Bares Geld einsparen bei der Kfz-Versicherung – so geht’s.

Bares Geld einsparen bei der Kfz-Versicherung

Sie ist die obligatorischste aller Versicherungen in Deutschland: die Kfz-Versicherung. Wer sich ein Auto zulegt, muss zwangsläufig auch eine Kfz-Versicherung abschließen. Ein Auto darf in Deutschland nicht im Straßenverkehr bewegt werden, wenn es nicht versichert ist. Das geht so weit, dass eine nicht bezahlte Kfz-Versicherung die Stilllegung des Wagens zur Folge haben kann. Denn die Versicherer sind dem Bundeskraftfahrtamt gegenüber zur Meldung verpflichtet. Das heißt für den Autobesitzer, dass sein Versicherer nach mehrmaliger Aufforderung zur Zahlung der Versicherungsprämie dem Kraftfahrtbundesamt über die Nichtbegleichung Mitteilung macht. Diese machen dann kurzen Prozess und ziehen das betroffene Kfz aus dem – sprichwörtlichen und wörtlichen – Verkehr.

Was muss und was kann bei der Kfz-Versicherung?

Zugegeben: Auf dem hiesigen Markt gibt es eine Reihe von Autoversicherungen, die allesamt um die Gunst des Interessierten buhlen. Wer sich jedoch ein wenig Zeit nimmt, einen Versicherungsvergleich anstrebt und sich vielleicht für einen günstigen Anbieter entscheidet, der kann längerfristig betrachtet mehrere Hundert Euro im Jahr einsparen. Dabei ist ein genauer Blick auf die Policendetails unvermeidlich. Denn alles kann, aber nicht alles muss in der Kfz-Versicherung integriert werden. Und nicht immer ist die billigste Police die im Schadensfall günstigste.

Das ergibt sich schon allein daraus, dass es drei verschiedene Grundmodelle einer Kfz-Versicherung gibt. Das Minimum stellt die Kfz-Haftpflicht dar. Diese ist per Gesetz in Deutschland obligatorisch, also ein absolutes Muss für jeden Autobesitzer. Eine Teilkasko oder gar Vollkasko hingegen kann man auf freiwilliger Basis abschließen. Sie stellen eine Ergänzung zur grundlegenden Haftpflichtversicherung für das Kfz dar. Besonders zu empfehlen sind sie für Neuwagen und geleaste Autos. Aber auch wertvolle Oldtimer sind mit einer Vollkasko besser geschützt, als nur mit einer Haftpflicht.

Das deckt die Kfz-Haftpflicht ab

Für einige Experten ist die Haftpflicht fürs Auto das Pendant zur Basisausstattung beim Neuwagenkauf. Da lockt der geringere Preis, dafür bekommt man aber bisweilen nicht einmal das Autoradio ohne Aufpreis mitgeliefert. Es lohnt sich also, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, was eine Kfz-Haftpflichtversicherung eigentlich genau kann.

Der Leistungsumfang einer reinen Haftpflichtversicherung ist vergleichsweise gering. Genau genommen deckt sie nur die Schäden ab, die man als Kfz-Besitzer an anderen verursacht. Also bezahlt sie Reparaturen am Wagen des Unfallgegners, die Kosten für den Ersatz von Schildern, die Räumung der Straßen von Unfallteilen oder die Reparatur von Zäunen und Leitplanken.

Eine derartige Kfz-Versicherung kommt also für alle Schäden auf, die anderen durch den Versicherten entstehen. Für Schäden, die dem versicherten Unfallverursacher selbst entstehen, kommt die Kfz-Haftpflicht nicht auf! Dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man sich entscheidet, den eigenen Wagen mit diesem Basispaket zu versichern.

Dies ist bei der Kfz-Haftpflichtversicherung noch zu bedenken

Die Kfz-Haftpflicht kommt nur für eine in der Police vereinbarte Höchstsumme auf. Die Mindestdeckungssumme für eventuelle Schäden sind gesetzlich festgelegt. So kommt der Versicherer bei Personenschäden für mindestens 7,5 Millionen Euro auf. Bei Sachschäden für Minimum 1,12 Millionen Euro. Bei Vermögensschäden für 50.000 Euro. Alles was darüber hinaus geht, muss der Unfallverursacher aus eigener Tasche zahlen. Und je nach Unfallschwere kann das ganz schön teuer werden.

Man sollte sich bei der Haftpflicht fürs Auto nicht auf das Minimum beschränken. Stattdessen lieber etwas höhere Monats- bzw. Jahresbeiträge in Kauf nehmen und sich stattdessen gegen Schäden in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro absichern.

Auch wichtig bei der Wahl einer Kfz-Haftpflicht ist, ob sie europaweit gültig ist – zumindest dann, wenn Fahrten ins Nachbarland mit dem Wagen geplant sind. Und, ob sie greift, wenn man im Ausland mit einem Mietwagen Schäden verursacht bzw. ob man sie zumindest um diese sogenannte „Mallorca-Police“ erweitern kann.

Das decken Kasko-Versicherungen ab

Wer nach einem Schadensfall zusätzlich zur höheren Haftpflichtprämie nicht auch noch die Eigenschäden selbst bezahlen möchte, ist mit einer Kasko-Versicherung gut bedient. Wie die Namen es schon andeuten, ersetzt die Teilkasko einen Teil der Kosten für die Schäden am eigenen Kfz, die Vollkasko übernimmt die vollen Kosten. Zumindest dann, wenn kein Selbstbehalt vereinbart wurde.

Hinweis
Die Kasko-Versicherungen decken nicht nur unfallbedingte Schäden ab. Sie greifen auch in Fällen von Vandalismus, Marderbiss oder Sturmschäden – wobei hier differenziert werden muss, ob der Schaden durch umherfliegende Äste oder Ziegel verursacht wird oder durch den Fahrer selbst aufgrund des Sturmes. Im ersten Fall reicht auch eine Teilkasko. Im letzteren Fall ist eine Vollkasko ein Muss.

Das gibt es über die Kasko-Versicherungen noch zu wissen

Die Beitragsprämie erhöht sich bei Kasko-Versicherungen nur, wenn der Versicherte selbst mit seinem Kfz einen Unfall verursacht hat. Wird die Versicherung aufgrund von Fremdschäden in Anspruch genommen, so erhöhen sich die Beiträge für den Versicherten nicht.

Einige Verträge enthalten eine Klausel, wonach sie bei „grober Fahrlässigkeit“ seitens des Versicherten nicht in die Presche springen. Nun ist die Definition grober Fahrlässigkeit sehr wage und interpretationsanfällig. Auf Nummer sicher geht, wer sich auf keinen Kaskovertrag einlässt, in dem der Versicherer nicht auf diesen Einwand verzichtet.

Wer eine Tierbiss-Klausel in der Kasko-Versicherung hat, sollte darauf achten, dass auch Folgeschäden mitversichert sind. Also nicht nur unmittelbare Schäden erstattet werden, sondern auch Langzeitschäden an Kabeln, Schläuchen und Leitungen.

Auch der Höhe des Selbstbehaltes sollte man bei der Wahl einer Kasko-Versicherung Beachtung schenken. Im Idealfall gibt es keinen oder zumindest die Option durch eine höhere Prämie den Selbstbehalt zu streichen.

Weitere Optionen im Kasko-Vertrag für das Kfz sind Werkstattbindung, Schadensfreiheitsrabatt, Neupreisentschädigung, GAP-Deckung und Kaufpreisentschädigung. Je nach Wagen und dessen Zustand sollten diese ausgewählt und hinzu gebucht werden, sofern sie nicht bereits Bestandteil der Kfz-Police sind.

So teuer wird die Kfz-Versicherung:

Selbstverständlich gibt es bei Versicherungen ebenso wie bei den Automobilen selbst, teurere und günstigere Modelle. Auch hier gilt die Prämisse, dass ganz klar vom Rolls-Royce der Versicherung und den günstigeren Varianten unterschieden werden muss. Wer sich für einen Wechsel entscheidet, um Geld zu sparen, der ist mit einem minutiösen Versicherungsvergleich gut beraten.

Wie teuer die Kfz-Versicherung am Ende ausfällt hängt also zunächst natürlich vom Versicherer ab. An zweiter Stelle aber steht direkt der Leistungsumfang. Darüber hinaus bestimmen einige Schlüsselfaktoren zusätzlich die Jahresprämie bei der Kfz-Versicherung.

So berechnen Versicherungen die Beiträge:

  • die Typklasse – eine Feststellung der Schadenswahrscheinlichkeit des versicherten Kfz. Grob bedeutet das: Je mehr Modelle eines bestimmten Fahrzeugtyps (etwa der weit verbreitete Golf III) im Straßenverkehr zugelassen sind, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Modell öfter in Unfälle involviert ist, desto höher die Typklasse, desto höher der Beitrag. Aber auch rare Modelle, die Kriminelle besonders oft zum Diebstahl verleiten, werden in der Typklasse höher und damit teurer eingestuft.
  • die Regionalklasse – zur Feststellung der Regionalklasse wird die Schadensstatistik des Zulassungsbezirkes herangezogen, in dem das Kfz gemeldet ist. Eine niedrige Einstufung bedeutet niedrigere Beitragszahlungen. Derzeit bezahlt man für Kfz-Versicherungen in Niedersachsen, Brandenburg, Meck-Pom und Schleswig-Holstein besonders wenig. Zumindest, wenn es nach der Schadensbilanz für die Regionalklasse geht.
  • das Halteralter – wie alt der Besitzer des zu versichernden Kfz ist, spielt bei der Beitragsbemessung ebenfalls eine Rolle. Dabei ist klar, dass besonders Führerscheinneulinge und ältere Verkehrsteilnehmer als Risikogruppe eingestuft werden. Wobei der Risikocharakter durch Schadensfreiheit und unfallfreie Jahre bzw. das Verkehrsregister in Flensburg und den Besitz des Führerscheins aufgeweicht werden kann.
  • das Fahrzeugalter – ein Neuwagen ist weniger schadensanfällig, als ein Gebrauchtwagen, der seit den 1990er Jahren schon mehrfach den Besitzer gewechselt hat und auch technologisch nicht mehr auf den neuesten Stand ist. Entsprechend spielt das Alter des Fahrzeuges in die Kostenkalkulation der Kfz-Versicherung mit hinein. Gepflegte Young- und Oldtimer bilden eine Ausnahme und sind ggf. mit einer Oldtimerversicherung ohnehin besser geschützt.
  • der Nutzerkreis – bei Abschluss der Kfz-Versicherung muss man angeben, ob man den Wagen ausschließlich selbst fährt oder ob auch andere Personen fahrberechtigt sind. Je nachdem wie groß dieser Personenkreis ausfällt, variiert auch die Berechnung dieses Kostenpunktes. Je weniger Personen, desto günstiger natürlich.

Diese Aspekte können bei der Kfz-Versicherung ebenfalls wichtig sein

Weitere Faktoren, die die Kalkulation für die Versicherungsprämie beeinflussen sind etwa ✔ die jährliche Fahrleistung – einige Anbieter geben auf weniger als 10.000 gefahrene km p.a. einen Rabatt –, ✔ die Tarifeinstufung bzw. der Beruf des Versicherungsstellers, ✔ der Nutzungszweck des Kfz – privat, beruflich, gewerblich –, ✔ die Art und Leistung des Kfz – Motorrag, Auto, Van, Bulli, etc. bzw. PS, Hubraum, usw. Auch relevant für einige Versicherer ist ✔ die Unterbringung des Kfz: Steht’s im Freien für jedermann zugänglich oder abgeschlossen in der Garage und wenn ja in einer Großgarage oder einer privaten?! Und manche geben einen Rabatt auf Familienversicherungen; sprich, man geht davon aus, dass Väter und Mütter von Kindern bis zu 14 Jahren umsichtiger fahren und belohnt diese Schadensrisikominimierung mit günstigeren Beiträgen.

Nur ein Versicherungsvergleich hilft Geld sparen

Wer bei der Kfz-Versicherung Geld sparen möchte, kommt um einen Vergleich der Policen und Leistungen nicht umhin. Für einen ersten Überblick gibt es online eine Menge kostenloser Tools, etwa Vergleichsseiten und unabhängige Tarifrechner.

Doch der Preis, den solche Vergleichsportale ausspucken, sollte nie als Messlatte für einen Versicherungswechsel herangezogen werden. Stattdessen ist es wichtig, die Leistungen zu vergleichen und ggf. auch zum zweit- oder drittgünstigen Anbieter zu wechseln. Das Preis-Leistungsverhältnis ist gerade bei der Kfz-Versicherung, die von so vielen Faktoren abhängt, unglaublich wichtig.

Wer beim Vergleich nur überfliegt und wichtige Passagen außer Acht lässt, wird kaum am Preis einsparen können. Oder er spart nicht nur beim Preis, sondern auch bei der Leistung und zahlt im Schadensfall noch drauf. Dann ist der Wechsel gleich völlig obsolet.

Preisnachlässen, Sonderkonditionen und Familientarifen sollten deshalb besondere Beachtung geschenkt werden. Hält die Versicherung, was sie verspricht? Ist das Billigangebot wirklich günstig? Ein Blick in das Kleingedruckte hilft hier eindeutig, den Tarif auf Herz und Nieren zu prüfen, damit am Ende auch wirklich Geld eingespart werden kann.

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