Gute Ideen lösen IMMER ein Problem deiner Zielgruppe – Persona Max (27) der Gründer

Ideen zur Selbstständigkeit - Löse das Problem deiner Persona

Gute Ideen lösen immer ein Problem

Unsere Unternehmensberatung erhält manchmal gute Ideen von Menschen, die sich gerade erst selbstständig machen wollen. Zwar gehört es nicht zu unserer eigentlichen Tätigkeit, Entrepreneure bei ihrer Gründung zu helfen und zu beraten. Dennoch haben wir uns entschieden, alle Mails dieser Art zu 100% zu beantworten.

Warum? Weil diese Menschen offensichtlich ein Problem haben, für das sie eine Lösung suchen. Außerdem sind sie für unsere eigenen Ziele eine äußerst interessante Zielgruppe, die wir näher kennen lernen möchten.

Für jedes Gründungsvorhaben und jede Idee gilt:
Gute Ideen lösen IMMER ein Problem deiner Zielgruppe.
Dieser Grundsatz gilt auch für die Persona Max (27) – dem Gründer.

Zielgruppe kennen lernen und eine Persona erstellen

Menschen können also einer spezifischen Zielgruppe zugeordnet werden. Es ist essentiell, die Zielgruppe seiner eigenen Idee zu identifizieren. Es hat sich als nützlich erwiesen, die Eigenschaften dieser Zielgruppe (= Persona)  in- und auswendig zu kennen, wenn man als Start-Up erfolgreiches Marketing betreiben möchte.

Als Persona identifizieren wir in unserem Beispiel zukünftige Entrepreneure, im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die eine Idee haben, und ein Unternehmen gründen wollen. Offensichtlich möchten sie ihr eigenes Problem auf eine schnelle und einfache Art und Weise lösen. Sie informieren sich selbstständig und haben unser Unternehmen aufgrund ihrer eigenen Recherchen entdeckt. Sie haben unsere Beratung als kompetent eingestuft und sich getraut, uns eine unverbindliche Kontaktanfrage zu schicken.

Diese Persona nennen wir Max. Wenn wir intern über Max sprechen, wissen sofort alle Kollegen, welcher Persönlichkeits-Typ unserer Zielgruppen gerade gemeint ist. Wir haben uns von Max, dem Gründer, ein ganz klares Bild gemacht.

Charakteristika einer Persona

Zur Charakteristika einer Persona zählen demographische Informationen wie z.B. Alter, Beruf, Wohnort und Beziehungsstatus, sowie Informationen zur Persönlichkeit wie z.B. besondere Fähigkeiten, Vorlieben, Stärken und Schwächen.

In unserem Fall ist Max 

  • 27 Jahre alt, hat BWL studiert und ist seit 2 Jahren als Junior Marketing Manager bei Media Markt angestellt
  • wohnhaft in München, auf 60m² für 1000 Euro Kaltmiete, lebt mit seiner Freundin seit einem Jahr zusammen

Daraus ableitend erhalten wir weitere spezifische Eigenschaften von Max

  • Er ist unglücklich auf seiner Arbeit, da ihn der Job in einem Konzern nicht erfüllt
  • Seine Aufstiegschancen sind gering, er kann seine Fähigkeiten nur selten unter Beweis stellen
  • Max hat am Ende des Monats wenig Geld übrig, da er wenig verdient und relativ viel ausgibt
  • Er ist ein Digital Native, analytisch sehr stark,  und kann außerordentlich gut Probleme lösen
  • Er kann sehr gut kochen, geht gerne lecker Essen und hat eine Vorliebe für guten italienischen Rotwein
  • Am Wochenende verbringt er seine Freizeit in den Bergen. Dort genießt er die Ruhe und Abgeschiedenheit

Ziele und Aufgaben

  • Max hat sich als Ziel gesetzt ein erfolgreiches, sozial getriebenes Unternehmen zu gründen
  • Er meint es ernst und beschäftigt sich mit seinem persönlichen Ziel seit einigen Monaten intensiv
  • Er liest diverse Blogs, insbesondere rund um die Themen Social Entrepreneurship und Online Marketing
  • Auf allen Kommunikations-Kanälen hört er ganz genau hin, sobald das Thema Start-Up gründen aufkommt

Motivation & Leidenschaft

Was motiviert Max ganz besonders? Wer sind seine Vorbilder? Was ärgert Max sehr, und wofür könnte er sich (nicht) begeistern?

  • Max motivieren kleine Erfolge. Daher freut er sich sehr, wenn ihm sein Essen besonders gut gelingt
  • Er ist intrinsisch motiviert getrieben, er möchte unternehmerisch und sozial nachhaltig tätig werden
  • Es ärgert ihn besonders, wenn die Politik offensichtlich falsche Entscheidungen trifft
  • Sein Vorbild ist Steve Jobs, und den aktuellen amerikanischen Präsidenten kann er überhaupt nicht leiden.

Probleme deiner Zielgruppe bzw. Persona

Die besten Start-Up-Ideen lösen das Problem deiner Zielgruppe auf eine bisher noch unbekannte Weise. Im Idealfall gibt es noch keine Lösung für das Problem, denn diese Lösung ist genau deine Idee.

Wie relevant ist das Problem für deine Zielgruppe?

Da die Gründer uns ihre Ideen meist schon im Erstkontakt verraten, fragen wir sie als Erstes nach ihrer Zielgruppe. Oftmals kommen ganz allgemeine Antworten wie z.B. Studenten, Rentner oder Hausfrauen. Das ist falsch.

Wir haben für die Bewertung unserer eigenen Ideen ein eigenes Programm namens TINA geschrieben, welche die Ideen von Max auf eine einfache Art und Weise bewertet. Unser Programm beruht auf künstlicher Intelligenz und erfasst Metriken aus Amazon, Facebook und Google, welche die Nachfrage anhand von Suchvolumen und diverser anderer Kennzahlen bewerten.

Daher kennt Tina  insbesondere die Probleme einer breit gefassten Zielgruppe sehr gut. Diese sind auch für den Laien offensichtlich und helfen uns dabei, die Probleme einer beliebigen Persona kennen zu lernen und zu verstehen.

Die Probleme eines Studenten unterscheiden sich durchaus von den Problemen einer Studentin:

Zielgruppe A: Probleme eines Studenten, z.B.

  1. Wie schaffe ich die kommende Prüfung ohne viel zu lernen?
  2. Welche Party steht als nächstes an?
  3. Wie bekomme ich Geld von meinen Eltern, damit ich…?

Zielgruppe B: Probleme einer Studentin, z.B.

  1. Habe ich genug für die kommende Prüfung gelernt?
  2. Welche Party darf ich auf keinen Fall verpassen?
  3. Wie komme ich an Geld? Mir fehlen 20 Euro, wenn ich meinen Nebenjob pausieren würde.

Anhand dieser einfachen Beispiele erkennst du sehr leicht, dass die Zielgruppe A und die Zielgruppe B ganz anders über ihre Probleme nachdenken. Während der Student also überlegt, wie wenig er lernen muss, um die Prüfung zu schaffen, fragt sich die Studentin in unserem Beispiel, was sie noch alles lernen muss, um eine Prüfung zu bestehen.

Idee: Max, der attraktive Nachhilfelehrer

Max, der uns letztes Jahr die Idee einer Schüler-Nachhilfe geschickt hat, verwirklichte so seinen Traum eines eigenen Start-Ups. Ursprünglich war seine Zielgruppe „Schüler oder Schülerin„. Seine Kunden waren aber eigentlich die Eltern, denn diese treffen die Entscheidung über die Nachhilfe.

Beim Erstgespräch waren es fast immer Mütter. Sie waren laut seinen Schilderungen meist genervt, enttäuscht von den Leistungen ihrer Kinder, geizig und hätten ihn am liebsten auf der Stelle vernascht

„Eine Kundin wollte mich für Sex bezahlen!“

Ja, genau richtig gelesen, eine Mutter fand ihn fachlich nicht kompetent genug und außerdem zu teuer. Allerdings fand sie ihn so heiß, dass sie bereit war, Max für etwas Anderes zu bezahlen. Zufällig war er tatsächlich attraktiv. Die Mutter fand ihn also für die Nachhilfestunde zu teuer, für ein anderes Kundenbedürfnis hätte sie aber ihren bzw. seinen Geldbeutel aufgemacht.

Als Max die Unterschiede zwischen Studenten und Studentin im Rahmen einer Zielgruppenanalyse erkannt hat, veränderte sich seine Idee in einer Art 180 Grad Wendung:

Mandy (21) – eine Zielgruppe als Persona

  • studiert BWL im 3. Semester, lernt fleißig und ist engagiert
  • hat Probleme mit Zahlen, und hasst Finanzmathematik
  • ist wenig selbstbewusst, und geht viel zu selten feiern
  • hat Angst davor, die Mathe-Prüfung zu bestehen
  • ihr Studium wird von ihren Eltern finanziert

Konkrete Zielgruppe und steigende Preise

Als Max die Zielgruppe identifiziert hat, war seine Ausschreibung total einfach. Er postete auf den zahlreichen Pinnwänden der BWL-Universität und in den Facebook Gruppen der verschiedenen Studiengänge bzw. seiner Stadt. Früher warb er auf seiner Ausschreibung mit dem Preis von nur 16 Euro pro Stunde. Doch keiner reagierte, weil ein anderer günstiger bei gleicher Leistung war.

Max – der attraktive Nachhilfelehrer

  • Mathematik für BWLer
  • nur 25 Euro pro Stunde
  • Geld zurück Garantie*

* Wenn du die Prüfung nicht bestehst, dann erhältst du das komplette Geld zurück. Alternativ lade ich dich zum Essen oder ins Kino ein.

Nach dieser Ausschreibung änderte sich die Nachfrage nach einer Nachhilfestunde bei Max spürbar. Das Produkt von Max, eine Nachhilfestunde in Mathe für BWLer, wurde unique. Er bot eine Geld-Zurück-Garantie an und erhöhte seinen Preis um 50%.

Mandy schrieb Max nur an, weil sie ihn attraktiv fand. Eigentlich hätte sie keine Nachhilfe benötigt, doch das Bild von Max bei der Ausschreibung catchte sie. Sie hatte das Bedürfnis ihn kennenlernen zu wollen. Ihre Eltern waren zwar verwundert, dass sie Nachhilfe benötigt, doch sie gaben ihr die 250 Euro. Max musste nur bestätigen, dass sie auch wirklich zur Nachhilfe ging.

Mandy hätte die Prüfung locker mit einer drei oder so bestanden. Aufgrund der zehn Nachhilfestunden bei Max war sie so gut wie nie zuvor.

Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Max erhielt 250 Euro, Mandy erhielt eine 1,7 in ihrem Hassfach und ihre Eltern waren überaus erleichtert. Sie gaben das Budget für weitere Nachhilfestunden frei.

Wie der Aktienkurs an der Börse entsteht – Angebot und Nachfrage

Mandy erzählte all ihren Freundinnen von ihren Erfolgen mit Max, dem attraktiven Nachhilfelehrer und so erhielt Max Social Proof.

Er konnte sich vor neuen Studentinnen nicht mehr retten, und seine Preise stiegen aufgrund der höheren Nachfrage an. Mandy lud Max am Ende selbst zum Essen ein. Heute sind sie mehr als 2 Jahre zusammen.

Es sprach sich schnell rum, dass man bei ihm eine Geld-Zurück-Garantie erhielt. Zwischenzeitlich verlangte Max 50 Euro pro Stunde. Er konnte sich seine Kundinnen praktisch aussuchen, und nach nur einem Jahr hat er es geschafft, dass keine einzige seiner Studentinnen oder Studenten mehr durch eine Prüfung fiel.

Mittlerweile ist Max – der attraktive Nachhilfelehrer eine erfolgreiche Agentur für Nachhilfen bei Studentinnen und Studenten. Max ist Geschäftsführer, und tut sich momentan extrem schwer, fähige Nachhilfelehrer für Mathematik-Fächer zu finden. Denn diese machen die operative Arbeit für ihn. Zur Zeit muss er zwar selbst unterrichten, doch sein Business läuft insgesamt sehr erfolgreich.

Fazit Start Up Ideen & Marketing

Um ein erfolgreiches Start-Up aufzubauen, benötigst du nicht unbedingt viel Geld für  Marketing auszugeben, oder diese eine  Idee, welche  die Probleme der ganzen Welt löst. Es ist auch kein 50-seitiger Business Plan nötig, oder gar ein erfolgreicher Pitch bei einer Venture Capital Gesellschaft.

Es reicht lediglich aus, eine Idee genau zu verfolgen. Eine Idee welche die gravierendsten Probleme einer Zielgruppe löst. Wenn du also vor hast, ein Unternehmen zu gründen, frage dich ganz genau, welche Probleme deine Zielgruppe überhaupt hat. Und dann finde Lösungsansätze für die Probleme dieser Zielgruppe. Besprich‘ deine Ideen hauptsächlich mit der Zielgruppe, und nicht mit deiner Mutter. Auch nicht mit deinem Freund Tom, der immer alles besser weißt. Sie sind nicht Teil deiner Zielgruppe!

Deine Idee löst das Problem von Mandy.

Content-Marketing-Experte und Scompler Gründer im Interview

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