteil.

 

Beitragsfoto: © Trifonenko Ivan / Fotolia.
4.67/5 (1)

Bitte bewerte diesen Artikel von Finanzgrundlagen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*