Für den Todesfall eine finanzielle Vorsorge treffen?

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Versicherungen als finanzielle Absicherung im Todesfall

Über den Tod, zumal über den eigenen, spricht niemand gern. Das Thema wird zwar nicht unbedingt tabuisiert. Dennoch schiebt man es lieber beiseite. Zumindest solange es geht. Und manchmal überrascht er uns doch. Reißt Angehörige mitten aus dem Leben, Freunde, Verwandte, Bekannte. Spätestens dann wird man sich der eigenen Sterblichkeit, der Endlichkeit des eigenen Lebens bewusst. Und auch, wenn das Thema ein eher unangenehmes ist, ab der Mitte des Lebens ist eine Auseinandersetzung damit unvermeidlich. Was wird im Todesfall aus dem Ehepartner, was aus den Kindern? Mit einer finanziellen Vorsorge kann zumindest die wirtschaftlichen Sorgen der eigenen Familie mindern. Denn im Trauerfall sollte die sich nicht auch noch darum Gedanken machen müssen. Und auch wenn es unschön ist, der Tod kostet mehr als das eigene Leben.

Varianten zur Absicherung im Todesfall

Zwei der sinnvollsten Absicherungen für den Todesfall sind die Sterbegeldversicherung und die Risikolebensversicherung. Welche Variante die passendere ist, ist von einigen Faktoren abhängig. Etwa spielt die Lebenssituation des Versicherten eine nicht unerhebliche Rolle. Wer verheiratet ist, Kinder und, oder laufende Verbindlichkeiten hat, möchte seine Angehörigen wahrscheinlich auch über den eigenen Tod hinaus abgesichert wissen. In so einem Fall ist eine Risikolebensversicherung die sinnvollere Alternative. Befindet man sich selbst bereits in einem fortgeschrittenen Alter, weiß die eigene Familie mit beiden Beinen mit im Leben und hat sich schon um Nachlass und Erbangelegenheiten gekümmert, dann reicht unter Umständen auch eine Sterbegeldversicherung.

Die Sterbegeldversicherung als Absicherung im Todesfall

Die Sterbegeldversicherung ist eine Möglichkeit zur finanziellen Vorsorge, die vorrangig darauf ausgelegt ist, die Bestattungskosten zu decken. Nicht selten belaufen diese sich auf hohe vier- bis geringere fünfstellige Summen und können für die Hinterbliebenen eine zusätzliche Belastung darstellen. Neben dem emotionalen Verlust eines engen und geliebten Familienmitglieds sehen sie sich dann auch noch damit konfrontiert, die finanziellen Mittel für dessen Bestattung aufzubringen.

Eine Sterbegeldversicherung kann den Angehörigen im Todesfall eine enorme Erleichterung verschaffen. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese Art der Absicherung im Todesfall auch ausschließlich für die Deckung der Bestattungskosten gedacht ist. Entsprechend niedrig ist die Versicherungssumme. In der Regel beträgt diese bis höchstens 20.000 Euro und es besteht eine Aufbaufrist von im Schnitt 3 Jahren.

Fakten rund um die Sterbegeldversicherung als Todesfallabsicherung

  • Die Höchstsumme der Sterbegeldversicherung liegt im niedrigen fünfstelligen Bereich.
  • Die Sterbegeldversicherung deckt über die Bestattung und Beisetzung hinaus kaum bis keine weiteren finanziellen Verbindlichkeiten.
  • Ob der Begünstigte der Sterbegeldversicherung wählbar ist, muss mit dem Versicherer individuell vereinbart werden.
  • In aller Regel besteht bei dieser Art der Absicherung im Todesfall eine sogenannte Aufbaufrist. Verstirbt der Versicherte vor Beendigung dieser bis zu 3 Jahren andauernden Frist, wird die Versicherungssumme nur anteilig oder gar nicht ausgezahlt.
  • Je älter man beim Abschluss der Sterbegeldversicherung ist, desto wahrscheinlicher fragen Versicherer nach einer Gesundheitsprüfung; wenngleich das bei dieser Art von Versicherungen andernfalls eher unüblich ist.
    • Einige Versicherer haben gar ein Mindestabschlussalter von 40 Jahren und ein Höchstabschlussalter von um die 65 Jahre.

Die Vorteile einer Sterbegeldversicherung als Absicherung im Sterbefall

Bei vielen Anbietern kann man eine Sterbegeldversicherung erst ab einem bestimmten Lebensjahr abschließen. Der Vorteil ist aber, dass man mit 40 Jahren meist auch fest im Leben steht und Ausgaben, sowie Verbindlichkeiten gut kalkuliert hat. Entsprechend kann man sich die recht günstigen Monatsbeiträge eine Sterbegeldversicherung in diesem Lebensabschnitt meist gut leisten, ohne Gefahr zu laufen, die Versicherung aufgrund unsicherer Jobsituation nicht mehr bedienen zu können. Darüber hinaus kann man auch mit einer höchstmöglichen Versicherungssumme den Angehörigen mehr als nur die eigenen Beisetzungskosten hinterlassen. Wenngleich der Überschuss selten für eine stabile Lebensführung über Jahre ausreicht, so kann mit einer Sterbegeldversicherung doch wenigstens eine gewisse Zeit nach dem Ableben überbrückt werden. Aufgrund der vergleichsweise kleinen Beitragssummen ist eine Sterbegeldversicherung auch für Haushalte mit mittleren oder kleineren Einkommen gut zu handhaben.

Die Risikolebensversicherung zur Absicherung im Todesfall

Die Risikolebensversicherung geht weit über die Kostendeckung für die Beisetzung des Versicherten hinaus. Das zeigt sich schon daran, dass eine Risikolebensversicherung auch über einen Versicherungsgesamtbetrag von mehreren Millionen Euro möglich ist, wohingegen bei der Sterbegeldversicherung die Höchstgrenze bei durchschnittlich 20.000 Euro liegt. Damit ist die Risikolebensversicherung eine sehr viel langfristigere Absicherung für die Angehörigen.

Diese Art der Absicherung im Todesfall ist eine Artkapitalanlage, bei der man auch an den Zinsüberschüssen beteiligt wird. Darum lohnt sich ein früher Abschluss einer solchen Risikolebensversicherung. Sie kann später auch jederzeit um eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallzusatzversicherung ergänzt werden. Wichtiger Bestandteil einer Risikolebensversicherungspolice sollte eine Beitragsrückerstattung sein! Andernfalls verfällt die Leistungsgarantie mit Ablauf der Vertragslaufzeit.

Charakteristika einer Risikolebensversicherung im Sterbefall

  • Bei einer Risikolebensversicherung verlangt der Versicherer immer eine Gesundheitsprüfung.
  • Ist das Ablaufdatum erreicht, bevor der Todesfall eingetreten ist, erlischt der Vertrag und die Ansprüche an die geleisteten Beiträge.
    • Einige Versicherer ermöglichen die Verlängerung der Risikolebensversicherung, diese gilt dann aber als Neuabschluss und es greifen unter Umständen aktualisierte Bedingungen; etwa die Beitragshöhe wird neu berechnet oder eine Risikopauschale erforderlich.
    • Andere Anbieter integrieren eine stufenweise aufgebaute Verlängerungsgarantie in ihre Policen, die dann einige Jahre vor dem Ende der Vertragslaufzeit endet.
  • Diese Variante der Absicherung im Todesfall kann man bei vielen Anbietern bereits ab Eintritt in das Berufsleben, also ab dem 16. Lebensjahr, maximal aber bis zum 65. Lebensjahr abschließen.
  • Im Gegensatz zur Sterbegeldversicherung gibt es bei der Risikolebensversicherung keine Aufbaufrist.
    • Lediglich der Sterbefall durch Selbsttötung ist vielfach erst nach einer gewissen Laufzeit der Risikolebensversicherung abgedeckt.
  • Die Versicherungssumme bei dieser Art der Todesfallabsicherung ist variabel und nicht selten um ein Vielfaches höher als bei der Sterbegeldversicherung. Damit sind die Angehörigen über die Beisetzung hinaus finanziell abgesichert – etwa bei laufenden Verbindlichkeiten oder Einkommenseinbußen durch den Wegfall eines Gehaltes oder einer Rente.

Gute Gründe, die für eine Risikolebensversicherung zur Absicherung im Todesfall sprechen

Trotz einiger offensichtlicher Nachteile, vereint die Risikolebensversicherung auch einige nennenswerte Vorteile auf sich, um sich bzw. die Hinterbliebenen im Sterbefall abzusichern.

So sind die Beiträge für eine Risikolebensversicherung nicht oder nur unwesentlich teurer als die Prämien für eine Sterbegeldversicherung. Dafür aber ist die Versicherungssumme sehr viel höher und die Versicherung kann sehr viel früher schon abgeschlossen werden. Und wie bei der Pflegezusatzversicherung ist auch hier das Alter und der Gesundheitszustand der Schlüssel zur Beitragshöhe: Je jünger und gesünder, desto geringer die Beitragsprämien und desto höher ggf. die Überschussbeteiligung oder abschließende Versicherungssumme. Darüber hinaus sichert die Risikolebensversicherung Familie und Angehörige besser und langfristiger ab, als eine Sterbegeldversicherung.

Welche Versicherung sichert nach dem eigenen Tod besser ab?

Welche Versicherungsart oder ob nicht lieber doch der altbewährte Sparstrumpf die passendere Variante zur Absicherung im Todesfall ist, kommt ganz auf die Lebensumstände an. Wer langfristig denkt, kann sich über eine Risikolebensversicherung informieren.

Beachten sollte man hierbei aber die Laufzeit! Denn endet die Vertragslaufzeit vor dem eigenen Ableben, ist die Versicherungssumme hin. Ideal sind Risikolebensversicherungen mit einer vertraglich geregelten Laufzeitflexibilität oder Verlängerungsgarantie. Andernfalls sind die Jahrzehnte lang eingezahlten Beiträge futsch.

Die Sterbegeldversicherung kann zwar im Vergleich dazu erst relativ spät und nur über eine vergleichsweise geringe Summe abgeschlossen werden, erlaubt die Absicherung im Todesfall dafür aber auch bei etwas niedrigeren Einkommen und vor allem ohne Gesundheitsprüfung. Hier ist zu beachten, dass die Versicherung maximal anteilig bezahlt, wenn man während der Aufbaufrist verstirbt.

Wichtig und sinnvoll ist nicht nur die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile beider Varianten zur Absicherung im Todesfall, sondern auch ein genauer Vergleich von Anbietern, Optionen und Leitungsumfang der Policen. Nur so findet man die beste Absicherung für die Angehörigen, wenn einen das ungeliebte Thema Sterblichkeit irgendwann einholt.

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Über Jakob 184 Artikel
Jakob ist Autor von Finanzgrundlagen.de

2 Kommentare

  1. Meine Tante will eine Vorsorge treffen, in dem Fall das sie verstirbt. Die Geldlasten sollen nicht in der Familie bleiben. Sie hat sich auch schon die Art der Beerdigung ausgesucht. Eine Feuerbestattung soll es werden. Ich wusste gar nicht es es hierfür eine Versicherung gibt.

1 Trackback / Pingback

  1. Welche Versicherungen gibt es eigentlich und braucht man? Welche sind Pflicht und absolut notwendig?

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